Online-Werbung

Personalisierte Werbung - Benutzer­freundlich oder dreiste Spionage?

Werbung im Internet ist zuneh­mend an das indi­vidu­elle Surf-Verhalten ange­passt. Doch nicht alle Nutzer sind mit der Online-Verfol­gung einver­standen. Wir erklären, wie Sie perso­nalisierte Werbung auf Google, Face­book und Amazon aus­schalten können.
Von Melanie Spies
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Eines der Haupt­bedenken der Konsu­menten beim Thema perso­nali­sierte Werbung ist der Daten­schutz - und Google weiß um die Angst seiner Nutzer. "Wir verkaufen keine persön­lichen Daten", prangt es in Schrift­größe 60 von der eigens einge­richteten Info-Seite des Konzerns zum Thema "Wer­bung und Daten­schutz". Verkauft werden die persön­lichen Infor­mationen zwar nicht, aber für Werbe-Zwecke genutzt. Zu den Daten, die Google zur Perso­nali­sierung von Werbe­anzeigen verwendet, zählen nach eigenen Angaben Such­anfragen und Standort, zuvor auf­gerufene Websites und Apps, ange­sehene Videos und Werbung, sowie persön­liche Daten, die Nutzer frei­willig in Ihrem Google-Konto zur Verfü­gung stellen. Hierzu gehören bei­spiels­weise Alters­gruppe, Ges­chlecht oder Inte­ressen. Wer dies nicht möchte, kann die Indivi­dual-Werbung mit wenigen Klicks unter­binden.

Achtung: Auch nach der Deakti­vierung werden trotzdem weiter Anzeigen von Google einge­blendet. Sie basieren jedoch auf dem jewei­ligen Seiten­inhalt oder dem allge­meinen Standort und sind nicht mehr an Ihr indivi­duelles Surf-Verhalten ange­passt.

Perso­nali­sierte Werbung in Google ausschalten:

  1. Melden Sie sich mit Ihrem Google-Konto an
  2. Navi­gieren Sie zu Googles Einstel­lungen für Werbung
  3. Unter "Anzei­genper­sona­lisie­rung" finden Sie die Aussage "Perso­nali­sierte Werbung ist akti­viert". Stellen Sie den Schiebe­regler daneben auf "Aus".
  4. Bestä­tigen Sie die Ände­rung mit einem Klick auf "Deakti­vieren"
Personalisierte Werbung bei Google abschalten Personalisierte Werbung in der Google-Suche lässt sich abschalten
Bild: Screenshot

Deak­tivie­rung gilt nur für einen Browser

Wenn Sie während der Deakti­vierung nicht mit einem Google-Konto ange­meldet sind, gilt der Vorgang nur für das jewei­lige Gerät und den gerade verwen­deten Browser. Um die Einstel­lungen auch Browser- und Geräte-über­greifend vor­nehmen zu können, ist die Anmel­dung in Google erfor­derlich.

Auch auf dem Smart­phone schaltet Google perso­nali­sierte Werbe-Anzeigen in mobilen Apps für Android oder iPhone. Hier werden keine Cookies einge­setzt, sondern eine soge­nannte Werbe-ID. Auch sie kann jedoch manuell gelöscht werden:

Perso­nali­sierte Google-Werbung auf dem Smart­phone ausschalten:

  1. Öffnen Sie auf Ihrem Android-Gerät die "Einstel­lungen".
  2. Wählen Sie dort den Menü-Punkt "Google" aus (genaue Bezeich­nung könnte je nach Hersteller abwei­chen) und klicken Sie dann auf "Anzeigen"
  3. Schalten Sie den Schie­beregler neben "Perso­nali­sierte Werbung deak­tivieren" um.
  4. Zusätz­lich können Sie auf den Punkt "Werbe-ID zurück­setzen" klicken. So löschen Sie alle bis dahin von Google aufge­zeich­neten Such­anfragen. Das regel­mäßige Deakti­vieren der Werbe-ID ver­hindert, dass Anzeigen auf diesem Wege perso­nalisiert werden können.
  5. Auf dem iPhone oder iPad heißt der entspre­chende Punkt "Ad-ID". Wie die Werbe-ID bei Android lässt sich auch die Ad-ID über die Ein­stel­lungen zurück­setzen.

Nicht abschaltbar: Werbung in Gmail

Auch in Googles E-Mail-Dienst Gmail (zeit­weise Google Mail) wurde ange­passte Werbung geschaltet. Hierzu wertete der Konzern auto­mati­siert Keywords aus den Nach­richten im Post­eingang des Nutzers aus. Mitte 2017 hat der Konzern ange­kündigt, diese Praxis einzu­stellen. E-Mails werden jedoch nach wie vor einem auto­mati­schen Scan, zwecks Erken­nung von Spam-Nach­richten, unter­zogen.

Auch Face­book schaltet personen­bezogene Werbung. Wie Sie sie los­werden, erfahren Sie in der Schritt-für-Schritt-Anlei­tung: Persona­lisierte Werbung auf Face­book ausschalten.

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