Webradio

Smart Speaker ersetzen klassisches Radio noch nicht

Inter­net­radio ist der meist­genutzte digi­tale Empfangsweg beim Radio­konsum. Dabei spielen Smart Speaker aber nach wie vor eine eher unter­geord­nete Rolle.

Alexa: Der Sprachassistent von Amazon Alexa: Der Sprachassistent von Amazon
Foto: Amazon
Zumin­dest was die gele­gent­liche Nutzung angeht, ist das Inter­net­radio der erfolg­reichste digi­tale Weg zum Radio­hören. Das geht aus dem Digi­tali­sie­rungs­bericht der Landes­medi­enan­stalten hervor, der am Montag, 7. September auf dem Digi­tal­radiotag in Berlin vorge­stellt wurde. 44,8 Prozent der Deut­schen hört Radio übers Internet, damit liegt der Verbrei­tungsweg an zweiter Stelle - hinter analogem UKW- (91,9 Prozent) und vor digi­talem DAB+-Empfang (25,3 Prozent)

Smart Speaker stagnieren beim Radio

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Dabei scheint der Hype der Smart Speaker weniger stark als viele Hörfunk­unter­nehmen es sich wünschen. Bei der Nutzung von Inter­net­radio kommen Amazons Echo und Co. wie im vergan­genen Jahr auf ledig­lich 6 Prozent und liegen damit hinter Smart­phones (25,9 Prozent), Laptop (11,1 Prozent), PC (10,3 Prozent), Auto­radios mit Webradio-Empfang (8 Prozent), Smart-TV (7,8 Prozent), Tablet (7,3 Prozent) und WLAN-Radio (6,5 Prozent). Nur Smart­wat­ches liegen in der Auflis­tung mit 0,5 Prozent noch dahinter.

Smart Speaker kommen – vor allen anderen Nutzungs­motiven – dagegen mit Abstand am häufigsten für das Abspielen von Audio-Inhalten insge­samt, also Musik, Podcasts oder Hörbü­chern zum Einsatz. Mehr als neun von zehn derje­nigen, die Online-Audio-Inhalte aus dem Netz abrufen, nutzen dafür ihren Smart Speaker. Das entspricht rund 7,6 Millionen Personen ab 14 Jahren. Zudem verla­gert sich die Audio-Nutzung mit der Anschaf­fung eines Smart Spea­kers nicht nur auf ein anderes Gerät: Wer einen hat, verbringt auch mehr Zeit mit Radio­hören und Audio-Inhalten auf Abruf.

Auffind­bar­keit lokaler Radio­pro­gramme verbes­sern

Das ist auch inter­essant für die Gattung Hörfunk. Doch sind alle Radio­angebote, selbst Lokal­radios, auch ohne Umweg über sprach­gesteu­erte Systeme zu finden? Um zu dieser wich­tigen Regu­lie­rungs­frage der Medi­enpo­litik einen Beitrag zu leisten, befasste sich Sieg­fried Schneider, Präsi­dent der Baye­rischen Landes­zen­trale für neue Medien (BLM), als Vorsit­zender der Tech­nischen Konfe­renz der Landes­medi­enan­stalten (TKLM) intensiv mit mögli­chen tech­nischen Restrik­tionen von Sprach­assistenten – zunächst im Austausch mit Markt­führer Amazon. Im Rahmen des Digi­tal­radio­tags erklärte er: "Wir sind in posi­tiven Gesprä­chen mit Amazon und steuern einen großen Erfolg für mehr lokale und kultu­relle Viel­falt durch eine verbes­serte Auffind­bar­keit von Radio­sen­dern auf Smart Spea­kern an – zumal damit zu rechnen ist, dass sich die anderen Markt­teil­nehmer in ihren Entschei­dungen am führenden Anbieter orien­tieren werden."

Inter­net­radio bei jungen Hörern und Männern beson­ders beliebt

Insge­samt ist Inter­net­radio eine Männer­domäne: 49,1 Prozent der Hörer sind männ­lich, 40,5 Prozent weib­lich, der Rest machte keine Angabe zum Geschlecht. Dabei domi­nieren eindeutig die jungen Ziel­gruppen: 59,1 Prozent der 14- bis 19-Jährigen und sogar 61,1 Prozent der 20 bis 29-Jährigen hören zumin­dest gele­gent­lich Inter­net­radio. Zum Vergleich: In der Ziel­gruppe der 50- bis 59-Jährigen tun dies nur 39,8 Prozent.

In einer anderen Meldung geht es um die Ergeb­nisse fürs Digi­tal­radio DAB+.

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