Meine Daten gehören mir

Viele Möglichkeiten: Die eigene Cloud im Heim-Netzwerk

Es muss nicht immer Dropbox sein: Wer von überall auf seine Daten zugreifen möchte, kann auch eine private Spei­cher­lösung in Betracht ziehen. Wir verraten, was Sie für ihre eigene, private Cloud beachten müssen.
Von Dennis Knake /

Wer flexibel sein möchte und sich ohnehin ungern auf fertige Herstel­lerlö­sungen fest­legen will, greift zur Marke Eigenbau. Mit einem Raspberry-Pi und kosten­loser Open-Source-Soft­ware für die Verwal­tung eines NAS lässt sich auch ein biss­chen Geld sparen.

Wichtig ist hier zunächst die Wahl des rich­tigen Raspi Modells. Für eine vernünf­tige Perfor­mance empfiehlt sich der Einsatz neuerer Modelle, am besten der Pi 4, mindes­tens aber Pi 3B. Zwar ist auch der Pi2 im Einzel­fall noch zu gebrau­chen, dann aber mit Geschwin­digkeits­einbußen. Also lieber 30 bis 50 Euro für ein aktu­elles Modell inves­tieren. Für das Betriebs­system ist noch eine SD-Karte nötig. Am einfachsten ist der Kauf eines Raspi-Star­terkits mit Netz­teil, SD-Karte, etc. Collage Produktfotos Mit dem Raspberry Pi gelingt ein individuelles NAS-System Marke Eigenbau. Es ist sehr flexibel, wird aber ab einer bestimmten Größe teurer als ein fertiges NAS-System und verbraucht dann auch mehr Strom.
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Als Daten­spei­cher können nun USB-Sticks aber natür­lich auch Fest­platten (SSD oder herkömm­lich) via USB-Anschluss direkt an den Raspberry ange­schlossen werden. Es ist aber für ein NAS nicht beson­ders elegant, die Spei­cher­medien einzeln an die Raspi-Platine zu klemmen. Auch sollte das Netz­teil des Raspberry dann entspre­chend dimen­sioniert sein, also mindestes 10W, besser 15W. Besser ist es, Fest­platten mit eigener Strom­versor­gung zu verwenden.

Wer es also etwas profes­sioneller mag, gibt nochmal rund 60 Euro für ein externes Fest­plat­tenge­häuse mit RAID-System zur Spei­cher­verwal­tung aus. Hier gibt es Modelle beispiels­weise von Icy Box, Fantec, Shar­koon, Terra­master oder ähnliche. Die Gehäuse verfügen über eine eigene Strom­versor­gung und werden dann mit zwei oder mehr internen Fest­platten bestückt und via USB 3.0 an den Raspi ange­schlossen. Auch schadet es nicht, dem Raspi selbst ein kleines Gehäuse zu verpassen.

Passende Soft­ware als Open Source

Um das NAS-System zu betreiben bedarf es noch einer passenden Soft­ware. Hier haben sich im Open-Source Bereich die Systeme „ownCloud“ und „NextCloud“ etabliert. NextCloud ist dabei eine von ownCloud abge­spal­tene Weiter­entwick­lung, beide Produkte ähneln sich also stark mit einigen Unter­schieden eher im Bereich Lizenz­politik und Zusatz­features.

Die Soft­ware stellt dabei nicht nur den Zugriff auf den privaten Cloud-Spei­cher im Netz­werk sicher, sondern synchro­nisiert die Daten auf Wunsch auch mit den lokalen Clients. Ähnlich wie man es von Dropbox oder Google gewohnt ist. Für knapp einen Euro extra gibt es zudem passende Apps für Android oder iPhone. Die beiden Lösungen sind schon recht umfang­reich und eignen sich auch für den profes­sionellen Einsatz.

Wem das alles schon zu sehr nach „mit Kanonen auf Spatzen schießen“ klingt, der kann auch zu „OpenMediaVault“ greifen. Eine eben­falls beliebte freie Soft­ware zur Spei­cher­verwal­tung im NAS. Screenshot ownCloud Webseite Die richtige Software sorgt für den perfekten Zugriff auf die Daten. onwCloud oder NextCloud unterstützen dabei die Datensynchronisation und haben auch passende Apps für Android und iOS.
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Ein NAS-System mit einem Raspberry Pi zu bauen, ist aller­dings preis­lich und vom Strom­verbrauch nur dann zu empfehlen, wenn es um klei­nere Instal­lationen geht. Etwa zur Verwal­tung von Doku­menten oder Musik auf ange­schlos­senen USB-Sticks oder SSD-Fest­platten. Größere Systeme mit mehreren Fest­platten benö­tigen eine eigene Strom­versor­gung. Da ist man dann mit allen Kompo­nenten schnell über dem Strom­verbrauch fertiger NAS-Systeme und auch preis­lich nicht mehr besser­gestellt.

Die nächste Frage, die es zu klären gilt: Will man viel Spei­cher­platz für seine Daten oder sollen die Daten beson­ders sicher gespei­chert werden. Welche RAID-Konfi­gura­tion sollte daher fürs NAS gewählt werden?

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