Vergleich

Skype, Zoom & Co: Kostenlose Video-Konferenzen im Vergleich

Video-Konfe­renzen sind nicht nur für Geschäfts­kunden, sondern auch unter Freunden, in der Familie oder bei Vereinen ein unver­zicht­bares Kommu­nika­tions­mittel. Wir verglei­chen die wich­tigsten kosten­losen Dienste.

Kostenlose Video-Konferenzdienste im Vergleich Kostenlose Video-Konferenzdienste im Vergleich
Bild: apops - Fotolia.com
Video-Konfe­renzen gehören - ebenso wie Tele­fonkon­ferenzen - nicht nur zum Alltag von Geschäfts­kunden. Auch im privaten Umfeld und im Home-Office werden sie zuneh­mend beliebt, vor allem dann, wenn man Freunde, Verwandte oder Kollegen nicht nur hören, sondern auch sehen möchte. Auch Poli­tiker, Nicht­regie­rungs­orga­nisa­tionen und Vereine nutzen vermehrt Video-Konfe­renzen, um sich Reise­kosten zu sparen.

Im Internet gibt es eine große Menge von Konfe­renz-Lösungen mit allerlei tech­nischen Raffi­nessen - und die Konfe­renz­anbieter lassen sich ihre Services in der Regel auch teuer bezahlen. Wir haben darum einmal eine Samm­lung von Video-Konfe­renz-Anbie­tern für mehr als zwei Teil­nehmer erstellt, die dauer­haft kostenlos nutzbar sind, und nicht nur für einen begrenzten Zeit­raum. Kostenlose Video-Konferenzdienste im Vergleich Kostenlose Video-Konferenzdienste im Vergleich
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Vor- und Nach­teile von Video-Konfe­renzen

Gegen­über einer klas­sischen Tele­fonkon­ferenz, bei der man sich mit den Tele­fontasten in einen reinen Audio-Konfe­renz­raum einwählt, bieten Video-Konfe­renzen zahl­reiche Vorteile: Man kann die Konfe­renz­teil­nehmer nicht nur hören, sondern auch sehen und damit mögli­cher­weise auch zusätz­liche "Infor­mationen" und Emotionen aus Mimik und Gestik ablesen. Außerdem bieten Video-Konfe­renzen meist die Möglich­keit, in einem Text-Chat nebenher Texte, Internet-Links und Dateien zu versenden, manche Konfe­renz-Lösungen bieten auch ausge­feilte Screen­sharing-Möglich­keiten für Präsen­tationen.

Die Einwahl in eine Video-Konfe­renz ist entweder mit Computer, Smart­phone, Tablet oder über spezi­elle Konfe­renz-Tele­fone möglich. Für die Verstän­digung sind mindes­tens Mikrofon und Laut­spre­cher oder ein Headset erfor­derlich, für das Video­bild natür­lich eine Kamera.

Da Video-Konfe­renzen heut­zutage quasi ausschließ­lich über das Internet abge­wickelt werden, ist ein Breit­band-Inter­netzu­gang uner­läss­lich. Wer sich also unter­wegs im Funk­loch befindet, wird Probleme bekommen, an einer Video-Konfe­renz teil­zunehmen. Manche Dienste bieten alter­nativ aber die Möglich­keit, sich über eine klas­sische Tele­fonnummer als Audio-Teil­nehmer in eine Video-Konfe­renz einzu­klinken.

Darauf sollten Sie bei der Auswahl eines Anbie­ters achten

In unserer Liste dauer­haft kosten­loser Video-Konfe­renz-Anbieter gibt es tatsäch­lich Dienste, die keine Gewinn-Absicht verfolgen und ihre Soft­ware auch als Open-Source-Projekt veröf­fent­licht haben. Die Tatsache, dass beliebig viele Teil­nehmer beliebig lange Konfe­renzen ganz ohne Anmel­dung abhalten dürfen, darf aber nicht darüber hinweg­täuschen, dass manchmal schon bei mehr als 10 Konfe­renz-Teil­nehmern die Audio- und Video-Qualität leidet. Und das liegt nicht immer nur an der Internet-Band­breite, sondern auch an der Server-Kapa­zität des Diens­tean­bieters.

Die meisten der vorge­stellten Dienste wollen ihre Kunden also mit zusätz­lichen Services für kosten­pflich­tige Pakete gewinnen. Ein wich­tiger Aspekt bei der Auswahl ist, ob zwin­gend ein Account ange­legt werden muss. Einige Dienste können sofort ganz ohne Angabe persön­licher Daten genutzt werden, bei anderen muss sich zumin­dest der Konfe­renz-Admi­nistrator einen Account anlegen.

Eine Hürde kann es aber sein, wenn alle Konfe­renz­teil­nehmer dazu gezwungen werden, ein Benut­zerkonto zu eröffnen oder eine bestimmte App zu instal­lieren. Besser ist es, wenn maximal der Admi­nistrator einen Account anlegen muss und den Teil­nehmern dann einen Link zum Konfe­renz­raum sendet, der dann möglichst auch ganz ohne App im Browser aufge­rufen werden kann.

