DSL-Alternative

Internet via Kabel: Eine echte DSL-Alternative

Bei Breit­band denken immer noch viele Nutzer an DSL. Mit dem klas­sischen Kabel-Anschluss steht aller­dings eine höchst konkur­renz­fähige Alter­native für Internet und Telefon bereit. Wir erklären Ihnen, wie Breit­band via Fernseh-Kabel funk­tio­niert.
Von Ralf Trautmann / / Julian Ruecker

Bei Breit­band-Internet­anschlüssen denken viele immer noch eher DSL oder VDSL. Andere breit­ban­dige Tech­nolo­gien wie LTE/5G, Internet via Satellit und eben auch das Fern­seh­kabel stehen im Schatten der auf Kupfer­kabeln basie­renden DSL-Technik. Dabei hat gerade der Kabel­anschluss ein gehö­riges Poten­zial: Während zum Beispiel das vergleichs­weise teure Breit­band via Satellit als Notlö­sung für DSL-lose länd­liche Regionen gilt, haben die Kabel­netz­betreiber den DSL-Anbie­tern erheb­liche Markt­anteile abge­rungen und inves­tieren Milli­arden von Euro in den Ausbau ihrer Netze.

Internet über Kabel: Technik und Dienste

Über den Kabel­anschluss, genauer das Kupfer-Koaxi­alkabel, können nicht nur Rund­funk- und Fern­seh­inhalte trans­por­tiert, sondern auch Telefon- und Internet-Dienste genutzt werden. Da dann aber nicht nur Daten empfangen, sondern auch versendet werden, musste das Netz für Tele­kom­muni­kati­ons­dienste erst rück­kanal­fähig ausge­baut werden. Gleich­zeitig wurde vieler­orts die Über­tra­gungs­band­breite der Leitungen von 470 MHz auf 862 MHz erhöht, um sie leis­tungs­fähiger zu machen.

Maxi­male Kabel-Daten­raten
Anbieter Tarif Down- /
Upstream1
Voda­fone Red Internet & Phone 1000 Cable 1000 / 50
PŸUR Surf & Phone 1000 1000 / 50
KEVAG Telekom Cable Topspeed 400 400 / 20
M-net Surf-Flat 600 600 / 20
Stand: Oktober 2020
1) in MBit/s
Wie der neben­ste­henden Tabelle zu entnehmen ist, bieten die Kabel-Provider sehr hohe Maximal-Band­breiten. Garan­tieren können sie die verspro­chenen Daten­übertragungs­raten jedoch nicht. Das TV-Kabel­netz ist ein soge­nanntes Shared Medium, sodass die wirk­liche Geschwin­dig­keit auch vom Surf­ver­halten der anderen Nutzer abhängig ist. Trotzdem: Wer sich einen 200-MBit/s-Kabel-Anschluss bucht, wird sehr schnell im Internet unter­wegs sein - wenn auch nicht mit 200 MBit/s.

Gemessen an der mögli­chen Daten­übertragungs­rate besitzt das Kabel-Internet gute tech­nische Voraus­set­zungen als multimedia­fähiges Allzweck-Kabel, wobei in Tests noch weitaus höhere Daten­raten erreicht werden.

Somit funk­tio­nieren auch anspruchs­volle Anwen­dungen wie hoch­auf­lösendes Fern­sehen (HDTV) und Inter­net­fern­sehen (IPTV) sowie größere Down­loads problemlos - oder auch mehrere dieser Dienste parallel. Ein beliebtes Schlag­wort ist Triple Play: Telefon, Internet und Fern­sehen gebün­delt über eine Leitung. Der Vorteil der Kabel­netz­betreiber gegen­über den DSL- oder Voll­anschluss-Anbie­tern: Sie müssen keine TV-Inhalte mehr einkaufen, da dies eh ihr Kern­geschäft ist. Internet via Kabel: Eine echte DSL-Alternative Foto: Kabel Deutschland

Für das Tele­fonieren reser­vieren die Anbieter in der Regel Leitungs­kapa­zitäten, sodass die Gesprächs­qua­lität immer gewähr­leistet sein sollte - natür­lich kann es aber Probleme bei der tech­nischen Umset­zung durch den Anbieter geben.

Darüber hinaus bietet der Kabel-Telefon-Anschluss in puncto Tele­fonie bekannte Leis­tungs­merk­male wie Rufnum­mern­über­mitt­lung, Drei­erkon­ferenz, Anklopfen, Rück­fragen, Makeln und einen netz­basierten Anruf­beant­worter.

Per Kabel immer mit dem Internet verbunden

Da das Internet über Kabel als Stand­lei­tung funk­tio­niert, bleibt der Nutzer nach dem Einschalten der Hard­ware ohne Zwangs­tren­nung ständig online - was mit der entspre­chenden Router-Einstel­lung aller­dings auch bei DSL der Fall ist. Ein Vorteil des Breit­band-Inter­nets über das TV-Kabel gegen­über ADSL sind in der Regel kürzere Ping-Zeiten.

Auf der folgenden Seite erfahren Sie, wie es um die Verfüg­bar­keit von Breit­band via Kabel bestellt ist.

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