Geschwindigkeit

Mögliche Datenraten bei Internet via Satellit

Die Nutzer­zahlen bei Breit­band via Satellit sind bis heute überschau­bar. Dies ist nicht zuletzt auf die im Vergleich zum klas­sischen kabel­gebundenen DSL augen­scheinlich hohen Kosten zurück­zuführen.
Von Ralf Trautmann / Susanne Kirchhoff

Bild von Satelliten-Schüsseln Quelle: www.ses-astra.com Die Nutzer­zahlen bei Breit­band via Satellit sind bis heute überschau­bar. Dies ist nicht zuletzt auf die im Vergleich zum klas­sischen kabel­gebundenen DSL augen­scheinlich hohen Kosten zurück­zuführen. Für wen lohnt sich also ein solches Angebot?

Breit­band via Satellit rechnet sich finan­ziell nur in Gebieten, in denen keine anderen Breit­band-Vari­anten verfügbar sind. Doch auch hier lohnt sich der Vergleich: Wer wenig surft oder nur seine E-Mails schreibt und abruft, kann dies über eine güns­tige Prepaid-Karte via Mobil­funk güns­tiger reali­sieren. Sinn­voll ist eine Satel­liten-Alter­native dagegen vor allem bei großen Down­loads: Die Übertragungs­raten sind vergleichs­weise hoch und Flat­rates zu einem eini­ger­maßen erschwing­lichen Preis erhält­lich. Wer also zum Beispiel beruf­lich umfang­reiche Grafiken oder gar Filme auf den PC über­tragen muss, sollte eine solche Lösung in Erwä­gung ziehen.

Internet via Satellit: Auch hier dros­seln die Anbieter

Aller­dings gibt es die vom Handy bekannte Dros­selung der Geschwin­dig­keit auch bei den Satel­liten-basierten Internet-Zugängen. Bei einigen Anbie­tern und Tarifen mit "Fair-Use-Policy" ist daher nach einem gewissen Daten­volumen nur noch eine nied­rigere Daten­rate von 384 kBit/s oder weniger verfügbar.

Unge­eignet ist Breit­band per Satellit zudem für Anwen­dungen, die eine Daten­über­tra­gung mit geringer Verzö­gerung (gemessen über die soge­nannte Ping-Zeit) erfor­dern, zum Beispiel Online-Spiele: Durch die große Distanz, die die Daten von der Erde zum Satel­liten und zurück über­winden müssen, sind die Zeiten bei dieser Breit­band-Vari­ante vergleichs­weise hoch. Bild von Satelliten-Schüsseln Quelle: www.ses-astra.com

Shared Medium: Nutzer teilen sich die Band­breite

Die Unter­nehmen bewerben ihre Breit­band-per-Satellit-Ange­bote teil­weise mit Down­load­raten im zwei­stel­ligen Megabit-Bereich - aller­dings ist die Diskre­panz zwischen der theo­retisch mögli­chen und der prak­tisch erreich­baren Download­kapazität bei einem Breit­band-Zugang per Satellit beson­ders groß.

Die tatsäch­liche Geschwindig­keit wird von verschie­denen Faktoren beein­flusst: So ist zum Beispiel die Größe der Satelliten­anlage ebenso ausschlag­gebend wie das aktu­elle Wetter. Zudem ist die Kapa­zität von Satel­liten begrenzt: Die Übertragungs­leistung wird auf die Nutzer verteilt, sollten also mehrere Kunden gleich­zeitig einen Down­load anfor­dern, teilen sie sich die zur Verfü­gung stehende Band­breite.

Ein oder zwei Wege? Eine Frage des Uploads

Darstellung zu Rückkanal per Satellit Rückkanal per Satellit
Quelle: tiscali.de
Auch im Upload bieten aktu­elle Zwei-Wege-Systeme Daten­raten von bis zu mehreren MBit/s und liegen damit besser als so mancher DSL-Anschluss. Wer auf eine der verblie­benen Ein-Wege-Satel­liten-Lösungen setzt, erhält bei Nutzung des Fest­netz-Anschlusses für den Upload aller­dings deut­lich gerin­gere Daten­raten: bis zu 56 kBit/s per Modem, bei ISDN bis zu 64 kBit/s oder 128 kBit/s mit Kanal­bün­delung. Im Mobil­funk dagegen bestimmt der verwen­dete Stan­dard die Daten­rate.

Welche Technik auch immer genutzt wird: Für das Surfen im Web sind die Daten­raten in der Regel ausrei­chend. Ein Upload größerer Daten­mengen, zum Beispiel zum Synchro­nisieren mit der Cloud, ist dagegen bei den Festnetz­lösungen zeit­rau­bend und, falls keine Flat­rate genutzt wird, vor allem sehr teuer.

Ratgeber zu Internet via Satellit