Geschwindigkeit

Langsames DSL: So wird Ihre Leitung schneller

Immer wieder beschweren sich Nutzer über zu langsame DSL-Leitungen. Sind fürs Tempo wirklich nur die Anbieter zuständig? Lesen Sie hier, wie Sie Ihre Leitung selber schneller bekommen und ob SDSL, Kabel, UMTS oder Satellit eine Alternative sein können.
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Mit der Software auf Routern ist es wie mit Software auf dem klassischen PC: Es gibt Updates, und das Einspielen kann sich lohnen. Die Hersteller fixen hier Fehler und optimieren die Software, so dass dies auch die Geschwindigkeit des Internet-Zugangs betreffen kann - in positiver Weise.

Eine weitere Ursache für vermeintlich zu langsame Leitungen könnte einfach die Verwendung der falschen Hardware durch den Kunden sein. Denn gerade ältere Modems unterstützen den ADSL2+-Standard nicht. Hier ist der Kunde in der Pflicht, die Hardware an seinem Anschluss auszutauschen. In der Regel liefert der Provider seinen Kunden ein passendes Standardmodem kostenlos bei Buchung eines Anschlusses.

Doch auch an anderer Stelle kann die vom Kunden verwendete Hardware ein Problem darstellen. So kann manche Kombination von Router und Modem zu Problemen führen. Diese lassen sich auch nicht ohne weiteres umgehen - zumindest nicht, möchte man die eingesetzte Hardware weiterhin verwenden. Abhilfe schafft hier nur der Austausch der Hardware bzw. der Einsatz eines Routers, der zugleich Modem ist. Das wiederum ist aber gerade bei Anschlüssen, über die auch Internet-Fernsehen (IPTV) realisiert wird, unmöglich, da hier oftmals spezielle Modems der DSL-Anbieter verwendet werden müssen.

WLAN kann die Internetverbindung deutlich verlangsamen

USB-WLAN-Stick von AVMUSB-WLAN-Sticks können alte Laptops um schnelles WLAN erweitern. Eine weitere mögliche Speed-Bremse ist die Verwendung von WLAN. Nicht immer bringt die drahtlose Übertragung der Daten vom Router zum Rechner die volle Geschwindigkeit. Insbesondere dann, wenn noch ältere Endgeräte verwendet werden, stößt der Nutzer mit WLAN schnell an seine Grenzen. Der vor vielen Jahren gängige Standard 802.11b hat einen Netto-Datendurchsatz von 5 bis 6 MBit/s. Wer also eine 16-MBit/s-Leitung mit einem 802.11b-WLAN-Zugang nutzt, der verschenkt fast zwei Drittel der Kapazität seines Anschlusses. Abhilfe schaffen hier neuere WLAN-Standards.

WLAN nach 802.11g bietet in der Praxis immerhin schon eine Datenrate von bis zu rund 20 MBit/s - für DSL-Anschlüsse ausreichend, für VDSL zu langsam. Doch auch wenn die Geschwindigkeit theoretisch ausreicht, kann es Probleme geben - und zwar dann, wenn mehrere Nachbarn den gleichen WLAN-Kanal nutzen. Viele Router sind werksseitig auf Kanal 6 eingestellt. Hier kann es zu Datenkollisionen kommen und die effektive Bandbreite nimmt ab. Mögliche Lösung: Ein LAN-Kabel bzw. - falls möglich - der Wechsel auf einen freien WLAN-Kanal. Alternativ kann auch der Standard 802.11n verwendet werden. Hier wird im Dualmode auch der fast noch ungenutzte 5-GHz-Bereich verwendet. Um die neuen WLAN-Standards zu nutzen, müssen die Kunden keine neuen Rechner kaufen. Im Handel sind USB-WLAN-Adapter für die entsprechenden Standards erhältlich. Voraussetzung hier ist jedoch, dass der verwendete Router die Standards unterstützt.

Dann ist auch noch die Standort-Wahl für den WLAN-Router entscheidend: Es lohnt sich, verschiedene Positionen in der Wohnung auszuprobieren und im Zweifel auch die Antennenausrichtung zu verändern.

Mehrere Nutzer und IPTV können Geschwindigkeits-Einbußen bedeuten

Weitere Speedeinbußen können recht banal sein: Surfen mehrere Nutzer über die gleiche Leitung, beispielsweise in einer WG oder weil das WLAN nicht verschlüsselt ist (übrigens sowieso nicht ratsam), so geht die Kapazität pro Nutzer zu Stoßzeiten in die Knie. Auch kann es vorkommen, dass im DSL-Router entsprechende Begrenzungen pro Nutzer vorgesehen sind. Ferner bieten einige Router, die beispielsweise bei IPTV verwendet werden, sogenannte Quality-of-Service-(QoS)-Features. Sie reservieren beispielsweise für den angeschlossenen Fernseher eine gewisse Bandbreite damit das TV-Signal problemlos ankommt. Je nach Anbieter wird diese Bandbreite von mehreren Megabits pro Sekunde von der nominal geschalteten Kapazität abgezogen.

Fazit: Langsames DSL kann viele Ursachen haben - aber es gibt Lösungen

Es ist verständlich: Wer für "bis zu 16 MBit/s" zahlt, möchte diese auch geliefert bekommen. Technisch sind die DSL-Anbieter jedoch oftmals nicht dazu in der Lage - vor allem dann, wenn die Anschlüsse nicht gerade in Ballungszentren liegen. Wie erwähnt, gibt es jedoch auch zahlreiche Gründe, warum die DSL-Leitung nur augenscheinlich zu langsam ist, der Kunde also den Fehler in den eigenen vier Wänden suchen muss.

Übrigens: Zu DSL gibt es auch Alternativen: Eventuell surfen Sie mit einem Kabelanschluss schneller.

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