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Auf der Suche nach dem Internet: So sieht es hinter dem DSL-Modem aus

Zu Besuch im Internet - jedenfalls einem Teil davon: Wir besuchen die Rechen­zentren von Interxion, das viele Firmen für ihre Dienste nutzen. Wir geben Ihnen einen Einblick in den Hoch­sicherheits­bereich, in den es sonst keine Einblicke gibt.
Aus Frankfurt am Main berichtet Thorsten Neuhetzki

Dass sowohl der DE-CIX als auch RTL die Rechenzentren nutzen, zeigt auch, dass der Kunde, der die Fläche im Rechenzentrum mietet, mit ihr machen kann, was er will. Denn im Gegensatz zu den 300 RTL-Servern braucht der DE-CIX keine Server, sondern Switche. Daten sollen verteilt werden und nicht abgerufen oder gespeichert. Aber auch Banken sollen ihre nicht-öffentlichen Teile ihrer Rechenzentren hierher ausgelagert haben und bei Sport-Großereignissen würden die Räume mitunter auch von den TV-Sendern für Dienstleistungen genutzt.

Wenn das Licht aus ist, sieht man das Blinken der Server an allen Ecken und Enden. Wenn das Licht aus ist, sieht man das Blinken der Server an allen Ecken und Enden.
Foto: teltarif.de / Thorsten Neuhetzki
Und auch, wer bei Televoting-Diensten bei Deutschland sucht den Superstar, dem Dschungelcamp oder dem Eurovision Song Contest teilnimmt, dessen Stimme wird vermutlich in Frankfurt gezählt. digame mobile ist einer der führenden Televoting-Diensteanbieter in Europa und arbeitet mit Interxion zusammen. Denkbar ist auch, das Anbieter wie Google die Fläche in Frankfurt nutzen, um ihre Daten in Deutschland auszuliefern. Hier käme dann ein weiterer wichtiger Bestandteil des Internets ins Spiel: Content-Delivery-Networks, kurz CDN. Was es mit einem CDN auf sich hat und warum Google Server in Deutschland hat, lesen Sie bei uns in einem weiteren Text.

Ein paar Fakten zum Rechenzentrum

Sollte es einmal brennen, wird mit Argon-Gas gelöscht Sollte es einmal brennen, wird mit Argon-Gas gelöscht
Foto: teltarif.de / Thorsten Neuhetzki
Im Frühjahr eröffnete Interxion aufgrund des steigenden Platzbedarfes ein weiteres Rechenzentrum auf dem Campus in Frankfurt. Alleine FRA8, wie das Rechenzentrum genannt wird, hat ein Investitionsvolumen von 67 Millionen Euro bei 3 600 Quadratmeter Netto-Rechenzentrumsfläche. Für den Betrieb werden 6 Megawatt Strom benötigt. Die Notstromversorgung könnte alternativ zum Rechenzentrum eine Stadt mit 35 000 Einwohnern versorgen. Zusammen mit den anderen Rechenzentren in Frankfurt kommt Interxion auf eine Stromrechnung über etwa 100 Gigawatt-Stunden pro Jahr - soviel wie ganz Offenbach. Und wem der Standort Frankfurt nicht gefällt oder ein CDN über ganz Europa aufbauen will: Interxion betreibt 36 Rechenzentren in elf Ländern.

Nicht nur Frankfurt bietet wichtige Rechenzentren

Doch das Gebiet in Frankfurt ist nicht das einzige, das wichtig ist für das Internet. So hostet zum Beispiel der Provider 1&1 eine ganze Reihe von Domains und betreibt über seine Muttergesellschaft United Internet auch noch die E-Mail-Provider GMX und web.de, die einen nicht unerheblichen Anteil am E-Mail-Verkehr in Deutschland haben. Die Daten dieser Anbieter dürften dank DE-CIX zwar auch durch Frankfurt laufen, sind aber eigentlich in einem Rechenzentrum in Karlsruhe gehostet. Anders als bei Interxion kann hier aber niemand seine eigenen Server "unterstellen". Lediglich Server von 1&1 werden verbaut, die Kunden haben nur virtuell Zugang zu den Maschinen.

In Berlin wiederum liegt ein anderer großer Teil des Internet - zumindest wenn man nur den deutschen Teil betrachtet. Viele Privatkunden haben ihre Daten bei Strato gehostet. Vier Millionen Internetpräsenzen und mehr als 55 000 Server betreibt das Unternehmen, das zur Deutschen Telekom gehört. Ein zweites Rechenzentrum des Anbieters gibt es in Karlsruhe. Und auch hier gilt: Kundenbesuch nicht erwünscht. Sogar die Adressen der Rechenzentren werden geheimgehalten. Wir hatten jedoch vor geraumer Zeit die Möglichkeit, das Rechenzentrum von Strato zu besuchen.

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