Gewährleistung vs. Garantie

Gewährleistung vs. Garantie: Tipps für Umtausch und Reparatur

Bei einem Umtausch oder einer Reparatur mangelhafter Elektronik gilt es einige Eckpunkte zu beachten. Häufig werden im Sprachgebrauch die Begriffe Gewährleistung und Garantie in einen Topf geworfen. Dabei handelt es sich um zwei vollkommen unterschiedliche Sachlagen.
AAA
Teilen (68)

Gewährleistung vs. Garantie: Tipps für Umtausch und R
eparaturGewährleistung vs. Garantie: Tipps für Umtausch und Reparatur Wenn das Smartphone-Display einen Sprung hat oder der Bildschirm des Notebooks schwarz bleibt, ist der Ärger groß und schnelle Hilfe willkommen. Teuer kann es allerdings werden, wenn diese in Form eines freien Reparatur­dienstes kommt. Bevor sich die Nutzer hier Rat holen, sollten sie prüfen, ob für das defekte Gerät nicht unter Umständen die Gewähr­leistung eintritt. Denn auch wenn Reparaturen professionell von einer Werkstatt vorgenommen werden, wird diese aufs Spiel gesetzt.

Gewährleistung vs. Garantie

Häufig werden im Sprach­gebrauch die Begriffe Gewähr­leistung und Garantie in einen Topf geworfen. Dabei handelt es sich jedoch um zwei vollkommen unterschiedliche Sachlagen. Die Gewähr­leistung ist durch das Gesetz geregelt und beträgt in Deutschland seit 2002 in der Regel zwei Jahre. In den AGB kann jedoch auch eine Herabsetzung der Regelzeit auf 12 Monate festgesetzt werden, beispiels­weise bei Gebraucht­waren oder Geräten der zweiten Wahl, auch B-Ware genannt.

Die Gewährleistung ist ein gesetzliches Recht, welches Händler mindestens zwei Jahre einräumen müssen. Es besagt, dass die Ware zum Kaufzeitpunkt einwandfrei sein muss. In den ersten sechs Monaten nach Kauf wird - bis zum Beweis des Gegenteils - davon ausgegangen, dass der Defekt bereits vor dem Kauf bestand. Danach kehrt sich die Beweislast um.

Innerhalb der Gewähr­leistung wird dem Kunden bei einem Produkt­mangel eine kostenlose Beseitigung des Fehlers garantiert, wobei die Beseitigung sowohl den Austausch des Gerätes als auch die Reparatur des selbigen umfassen kann. Ebenso hat der Kunde das Recht auf eine Kaufpreis­minderung, einen Rücktritt vom Kaufvertrag oder unter Umständen Schaden­ersatz.

Im Gegensatz zur Gewähr­leistung ist die Garantie nicht rechtlich geregelt. Es handelt sich hierbei vielmehr um eine freiwillige Zusatzleistung des Herstellers oder Händlers, die in Form einer Preis­garantie, Zufriedenheits­garantie, Reparatur­garantie, Bring-In-Garantie etc. festgelegt sein kann. Die Bedingungen und die Gültigkeit rund um die gewährte Garantie unterstehen keinen festen Regeln und können von den Anbietern selbst festgelegt werden. Eine Garantie kann über und unter den gesetzlichen Verpflichtungen der Gewähr­leistung liegen.

Sollten im Rahmen der Gewährleistung reparierte Produkte weiterhin nicht funktionieren, hat der Händler bzw. Hersteller für die Beseitigung des Mangels zwei Versuche. Bleibt der Fehler im Anschluss weiterhin bestehen, hat der Kunde recht auf einen Umtausch. Wird das Gerät allerdings als Garantiefall repariert, ist die Zahl der Reparatur­versuche durch die jeweiligen Garantie­bedingungen geregelt.

Blick in die Garantiebedingungen lohnt

Bei einem Defekt innerhalb von zwei Jahren nach dem Kauf, sollten sich Nutzer stets an die Verkaufsstelle wenden. In vielen Fällen leiten die Mitarbeiter der Elektronikmärkte die fehlerhaften Produkte sogar direkt an den Hersteller weiter. Ein Ersatz oder eine Reparatur des Gerätes ist bei einem Sachmangel stets kostenfrei. Beim Versandhandel gilt über die Gewährleistung hinaus zusätzlich auch ein Rückgaberecht von 14 Tagen. Eine Begründung ist bei der Rückgabe nicht notwendig, jedoch sollte das Produkt im Originalkarton verpackt werden. Das sollte der Kunde vor allem dann Nutzen, wenn das Gerät schon bei der Inbetriebnahme einen Defekt aufweist, da diese Retoure die einfachste ist. Weist das Gerät allerdings schon erhebliche Gebrauchsspuren auf, sollte lieber auf die Gewährleistung zurückgegriffen werden, da der Händler sonst die Gebrauchsspuren und die zwischenzeitliche Nutzung in Rechnung stellen könnte.

Vor der Einsendung des mangelhaften Gerätes lohnt allerdings oft ein Blick auf die freiwilligen Garantie­zusagen der Hersteller. Der Kunde ist während der Gewährleistung zwar nicht verpflichtet, sich an diesen verweisen zu lassen, in einigen Fällen ist er hier jedoch zeitlich und vom Umfang der Leistungen besser beraten.

Kommt es vor, dass die defekten Produkte außerhalb der Gewähr­leistung oder Garantie liegen, ist ein Reparatur­auftrag bei einer freien Werkstatt oftmals unumgänglich. In diesem Fall sollte der Kunde auf eine Einschätzung der Fehlerquelle, einer Regelung zur eventuellen Beseitigung weiterer, bis dahin unbekannter Mängel sowie einen Kosten­voranschlag bestehen. Die Kosten für die Reparatur werden hierbei vorab geschätzt und der Kunde kann entscheiden, ob eine Reparatur oder die Neuan­schaffung des Gerätes günstiger ist. Zudem sollten persönliche Daten - soweit möglich - auf einer anderen Quelle gespeichert und vom defekten Gerät gelöscht werden. Mehr dazu und welche Möglichkeiten Sie noch haben, insbesondere Handys zu reparieren, lesen Sie in unserem Ratgeber zum Thema Handy-Reparatur.

Ratgeber zum Einkaufen und Bezahlen im Internet

Weitere Ratgeber zum Thema Sicherheit für Handy, PC & Co.

Teilen (68)