Kabel-Router

Kabel-Router kaufen: Verfügbare Modelle und Kauf-Hinweise

Seit dem Wegfall des Router­zwangs können Kabel-Internet-Nutzer sich ihren Router selbst aussu­chen. Doch die Auswahl an Kabel-Routern auf dem Markt ist noch sehr beschränkt. Wir listen verfüg­bare Kabel-Router und nennen wich­tige Punkte, die beim Kauf beachtet werden müssen.
Von Rita Deutschbein
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Seit dem 1. August 2016 können Kunden selbst entscheiden, welchen Router sie an ihrem Internet-Anschluss betreiben wollen. Dabei ist es prin­zipiell egal, ob sie einen DSL-, VDSL-, Kabel- oder einen Anschluss anderer Art gebucht haben. Denn am 1. August des vergan­genen Jahres wurde der Router­zwang abge­schafft, über den Provider ihren Kunden bislang den Betrieb eines bestimmten Gerätes vorschreiben konnten. Während die Auswahl an frei verkäuf­lichen Routern gerade im DSL/VDSL-Bereich recht umfang­reich ist, müssen sich Kabel-Internet-Nutzer derzeit noch mit einer sehr einge­schränkten Palette an frei verfüg­baren Kabel-Routern begnügen.

Kabel-Router kaufen: Modelle & TippsKabel-Router kaufen: Modelle & Tipps Nur sehr wenige Router-Hersteller bieten derzeit über­haupt Geräte für den Kabel-Anschluss an. Unter­nehmen wie Netgear, Zyxel oder Asus haben beispiels­weise keine Kabel-Router im Sorti­ment. TP-Link hat einige Zeit den Archer CR700v beworben, ein Gerät, das gleich­zeitig Kabel­modem und WLAN-Router ist. Eigent­lich sollte der Archer CR700v bereits im vierten Quartal 2016 auf den Markt kommen, 2017 hat TP-Link sein Vorhaben jedoch einge­stellt - das Modell kam somit nie in den Handel.

AVM: Vorreiter für frei verfüg­bare Kabel-Boxen

Bereits im Handel erhält­lich sind die drei von AVM ange­botenen Kabel-Router FRITZ!Box 6591 Cable, 6490 Cable und 6430 Cable. Die FRITZ!Box 6591 Cable ist das aktu­ellste Modell der Kabel-Sparte von AVM, unter­stützt die WLAN-Tech­nologie Multi-User-MIMO (Multiple Input Multiple Output) und erlaubt per WLAN-ac bis zu 1,73 GBit/s bzw. per WLAN-n bis zu 800 MBit/s. Mithilfe der 32-mal-8-Kanal­bündelung erreicht die Kabel-FRITZ!Box Daten­raten von bis zu 1,7 GBit/s im Dowstream bzw. bis zu 240 MBit/s im Upstream.

Der Vorgänger FRITZ!Box 6490 Cable unter­stützt hingegen nur die 24-mal-8-Kanal­bündelung und bietet damit bis zu 1,3 GBit/s im Down­stream über das Kabel­netz. Nochmal lang­samere Daten­raten schafft die FRITZ!Box 6430 Cable, die abge­speckte Version der 6490 Cable. Über WLAN-n können hier Über­tragungs­geschwindig­keiten von bis zu 450 MBit/s im Down­stream erreicht werden.

Weitere Infor­mationen zu den genannten Kabel-Routern sowie Vergleiche zwischen den FRITZ!Boxen von AVM finden Sie in der oben einge­bundenen Box.

Frei verkäuf­liche Kabel-Router im Über­blick

Modell Anschluss WLAN
Stan­dards
WLAN
max. in
MBit/s
LAN USB
(Stan­dard)
Tele­fonfunk­tion DECT
analog / ISDN / VoIP
AVM FRITZ!Box  
6591 Cable TV-Kabel a, b, g,
n (2,4 / 5 GHz), ac (2,4 / 5 GHz)
2500 4
(Gigabit)
2
(2.0)
ja / ja / ja ja
6590 Cable TV-Kabel a, b, g,
n (2,4 / 5 GHz), ac (2,4 / 5 GHz)
2500 4
(Gigabit)
2
(2.0)
ja / ja / ja ja
6490 Cable TV-Kabel a, b, g,
n (2,4 / 5 GHz), ac (2,4 / 5 GHz)
1300 4
(Gigabit)
2
(2.0)
2 / 1 / ja ja
6430 Cable TV-Kabel a, b, g,
n (2,4 GHz)
450 4
(Gigabit)
2
(2.0)
2 / k.A. / ja ja
Stand: August 2019

Achtung beim Kabel-Router-Kauf

Die Entschei­dung, ob Kunden sich einen Kabel-Router von ihrem Anbieter zur Verfü­gung stellen lassen (Miete) oder sich im freien Handel ein unge­bran­detes Gerät besorgen, sollte genau durch­dacht werden. Denn beide Vari­anten bieten Vor- und Nach­teile. So sind Kabel-Router beim Provider meist teurer als der Kauf der Geräte im Geschäft. Die Kabel-Anbieter können die Router speziell auf ihre Ange­bote opti­mieren und beson­dere Funk­tionen inte­grieren. Anders herum werden oftmals aber auch Funk­tionen, die die Geräte herstel­lerseitig eigent­lich unter­stützen, vom Kabel-Anbieter gesperrt.

Ein Problem beim Betrieb eines eigenen Kabel-Routers am Anschluss könnte unter Umständen der Support werden. Denn viele Provider bieten für kunden­eigene Hard­ware keine oder nur einge­schränkt Unter­stüt­zung an. Um auf Störungen entspre­chend reagieren zu können, verlangen einige Anbieter von ihren Kunden sogar, ein Leih­gerät bereit zu halten, das bei einer Netz­prüfung ange­schlossen werden muss. Die Wartung und Aktua­lisie­rung von frei erwor­benen Routern ist den Kabel-Internet-Anbie­tern nicht möglich, da ihnen der entspre­chende Zugriff auf die Boxen fehlt. Kunden sind somit für Updates der Router-Firm­ware selbst zuständig.

Problem­fall Tele­fonie

Proble­matisch kann das Thema Tele­fonie sein, wenn Kabel-Internet-Kunden einen eigenen Router am Anschluss betreiben. Denn die Provider setzen bei ihren Kabel-Anschlüssen auf unter­schied­liche tech­nische Stan­dards bei der Tele­fonie. Während viele Router-Hersteller - darunter auch AVM - bei ihren Kabel-Boxen den Stan­dard EuroPacketCable 2.0 verwenden, kommt bei einigen Provider wie der Telekom und Tele Columbus (Infos dazu hier) noch die ältere Version PacketCable 1.5 zum Einsatz. Da EuroPacketCable 2.0 nicht abwärts­kompa­tibel zu den früheren Versionen ist, können Router wie die Kabel-FRITZ!Boxen an den noch auf den älteren Stan­dard setzenden Anschlüssen nicht in vollem Umfang genutzt werden - Daten­verbindungen sind möglich, Tele­fonie jedoch nicht.

Mehr allge­meine Tipps und Hinweise zum Router-Kauf erhalten Sie über unseren Router-Ratgeber.

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