Meine Daten gehören mir

Viele Möglichkeiten: Die eigene Cloud im Heim-Netzwerk

Es muss nicht immer Dropbox sein: Wer von überall auf seine Daten zugreifen möchte, kann auch eine private Spei­cher­lösung in Betracht ziehen. Wir verraten, was Sie für ihre eigene, private Cloud beachten müssen.
Von Dennis Knake /

Um jetzt nicht nur intern, sondern auch von unter­wegs jeder­zeit Zugriff auf meine private eigene Cloud zu haben, muss das NAS-System von außen erreichbar sein. Jedes Netz­werk­gerät im Heim­netz verfügt über eine eigene, private IP-Adresse. Meist beginnt diese mit 192.168.x.x.. Über diese privaten Adressen sind die Geräte inner­halb der eigenen vier Wände klar zu iden­tifi­zieren und anzu­spre­chen.

Bei der Verbin­dung mit dem Internet erhält der Router eine vom Provider zuge­wiesene öffent­liche IP-Adresse. Meist ist das eine aus einem Pool verge­bene, zufäl­lige Adresse, die nach einer Tren­nung der Inter­netver­bindung neu vergeben wird. Das geschieht bei den meisten DSL-Anbie­tern alle 24 Stunden einmal.

Um nun also von außen auf den eigenen Cloud-Spei­cher zu Hause zugreifen zu können, müssen zwei Dinge bekannt sein: Die aktu­elle öffent­liche IP-Adresse des eigenen Internet-Routers und die interne IP-Adresse des NAS-Systems. Screenshot FritzBox Admin-Oberfläche Um den eigenen Cloudserver auch von Unterwegs stets zu erreichen, wird ein dynamischer DNS-Dienst benötigt, der die wechselnden IP-Adressen privater Internetanbieter mit einer statischen Webadresse verbindet. Viele Router ermöglichen heute bereits automatisches Anmelden bei führenden Diensten.
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Im Router selbst wird fest­gelegt, welche Anfragen von außen auf welches Gerät intern weiter­gegeben werden. Das NAS-System muss also im Router so konfi­guriert sein, dass von außen kommenden Netz­werk-Anfragen intern auch richtig weiter­geleitet werden. Das erfolgt in der Regel mit soge­nannten Port­frei­gaben, dem Port­forwar­ding. Je nach verwen­detem System müssen also die von außen kommenden Anfragen auf die entspre­chenden internen Adressen für das rich­tige Gerät weiter­geleitet werden. Etwas sicherer, aber aufwen­diger zu konfi­gurieren ist der Zugriff über einen VPN-Tunnel auf das eigene NAS-System. Ist das VPN aber erst einmal gestartet, lässt sich der Spei­cher aufrufen, als sei man zu Hause im eigenen Netz­werk unter­wegs.

Bleibt die Frage, woher man stets die aktu­elle IP-Adresse des eigenen Internet-Anschlusses kennt. Ein Beispiel mit einem MyFritz-Konto wurde bereits eingangs erwähnt. Der Router meldet sich nach der Verbin­dung mit dem Internet bei dem MyFritz-Konto an und hinter­legt die aktu­elle IP-Adresse, die dort mit einer stati­schen, also immer­währenden Webadresse verbunden wird. Ruft man nun diese Webadresse auf, kommt man stets über die korrekte aktu­elle IP-Adresse „nach Hause“.

Genauso funk­tioniert das auch mit anderen Anbie­tern wie etwa dyndns.org, dnydnsfree.de, AnyDNS und andere. Hier legt man sich einmalig ein Benut­zerkonto mit einer eigenen Webadresse an. Im Router werden die Zugangs­daten dann einmalig hinter­legt. Meldet sich der Router dann am Internet neu an, wird die aktu­elle IP-Adresse über­tragen und man erreicht sein zu Hause stets über die persön­liche Webadresse des Anbie­ters.

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