Satellit und WiMAX

DSL-Alternativen: Schnelles Internet via Satellit und WiMAX

Nicht überall ist (V)DSL verfügbar - gerade für solche Regionen ist mögli­cher­weise ein Internet-Zugang per Satellit inter­essant, da er quasi an jedem Ort nutzbar ist.
Von Ralf Trautmann / Susanne Kirchhoff /

DSL-Alternativen: Schnelles Internet via Satellit und WiMAX DSL-Alternativen: Schnelles Internet via Satellit und WiMAX
Bild: teltarif.de
An manchem Ort in Deutsch­land stehen für den Breit­band-Zugang weder DSL noch Alter­nativen wie Kabel oder Alter­nativen wie Mobil­funk zur Verfü­gung. Wir wollen Ihnen daher zeigen, wie Sie an nahezu jedem Ort per Satellit in den Genuss schnellen Inter­nets kommen.

Zudem zeigen wir Ihnen, was aus WiMAX wurde - die Funk­technik sollte einst Gegenden ohne DSL-Ausbau mit Breit­band versorgen.

Internet via Satellit: Quasi immer verfügbar

Der Inter­netzu­gang per Satellit ist die einzige Lösung, die tatsäch­lich quasi überall funk­tioniert. Einzige Ausnahme: Es gibt keine freie Sicht zum Satel­liten. Neben der Wetter-Abhän­gigkeit der Über­tragungs­qualität sind die hohen Kosten ein weiterer Nach­teil dieser Anschluss-Technik. Außerdem ist nicht überall die Montage einer Satel­liten-Schüssel erlaubt - beispiels­weise an einem Miets­haus.

Hohe Anschluss­kosten und Fair-Use-Policy

Vor- und Nach­teile
  • + überall verfügbar
  • + schnelles Internet
  • + güns­tige Grund­preise möglich
  • – wetter­abhängig
  • – Schüssel nicht überall erlaubt
  • – hohe Einstiegs­kosten
  • – Dros­selung / Fair-Use-Policy
  • – großes High­speed-Volumen teuer
Es gibt zwar Tarife für Satel­liten-Internet, deren monat­liche Grund­kosten mit denen eines DSL- oder TV-Kabel-Tarifs vergleichbar sind, jedoch steht dem Kunden bei diesen nur ein geringes High­speed-Volumen zwischen 2 und 10 GB zur Verfü­gung. Ähnlich wie bei Handy-Tarifen wird auch bei Internet-Flat­rates über Satellit die Geschwin­digkeit nach einem gewissen monat­lich über­tragenen Daten­volumen gedros­selt. Wie genau die Dros­selung umge­setzt wird, unter­scheidet sich aber zwischen den Anbie­tern: Einige setzen eine feste Ober­grenze, andere geben eine vage "Fair-Use-Policy" vor. Die Geschwin­digkeiten, auf welche gedros­selt wird, unter­scheiden sich eben­falls je nach Anbieter von 56 bis zu 384 kBit/s.

Eben­falls relativ hoch sind die Einstiegs­kosten für Hard­ware und Instal­lation. Jeder Anbieter stellt dem Kunden seine eigene Hard­ware zur Verfü­gung, dazu gehören eine Satel­liten-Schüssel und ein spezi­elles Modem. Dafür zahlt der Kunde einen Anschluss­preis zwischen 80 und knapp 500 Euro. Darin ist häufig auch die Montage der Satel­liten-Schlüssel enthalten. Eine Über­sicht der aktu­ellen Ange­bote finden Sie in unserem Ratgeber zu Tarifen für Internet via Satellit und mit dem Internet-Tarif­vergleich.

Rück­kanal via Satellit sorgt für schnellen Upstream

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Bild: teltarif.de
Positiv ist die Entwick­lung, dass heute die meisten Anbieter auch den Rück­kanal via Satellit reali­sieren, sodass auch im Upstream Daten­raten von mehreren MBit/s möglich sind. Zuvor kam haupt­säch­lich die Tele­fonlei­tung für den Rück­kanal zum Einsatz, wodurch nur Modem- oder ISDN-Geschwin­digkeit für den Upstream zur Verfü­gung stand und zudem zusätz­liche Kosten verur­sacht wurden.

Betrachtet man alle Vor- und Nach­teile, ist Internet via Satellit nicht konkurrenz­fähig zu DSL- und Kabel-Ange­boten und somit eine Nischen­lösung für Nutzer, die keine andere Breit­band-Technik einsetzen können. Mehr Infos rund um Satel­liten-Lösungen und die Technik finden Sie in unserem Ratgeber zu Internet via Satellit.

WiMAX als Technik für Internet-Anschlüsse geschei­tert

Auch WiMAX versprach eine Breit­band-Versor­gung via Funk. Frequenzen für die WiMAX-Nutzung wurden in Deutsch­land im Jahr 2006 verstei­gert, doch zu einem spür­baren WiMAX-Ausbau kam es hier­zulande nicht. So war Internet über WiMAX in wenigen Gegenden verfügbar. Dies ist nicht zuletzt auf die harte Konkur­renz durch den klas­sischen Mobil­funk zurück­zuführen.

Mit LTE stand bereits eine neue Mobil­funk-Genera­tion in den Start­löchern, als die WiMAX-Frequenzen in Deutsch­land verstei­gert wurden. LTE versprach dabei nicht nur hohe Daten­raten, sondern gleich­zeitig auch Fall­back-Möglich­keiten: War LTE nicht vorhanden, konnte UMTS genutzt werden. Inzwi­schen ist der LTE-Nach­folger 5G gestartet. WiMAX kam also nie richtig auf die Beine - und so gut wie alle WiMAX-Anbieter haben sich mitt­lerweile wieder aus dem Geschäft zurück­gezogen.

Ratgeber zu DSL-Alter­nativen