Streaming

Erhebung: Deutlich mehr Webradio-Nutzung in der Pandemie

Die Nutzung von Inter­net­radio und Audio-Ange­boten haben während der Corona-Pandemie deut­lich zuge­nommen. Auch die Hörge­wohn­heiten und Haupt­nut­zungs­zeiten haben sich verän­dert.

Im Lockdown wird mehr Webradio gehört Im Lockdown wird mehr Webradio gehört
Screenshot: Michael Fuhr
Die Radio­nut­zung übers Internet ist in der Corona-Pandemie deut­lich ange­stiegen. Das geht aus einer Sonder­aus­wer­tung zur Leis­tungs­wert­ent­wick­lung der Arbeits­gemein­schaft Media-Analyse (agma) in Abstim­mung mit der Gattung Radio/Audio aufgrund der anhal­tenden Corona-Pandemie hervor. Basis seien alle bis einschließ­lich Februar 2021 vorlie­genden Logfiles der an der ma IP Audio teil­neh­menden Publisher/Chan­nels.

26 Prozent mehr Audio-Sessions

Im Lockdown wird mehr Webradio gehört Im Lockdown wird mehr Webradio gehört
Screenshot: Michael Fuhr
Die Gattung Radio/Audio erzielt mit den aktuell ausge­wie­senen Leis­tungs­daten von 1.288 Chan­nels dabei aber­mals einen deut­lichen Anstieg der Hörvor­gänge bei jegli­cher Ange­bots­form. Im vierten Quartal 2020 wurden die teil­neh­menden Ange­bote erst­mals über 500 Millionen Mal pro Monat genutzt. Dies entspricht einer Stei­gerung der Sessions um 26 Prozent im Vergleich zum Vorquartal. Dieser Höchst­wert geht mit der Lock­down-Entwick­lung einher und wurde erst­mals im November erreicht – und im Dezember noch­mals über­troffen (über 535 Millionen Sessions). Seit diesem Zeit­punkt befinden sich viele Deut­sche wieder verstärkt im Home­office und nutzen dabei offen­sicht­lich häufig Webradio-Streams am Computer als Berie­selung parallel zur Arbeit.

Das Hörvo­lumen erreicht im vierten Quartal mit über 471 Millionen Hörstunden eben­falls einen Höchst­stand. Die Nutzung von Simul­cast-Ange­boten, also bei Programmen, die auch terres­trisch über UKW und/oder DAB+ verbreitet werden, liegt im Februar 2021 mit einer Stei­gerung von 33,5 Prozent im Vergleich zum Vorjah­res­wert deut­lich im Trend. Radio­pro­gramme, die nur per Internet verbreitet werden, verzeichnen ein Plus von 25 Prozent.

Verän­derte Radio-Prime­time

Inter­essant dabei: Der klas­sische Tages­ver­lauf der Online-Audio-Nutzung hat sich in den letzten Monaten an die Lock­down- und Home­office-Situa­tion ange­passt: Die Peaks am Morgen finden bei Simul­cast-Ange­boten verschoben um eine Stunde von 7 Uhr (2019), also vor Beginn der Arbeit, auf jetzt 8 Uhr (2021) statt. Bisher lag der abso­lute Peak bei der Webradio-Nutzung eher im Feier­abend zwischen 17 und 20 Uhr.

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