Online-Werbung

Personalisierte Werbung - Benutzer­freundlich oder dreiste Spionage?

Werbung im Internet ist zuneh­mend an das indi­vidu­elle Surf-Verhalten ange­passt. Doch nicht alle Nutzer sind mit der Online-Verfol­gung einver­standen. Wir erklären, wie Sie perso­nalisierte Werbung auf Google, Face­book und Amazon aus­schalten können.
Von Melanie Spies
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Über­füllte Geschäfte, aufdring­liche Verkäufer und der Pull­over wieder einmal nur in der falschen Größe - so ein Einkaufs­bummel in der Stadt kann ganz schön ner­vig sein. Um dem Stress zu ent­gehen, ver­legen immer mehr Kunden ihre Shop­ping-Touren vom städ­tischen Einkaufs­zentrum an den heimi­schen PC. Es gibt jedoch eines, was das analoge Shop­ping seinem Online-Pendant voraus hat: Wer draußen einkaufen geht, wird nicht auf Schritt und Tritt in seinem Kauf­verhalten über­wacht und anschlie­ßend mit speziell auf ihn gemünzten Werbe-Ange­boten über­häuft.

Was ist perso­nali­sierte Werbung?

iPhone mit Einkaufswagen Personalisierte Online-Werbung - so werden Sie sie los
Foto: dpa
Bei perso­nali­sierter Online-Werbung passiert genau das. Mit­hilfe von Cookies, Browser- und Geräte-Identi­fizierung wird das Surf-Verhalten der Nutzer analy­siert, um Werbung aus­zuliefern, die den persön­lichen Inte­ressen entspricht. Das Ergebnis: Auf einmal erschei­nen auf schein­bar belie­bigen Web­seiten gezielt Werbe-Anzeigen, die zu zuvor betrach­teten Inhalten passen, bei­spiels­weise für Produkte, die Sie in On­line-Shops ange­sehen oder bereits gekauft haben.

Mittler­weile funk­tioniert die Online-Spio­nage auch Geräte-über­greifend. Unter­nehmen wie Draw­bridge oder Cross­wise haben sich sogar komplett darauf spezia­lisiert, Geräte bestimmten Anwen­dern zuzu­ordnen - ein lohnendes Geschäft, denn die werbe­treibenden Unter­nehmen lassen sich derlei Infor­mationen einiges kosten.

Cookies: Webseiten spei­chern Infor­mationen auf Ihrem Rechner

Cookies sind kleine Text-Dateien, mit deren Hilfe Web­seiten einen Internet-Nutzer nach sei­nem ersten Besuch wieder­erkennen können. Beim Schlie­ßen des Brow­sers werden sie auf dem Rechner ge­spei­chert, um beim nächsten Öffnen der Seite wieder auf­gerufen zu werden. So ermög­lichen sie es der Web­seite, sich an den jewei­ligen Nutzer anzu­passen und erleich­tern das Surfen im Internet, zum Bei­spiel durch auto­matisches Spei­chern von Pass­wörtern oder von Produkten im Waren­korb eines Online-Shops. Ohne Cookies müssten sämt­liche Ein­stellungen bei jedem Besuch einer Web­seite von neuem vor­genommen werden.

Werbeanzeigen für Otto und Amazon auf einer Webseite Zuvor in Online-Shops angesehene Produkte kehren als Werbe-Anzeigen zurück
Bild: teltarif.de
Für die Profi­teure der Online-Werbung erfüllen die Cookies natür­lich einen ganz anderen Zweck: Zwar spei­chern die kleinen Text-Dateien selber keine persön­lichen Daten von Nutzern, sie erlauben es aber, deren Online-Aktivi­täten über ver­schie­dene Web­seiten hinweg nachzu­vollziehen. So wissen Unter­nehmen, wonach ein Nutzer im Internet gesucht, was er ange­klickt und was er gekauft hat - und das durchaus auch über längere Zeit­räume hinweg, je nachdem wie lange die Speicher­dauer der ver­wendeten Cookies reicht. Wer wert auf Daten­schutz legt, sollte daher auf einen ver­antwortungs­bewussten Umgang mit Cookies achten.

Cookies verwalten über Präfe­renz­manager

Um die Nutzung von Cookies auf bestimmten Web­seiten zu unter­binden, können Sie diese einzeln auf­rufen und die jewei­ligen Cookie-Ein­stel­lungen anpassen. Einfa­cher ist es jedoch, auf einen Cookie-Präferenz­manager zurück­zu­greifen. Dort werden ver­schiedene Seiten auf­gelistet, sodass Nutzer bequem aus­wählen können, ob Cookies eines Anbie­ters zuge­lassen werden oder nicht.

Präfe­renz­manager:

Wer personali­sierte Online-Werbung bei Google, Face­book oder Amazon los­werden möchte, kann dies auch direkt auf den Anbieter-Seiten tun. Hier geht's zur Schritt-für-Schritt-Anlei­tung: Persona­lisierte Werbung in Google ausschalten.

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