Seriöse Shops

So erkennen Sie einen seriösen Online-Shop

Nicht alle Shops im Internet sind seriös und achten die gesetz­lich verbrieften Rechte der Kunden. Bei Fake-Shops droht Gefahr. Auf die folgenden Krite­rien sollten Sie daher beim Online-Einkauf achten.
Von Susanne Kirchhoff /
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Online-Shop­ping ist komfor­tabel und kann helfen, Geld und Zeit zu sparen - doch nicht alle Ange­bote, die man im Internet findet, sind seriös. Eine profes­sionell gemachte Home­page im Internet bedeutet nicht, dass dahinter auch ein zuver­lässiger Anbieter steht. Es könnte auch ein Fake-Shop sein, der nur Geld kassiert und niemals Waren liefert. Wir sagen Ihnen, woran Sie in der Regel einen seriösen Online-Shop erkennen.

Im Impressum muss die ladungs­fähige Adresse stehen

Sicherheit beim Einkauf im InternetSicherheit beim Einkauf im Internet Klare Infor­mationen über den Anbieter sind auf jeder Händler-Seite Pflicht. So sollten im Impressum der Name des Unter­nehmens, die ladungs­fähige Anschrift mit Straße, Haus­nummer und Ort sowie ein ver­ant­wortlicher An­sprech­partner oder die gesetz­lichen Vertreter für den Fall von Ab­wick­lungs­problemen schnell aufzu­finden sein.

Schwarze Schafe geben solche Daten meist nicht an, nennen eine Brief­kasten-Adresse im Ausland oder eine gar nicht exis­tierende Anschrift. Ob eine Adresse und ein Unter­nehmen wirk­lich exis­tieren, lässt sich schnell mit einem Karten­dienst wie Google Maps inklu­sive Street View heraus­finden. Die bloße Angabe eines Post­fachs sollte den Kunden bereits miss­trau­isch machen.

Auch eindeu­tige und verständ­liche Angaben zu Preisen, Versand­kosten, dem Bestell­ablauf und den Zahlungs­möglich­keiten sind uner­läss­lich. Werden wich­tige Kosten in klein­gedruckten Stern­chen­texten, unklar formu­lierten Texten oder erst im letzten Schritt des Bestell­ablaufs genannt, drängt sich die Vermu­tung auf, dass der Händler unlau­tere Absichten haben könnte.

Daten­schutz ist ein unbe­dingtes Muss

Der Daten­schutz ist ein weiteres Muss. Dabei geht es zum einen um die Sicher­heit der zum Online-Shop über­tragenen Daten und die Tatsache, wie der Shop-Betreiber mit gespei­cherten Kunden­daten umgeht.

Anbieter müssen gewähr­leisten, dass Kunden­daten nicht an Dritte weiter­gegeben, sondern nur für die Abwick­lung der Bestel­lung verwendet werden. Auch für die Verwen­dung der Kunden­daten für Werbe­zwecke (zum Beispiel per News­letter) muss der Online-Shop eine sepa­rate Einwil­ligung einholen. Außerdem muss der Inhaber die Daten­schutz-Grund­verord­nung beachten. Ein Blick in die AGB zeigt, ob der Anbieter sich an alle diese Vorgaben hält. Sind die Formu­lierungen in den AGB unver­ständ­lich gehalten, sollte der Inter­essent über­legen, ob er nicht lieber anderswo einkauft.

Die Daten­über­tragung zum Internet-Shop sollte grund­sätz­lich verschlüs­selt erfolgen. Ein Stan­dard­verfahren ist etwa die SSL-Verschlüs­selung (Secure Socket Layer), die nur sehr schwer zu knacken ist. Bei SSL signa­lisiert ein kleines Schloss oder ähnli­ches Symbol in der Status­leiste des Internet-Brow­sers, dass die Daten verschlüs­selt über­tragen werden, und die Adresse beginnt mit https (das "s" steht für "secure", also "sicher"). Angaben über die verwen­dete Verschlüs­selungs­technik gehören über­dies zu den Kunden­infor­mationen, die jeder Online-Shop auf seiner Webseite bereit­halten sollte.

Button-Lösung hat Vorgaben für Online-Shops verschärft

Am 1. August 2012 trat eine Geset­zesän­derung in Kraft, die die gesetz­lichen Vorgaben für die Gestal­tung von Online-Shops deut­lich präzi­siert hat. Vor dem Abschi­cken einer Online-Bestel­lung müssen dem Kunden daher die Leis­tungs­merk­male, der Preis und bei wieder­kehrenden Dienst­leis­tungen die Mindest­lauf­zeit eines Vertrags deut­lich erkennbar ange­zeigt werden. Auch muss dem Kunden der Gesamt­preis ange­zeigt werden und der Händler muss über zusätz­liche Kosten infor­mieren, die beim Kauf durch Dritte anfallen, wie Liefer­kosten einer Spedi­tion oder Steuern.

