DSL-Alternativen

Auch ohne DSL: So kommt man schnell ins Internet

Der schnelle Zugang zum Internet ist nicht nur per (V)DSL möglich: Auch über TV-Kabel, Satellit oder Mobil­funk via LTE und 5G geht es per Breit­band-Anschluss ins Netz. Wir liefern die Details zu den Tech­nolo­gien.

TV-Kabel-Internet-Anschluss als DSL-Alternative TV-Kabel-Internet-Anschluss als DSL-Alternative
Foto: Kabel Deutschland
Der DSL-Anschluss ist hier­zulande die erste Wahl, wenn es um schnelles Surfen zu Hause geht. Durch den vermehrten Ausbau von VDSL und VDSL-Vecto­ring sind Breit­band-Anschlüsse in zahl­reichen Regionen Deutsch­lands zu einem erschwing­lichen Preis erhält­lich.

Doch leider ist (V)DSL nach wie vor für viele Haus­halte schlichtweg nicht oder nur mit nied­rigen Daten­raten von unter 16 MBit/s verfügbar - und beim Ausbau von Glas­faser-Anschlüssen bis direkt ins Haus liegt Deutsch­land noch weit zurück.

Außerdem hat sich bei vielen Internet-Kunden die Lebens­wirk­lich­keit geän­dert: Sie pendeln nicht mehr nur zwischen Zuhause und Arbeit, sondern müssen unter­wegs an vielen Stellen Deutsch­lands arbeiten und benö­tigen dafür einen stabilen, aber flexi­blen Internet-Zugang mit hoher Geschwin­digkeit.

teltarif.de hat für Sie darum einen Über­blick über Internet-Zugänge als Alter­native zu (V)DSL zusam­menge­stellt. TV-Kabel-Internet-Anschluss als DSL-Alternative TV-Kabel-Internet-Anschluss als DSL-Alternative
Foto: Kabel Deutschland

Internet über TV-Kabel

In vielen Regionen Deutsch­lands können die TV-Kabel­netz­betreiber inzwi­schen Internet-Anschlüsse bieten, die typi­sche (V)DSL-Geschwin­digkeiten bei Weitem über­treffen. Insbe­sondere im Down­stream sind über TV-Kabel-Internet-Anschlüsse inzwi­schen bis zu 1 GBit/s möglich, der Upstream ist aller­dings stets deut­lich nied­riger. Wo solche Geschwin­digkeiten nicht zur Verfü­gung stehen, sind trotzdem meist Daten­raten von mindes­tens 100 oder 200 MBit/s möglich.

Wer sich für Triple-Play inter­essiert, also Pakete aus Internet, Telefon und TV, ist bei den Kabel­anbie­tern natur­gemäß eben­falls richtig - die Fern­sehüber­tragung ist schließ­lich deren Kern­geschäft. Ein Blick auf die Ange­bote lohnt sich in jedem Fall - wir haben ausge­wählte Offerten auf unserer TV-Kabel-Tarif-Seite für Sie zusam­menge­stellt.

Das einzige Problem bei den TV-Kabel-Internet-Anbie­tern ist die fehlende Konkur­renz, bezie­hungs­weise das Monopol in einer Region: Am Kabel-Anschluss kann immer nur ein Anbieter aktiv sein. Gerade in Miets­häusern entscheidet immer der Eigen­tümer über den Kabel-Netz­betreiber - manchmal über die Köpfe der Mieter hinweg. Ande­rerseits gibt es bei den Kabel-Internet-Anbie­tern - vergli­chen mit (V)DSL - immer einen höheren Down­stream zum selben Preis, inzwi­schen gibt es sogar echte Discounter-Ange­bote in Kabel-Netzen. Ein LTE-Router als DSL-Ersatz Ein LTE-Router als DSL-Ersatz
Bild: AVM

Statt (V)DSL und Kabel: Breit­band-Internet per LTE, 5G und Hybrid

Doch neben DSL und TV-Kabel gibt es weitere Lösungen für den Zugang zu schnellem Internet - via Mobil­funk. Dank LTE und 5G kommt heute High­speed-Internet mit mehreren hundert Megabit pro Sekunde (bei LTE) bis hin zu 1 GBit/s (bei 5G) in viele Regionen, in denen es vorher keinerlei breit­bandige Versor­gung gab. Vor- und Nach­teile der Mobil­funk-Lösungen erfahren Sie in unserem Ratgeber zu LTE und 5G als DSL-Alter­native. Grund­sätz­lich sind tech­nisch und tarif­lich drei Anschluss­arten zu unter­scheiden.

