Osten

Glasfaser: Auch alte OPAL-Netze können teilweise genutzt werden

Gerade in den östlichen Bundesländern haben viele bei Glasfaser nichts Gutes im Kopf.
Von Steffen Herget / Ralf Trautmann
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Gerade in den östlichen Bundesländern haben viele bei Glasfaser nichts Gutes im Kopf. Die in den 1990er Jahren verlegten OPAL-Glasfasernetze taugten nur für Geschwindigkeiten im Stile eines ISDN-Modems. In Dresden etwa werden jetzt einzelne Fasern der ab 1994 verlegten Leitungen für ein GPON-Netz genutzt. GPON steht für "Gigabit passive optical network" und bietet eine Geschwindigkeit von bis zu 2,5 GBit/s im Downstream, die sich allerdings auf mehrere Anschlüsse verteilt. Dabei wird anstatt im Kvz auf der Straße im Keller des Hauses ein Indoor-DSLAM installiert. Damit reduziert sich die sogenannte "Letzte Meile" auf eine sehr kurze Distanz. Im Haus wird dabei auch die bestehende Leitungstechnik genutzt, weitere Arbeiten sind nicht nötig.

Der optische Splitter im Straßenverteiler, an dem 32 oder 64 Fasern ankommen, arbeitet passiv und braucht keinerlei Strom. Das Signal wird gleichmäßig auf alle Leitungen verteilt. Das macht den Aufbau der Netzinfrastruktur vergleichsweise preiswert. Alle Teilnehmer teilen sich den 2,5 GBit/s schnellen Downstream-Kanal, in der Praxis dürften das etwa 30 Haushalte sein.

Anders als ein "normales" Netzwerk arbeitet GPON nicht asynchron, sondern synchron, die Daten fließen nach einem festgelegten Raster. Das System kann aber auch einem Teilnehmer mehrere Zeitfenster zuweisen, um die maximale Bandbreite zu erhöhen. Diese festen Zuteilungen haben den Vorteil, dass der Provider eine gewisse Bandbreite reservieren kann, um etwa für Telefonie immer genügend Kapazität zu haben, und eine entsprechende Qualität zuverlässig absichern kann.

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