Sicher­heits­aspekte bei Video-Konfe­renzen

Die komplett anmel­defreien Dienste haben auf der Start­seite ein Feld, in das man einen frei erfun­denen Raum­namen eintippt und damit sofort einen Konfe­renz­raum kreiert. Wichtig dabei ist es aller­dings, nicht Namen wie "Hallo" oder "Test" zu vergeben, denn wenn zur selben Zeit Fremde denselben Namen vergeben, hat man plötz­lich uner­wünschte Personen in der Konfe­renz. In der Regel schlagen die Anbieter vor, einen Raum­namen aus mindes­tens vier Wörtern und ggf. Ziffern­folgen zu vergeben wie beispiels­weise "EntscheiderMeetingDuftprobenTest4712". Einen derar­tigen Raum­namen dürfte wohl niemand so schnell erraten.

Viele inno­vative und auch im kosten­freien Account sehr gut ausge­stat­tete Dienste haben ihren Sitz und damit oft auch ihren Server­standort in den USA, was mögli­cher­weise ein Sicher­heits­risiko darstellen kann. Einige US-Dienste betreiben zur Wahrung ihrer Repu­tation daher auch Rechen­zentren in der EU, die der DSGVO unter­liegen, sowie in anderen Regionen der Welt.

Zu verschenken hat außer einigen wenigen Open-Source-Anbie­tern kaum ein Dienst etwas - darum kommt es immer wieder vor, dass Sicher­heits­experten in bekannten Video­konfe­renz­diensten Hinter­türen für Werbe­partner oder Tracking-Netz­werke entde­cken.

Einige Video-Konfe­renz­dienste bieten die Möglich­keit, auf Knopf­druck die laufende Sitzung einfach mitzu­schneiden. Manchmal ist dies nur dem Admi­nistrator erlaubt, in einigen Fällen aber auch jedem Konfe­renz­teil­nehmer. Einer­seits sollte man also stets aufmerksam sein, was man in einer Video-Konfe­renz preis­gibt, und ande­rerseits die Teil­nehmer immer vorher um Erlaubnis fragen, bevor man selbst die Konfe­renz mitschneidet.

Dauer­haft kosten­lose Video-Konfe­renz­dienste im Vergleich

In der folgenden Über­sicht haben wir nun ausge­wählte Video-Konfe­renz-Anbieter für mehr als zwei Teil­nehmer zusam­menge­tragen, die dauer­haft kostenlos nutzbar sind, und nicht nur für einen begrenzten Zeit­raum von mehreren Wochen oder Monaten.

Anbieter max.
Teiln.
max.
Länge
Account
f. Leiter
Account
f. Teiln.
Konf. im
Browser
Apps Text-Chat Auf-
zeich­nung
Server-
standort
Adobe Connect Free 3 unbegr. ja nein ja Android, iOS, Windows, MacOS ja kostenpfl. div.
welt­weit
Apple FaceTime 32 unbegr. ja ja nein iOS, MacOS ja nur MacOS USA
Blizz by TeamViewer 5 unbegr. ja nein nein Windows, MacOS, Android, iOS ja kostenpfl. DE
Cisco WebEx 100 24 Std. ja nein ja Windows, MacOS, Linux, Android, iOS ja nur Leiter USA
Face­book Messenger 50 unbegr. ja ja ja iOS, Android, Windows, MacOS ja nein USA
Face­book Messenger Rooms 20 (gepl.: 50) unbegr. ja nein ja iOS, Android, Windows, MacOS ja nein USA
Google Duo 12 unbegr. ja ja ja Android, iOS ja ja div.
welt­weit
Google Hangouts 10 unbegr. ja ja ja Android, iOS ja nur
Busi­ness
div.
welt­weit
Google Meet 100 60 Min. ja nein ja Android, iOS ja kostenpfl. div.
welt­weit
Jami unbegr. unbegr. ja ja nein Windows, MacOS, Linux, Android, iOS, Android TV ja ja keine (Peer-to-Peer)
Jitsi Meet unbegr. unbegr. nein nein ja Android, iOS ja nein div.
welt­weit
join.me 5 unbegr. ja nein ja Windows, MacOS, Android, iOS ja kostenpfl. USA
Kopano Splash Meet unbegr unbegr. nein nein ja keine nein nein NL / DE
Micro­soft Teams 300 unbegr. ja ja ja Android, iOS, Windows, MacOS, Linux ja kostenpfl. div.
welt­weit
Sevico (Jitsi)
DE / CH
unbegr. unbegr. ja nein ja Android, iOS ja nein DE / CH
Skype 50 unbegr. nein nein ja Android, iOS, Windows, MacOS, Linux ja ja div.
welt­weit
TinyChat 12 unbegr. ja ja ja Android, iOS ja nein USA
WhatsApp 8 unbegr. ja ja nein Android, iOS ja nein USA
Zoom 100 40 Min. ja nein nein Windows, MacOS, Linux, Android, iOS ja ja USA
Stand: Juni 2020

Eine weitere Alter­native zu Telefon- und Video-Konfe­renzen sind einfache Text-Messenger. In einer Über­sicht präsen­tieren wir die wich­tigsten Busi­ness-Messenger.