Unterstützung

Betriebssysteme und Router mit IPv6-Unterstützung

IPv6 soll vor allem die IP-Adressknappheit im Internet lösen. Dabei wird IPv6 von immer mehr Betriebssystemen und Hardware unterstützt - wir zeigen Ihnen eine Übersicht.
Von Lars Hessling
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Zum Auftakt unserer IPv6-Ratgeber haben wir Ihnen bereit eine Einführung gegeben, weitere technische Details erörtert sowie weitere IPv6-Features vorgestellt, die über die Lösung des Problems der Adressknappheit hinausgehen. Jetzt wollen wir uns dem Thema "Passende Hard- und Software zuwenden". Gerade in einem großen technischen Gebilde wie dem Internet verfolgen die Anbieter den Grundsatz "never change a running system". Dadurch entsteht ein Henne-Ei-Problem, denn die Endkunden interes­sieren sich kaum für IPv6-kompatible Geräte, solange alle Angebote im Internet weiterhin über IPv4 erreichbar sind. Die Betreiber von Angeboten im Internet und die Provider investieren wiederum nicht, wenn es keine Kunden gibt, die IPv6-fähige Geräte betreiben.

Betriebssysteme mit IPv6-Unterstützung

Das einzige flächendeckend einsetzbare Glied in der IPv6-Kette stellen moderne Betriebssysteme dar. Nicht alle Betriebs­systeme unterstützen alle Funktionen von IPv6, selbst in Windows 7 fehlt beispielsweise ein vollständiger Mobility Support. Generell funktioniert IPv6 aber seit Jahren, spätestens seit 2003 kann man von nahezu flächen­deckender Unterstützung durch die Betriebssysteme sprechen. Die Einrichtung funktioniert nicht in allen Fällen ähnlich leicht wie bei IPv4, eine Anleitung, wie Sie IPv6 bei ihrem individuellen Betriebssystem einrichten, würde allerdings den Rahmen dieses Ratgebers sprengen. Die folgende Tabelle zeigt, welche häufig eingesetzten Betriebs­systeme IPv6 beherrschen und welche Mindest­voraussetzungen bezüglich Updates dazu nötig sind.

Betriebssystem Ab Version Bemerkungen
Windows 2000 Service Pack 2 Spezielles Update erforderlich
Windows XP Service Pack 2 Nachinstallieren erforderlich
Windows Vista Release-Version  
Windows 7 Release-Version  
Windows 8 Release-Version  
Windows 10 Release-Version  
Linux Kernel 2.2  
Mac OS X 10.2 "Jaguar"  

Router für den Heimgebrauch mit IPv6

Die AVM Fritz!Box Fon WLAN 7270Die AVM Fritz!Box Fon WLAN 7270 bekam die Unterstützung von IPv6 per Firmware-Update. Router für den Heimbedarf mit IPv6-Unterstützung gibt es heute viele, sie sind trotzdem nicht immer leicht zu finden, da die Hersteller dieses Feature nicht offensiv vermarkten. Der heimische Betrieb von IPv6 gelingt sogar auch ohne direkte IPv6-Untersützung durch den eigenen Internet-Provider. Dies funktioniert über Verfahren mit den Bezeichnungen 6to4 oder SixXS. Beide verpacken IPv6-Pakete in IPv4-Pakete und schicken diese über die eigene Internet­verbindung zu einem Router oder Server, der über IPv6 ans Internet angebunden ist. Ab dort fließen die Daten als IPv6-Pakete weiter – sofern beispielsweise die gewünschte Internetseite bereits per IPv6 erreichbar ist. Ist dies nicht der Fall, können IPv6-fähige Router in der Regel auch problemlos als IPv4-Router arbeiten, weil beide Protokolle parallel laufen können. Nutzer berichten allerdings von gelegent­lichen Problemen im gleich­zeitigen Betrieb, so dass im schlimmsten Fall bestimmte Internet­seiten nicht mehr erreichbar sind und nur die Deaktivierung von IPv6 bleibt.

Fazit: Router-Hersteller und Provider müssen nachlegen

Aktuelle Betriebs­systeme kommen problemlos mit IPv6 klar, im Grunde genommen spätestens seit 2003. Ein Großteil der aktuell neu erhältlichen Modem-Router ist IPv6-fähig, insbesondere ab der Mittelklasse aufwärts, etwa von AVM, Cisco/Linksys oder D-Link. Mit diesem Feature wird jedoch im Consumer-Bereich selten groß geworben, daher findet der interessierte Nutzer diese Info zumeist nur im technischen Datenblatt des Geräts. Für viele ältere Router stellen die Hersteller Firmware-Updates zur IPv6-Unter­stützung bereit.

Das größte Hemmnis für eine schnelle Einführung von IPv6 ist daher, dass nur wenige Angebote im Internet per IPv6 erreichbar sind. Solange dies der Fall ist, werden Internet-Provider ihre Angebote für Privatkunden kaum mit nativer IPv6-Unterstützung ausstatten. Und bis sich das wiederum ändert, werden sich Router-Hersteller beim Thema IPv6 zurückhalten. IPv6 wird aber auf jeden Fall kommen: Früher oder später werden die Technologien, mit denen die Adress­knappheit im Internet aktuell noch umgangen wird, nicht mehr zur Lösung aller Probleme ausreichen.

Weitere IPv6-Ratgeber im Überblick

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