Diese Button-Lösung war vor allem gegen die soge­nannten Abo-Fallen gerichtet, bei denen Web-Surfer zum Beispiel durch den Down­load vermeint­lich kosten­loser Soft­ware kosten­pflich­tige mehr­mona­tige Verträge abschlossen. Ände­rungen bewirkt haben die neuen Vorgaben jedoch auch bei gemeinhin als seriös betrach­teten Unter­nehmen.

So wurden auch mehrere Flug­gesell­schaften dazu ange­halten, die Online-Abwick­lung des Ticket-Kaufs umzu­gestalten, da sie den Aufschlag von zusätz­lichen Gebühren und Steuern auf den Ticket­preis intrans­parent darge­stellt hatten. Und Free­mail-Anbieter können ihren Nutzern nicht mehr so einfach das Jahres-Abon­nement für ein kosten­pflich­tiges Post­fach-Upgrade nach einer kurzen Test­phase unter­schieben und dies dann auch noch als "Geburts­tags­geschenk zum Testen" verschleiern.

Güte­siegel sorgen für Verbrau­cher­schutz

Quali­täts-Zerti­fikate zeigen den Verbrau­chern, ob der Anbieter bestimmte Mindest­krite­rien einhält. Dafür haben die Verleiher den Online-Shop in der Regel einge­hend geprüft. Den Käufern bieten die Güte­siegel-Verleiher teil­weise die Rück­erstat­tung des Kauf­preises bei Problemen oder sie können als Streit­schlichter einge­schaltet werden.

Der Kunde kann in der Regel davon ausgehen, dass vom Verleiher des Siegels auch der Kunden­service und zuge­sagte Garantie-Leis­tungen des Anbie­ters unter die Lupe genommen wurden. Es schadet aber auch nicht, vor dem Online-Kauf beim Händler anzu­rufen oder eine Anfrage per E-Mail abzu­schi­cken. Auf diese Weise prüft man zugleich die Erreich­barkeit des Kunden­diensts eines Online-Shop-Betrei­bers - ein sehr wich­tiger Punkt, falls es zu Problemen bei der Liefe­rung oder mit dem Produkt selbst kommt.

Inzwi­schen schmü­cken sich auch unse­riöse Fake-Shops aller­dings gerne mit bekannten Güte­siegeln oder täuschend echt gemachten Logos, hinter denen aller­dings keine Prüf­orga­nisa­tion steht. Wer sich aufgrund der oben genannten Punkte bereits unsi­cher ist, ob der Shop seriös ist, sollte vorsichts­halber bei der Prüf­orga­nisa­tion nach­fragen, ob der betref­fende Shop dort über­haupt bekannt ist.

Was sind Fake-Shops und welche Gefahren bestehen?

Fake-Shops sind grafisch anspre­chend aufge­machte und damit täuschend echt ausse­hende Online-Shops, die genau so wie ein seriöser Shop funk­tionieren. Der Bestell­ablauf funk­tioniert wie gewohnt: Nachdem ein oder mehrere Produkte in den Waren­korb gelegt wurden, muss der Käufer seine Adresse und Zahlungs­daten angeben und den Kauf abschließen.

Dann drohen aller­dings mehrere Gefahren: Die nahe­liegendste Gefahr ist, dass der (meist im außer­euro­päischen Ausland sitzende) Shop-Betreiber über­haupt keine Ware besitzt oder verschickt, sondern einfach nur das Geld kassiert und dann unter­taucht.

Doch als weitere Gefahr droht ein Daten­dieb­stahl: Wer Name, Geburts­datum, Post­adresse, Bank­daten und E-Mail-Adresse einer arglosen Person ergau­nert hat, kann damit im Internet auf unse­riösen Seiten gefähr­liche und verbo­tene Güter bestellen oder sogar an Straf­taten teil­nehmen. Ein derar­tiger Iden­titäts­dieb­stahl wird oft erst dann bemerkt, wenn Polizei oder Ermitt­lungs­behörden bei dem ahnungs­losen Opfer zuhause vorbei­kommen, dessen Iden­tität miss­braucht wurde.

Schließ­lich kann auch die Inter­netseite des Fake-Shops selbst gefähr­lich sein: Wer im Verlauf der Bestel­lung dazu aufge­fordert wird, Soft­ware herun­terzu­laden oder der Instal­lation einer Browser-Erwei­terung zuzu­stimmen, sollte den Vorgang unver­züglich abbre­chen, die Seite verlassen und den Computer auf Schad­soft­ware unter­suchen.

Darauf müssen Sie beim Online-Shop­ping achten

Sofern man keinen persön­lichen Bera­tungs­bedarf hat, ist es durchaus bequem, im Internet einzu­kaufen. Weitere wich­tige Vorsichts­maßnahmen, die Sie beachten sollten, haben wir auf unserer Ratge­berseite zum Thema Sicher­heit beim Online-Shop­ping zusam­menge­tragen, damit Sie beim virtu­ellen Einkaufs­bummel keine böse Über­raschung erleben.

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