LTE-Zuhause-Tarife: Diese stellen für die Breit­band-Versor­gung zu Hause einen LTE- oder 5G-Zugang bereit, meist in Verbin­dung mit einem statio­nären Mobil­funk-Router ohne Akku, der an der Steck­dose betrieben wird. Manche dieser Router können Anschlüsse für eine Außen­antenne haben. In unserer Tarif­über­sicht der LTE-Zuhause-Tarife ist aller­dings ersicht­lich, dass einige der Tarife nur an einer zuvor fest­gelegten Adresse benutzt und nicht auf Reisen mitge­nommen werden dürfen. LTE-Zuhause-Tarife bieten in der Regel zwar deut­lich mehr Inklusiv-Volumen als mobile LTE-Tarife, die meisten Tarife werden aber nach wie vor nach Errei­chen eines gewissen Daten­volu­mens pro Monat gedros­selt.

Mobile LTE-Tarife mit unli­mitierter Flat­rate: Von einem echten (V)DSL-Ersatz kann man bei einem mobilen LTE- oder 5G-Tarif nur spre­chen, wenn er mindes­tens 30 GB Daten­volumen monat­lich bietet (was für eine Familie oder WG kaum reichen dürfte). Diese Tarife können im Smart­phone, Tablet oder einem mobilen Hotspot mit Akku verwendet werden. Preis­lich kommt man dann aller­dings bald in einen Bereich, in dem sich mögli­cher­weise ein mobiler Internet-Tarif mit völlig unli­mitierter Flat­rate lohnt. Der Vorteil dieser Tarife ist, dass sie deutsch­land­weit bei entspre­chender Netz­verfüg­barkeit ohne Einschrän­kung nutzbar sind und sogar noch ein gewisses Daten­volumen im EU-Roaming bieten.

Telekom Hybrid-Anschluss: In Gegenden, wo die Telekom mit dem VDSL(-Vecto­ring) oder FTTH/FTTB-Glas­faser­ausbau noch nicht weit gekommen ist, bietet sie mit dem Hybrid-Anschluss einen (V)DSL-Anschluss an, der durch fall­weises Zuschalten von LTE ergänzt wird. Reali­siert wird dies über einen spezi­ellen Hybrid-Router für den Tele­fonan­schluss, in dem eine SIM-Karte steckt. Selbst wenn der Tele­fonan­schluss nur 16 oder 25 MBit/s bieten sollte, surft der Kunde dann per LTE mit bis zu 100 MBit/s im Mobil­funk­netz der Telekom, die "Last­vertei­lung" regelt der spezi­elle Hybrid-Router auto­matisch. Es handelt sich also um eine tech­nisch und tarif­lich eigen­stän­dige Lösung, die nicht damit zu verglei­chen ist, wenn jemand in einen DSL-Router mit SIM-Karten-Slot einen mobilen Daten­vertrag als DSL-Ausfall-Schutz steckt. Auch ohne DSL: So kommt man schnell ins Internet Auch ohne DSL: So kommt man schnell ins Internet
Fotos: Filiago/teltarif.de, Montage: teltarif.de

Nur noch selten notwendig: Internet per Satellit

Wer in einem Gebiet wohnt, in dem kein DSL, kein TV-Kabel-Internet und kein Glas­faser-Anschluss verfügbar ist und dann auch noch das Mobil­funk­netz nur nied­rige Daten­raten oder eine schlechte Verbin­dungs­qualität bietet, für den kommt eine weitere Lösung in Betracht: Per Satellit kann quasi überall eine Verbin­dung zum Internet reali­siert werden, wenn die Sicht zum Satel­liten nicht verdeckt ist.

Ein Knack­punkt sind hier aller­dings die mögli­cher­weise hohen Anschaf­fungs­kosten beim Einstieg. Zudem muss der Haus­eigen­tümer erlauben, am Haus eine Satel­liten­schüssel zu montieren - was insbe­sondere bei Miets­häusern meist nicht möglich ist. Auch diese Alter­native haben wir näher beleuchtet - alle Details finden Sie im Ratgeber zu Internet via Satellit als Breit­band-Alter­native. Dort zeigen wir Ihnen auch, was es mit der Tech­nologie WiMAX auf sich hat - die hier­zulande weit­gehend geschei­tert ist.

Ratgeber zu DSL-Alter­nativen