Backbone

Trafficmanagement bei Internet-Backbones

Über die "Letzte Meile" wird die Telefondose des Endkunden mit der Vermittlungsstelle verbunden. Von dort aus erfolgt dann die Verbindung ins Internet. In der Diskussion steht das Trafficmanagement, bei dem die Backbone-Betreiber bestimmte Datenströme gegenüber anderen priorisiert behandeln.
Von Björn Brodersen /
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Auf der ersten Seite unseres Ratgebers zu Backbones haben wir Ihnen bereits gezeigt, was ein Backbone ist und wie er funktioniert - jetzt zeigen wir Ihnen, was es mit dem so genannten Traffic-Management im Backbone auf sich hat.

Neben dem Ausbaugrad des Netzes spielt nämlich das Trafficmanagement im Backbone eine große Rolle für die Qualität der Datenübertragung. Kunden, die durch intensives Filesharing oder die Nutzung von Video-Portalen wie Youtube hohe Downloadraten verursachen, wissen, dass die Nutzung des Internetzugangs bei intensiver Auslastung von manchen Serviceprovidern eingeschränkt wird. Die technische Umsetzung entsprechender Maßnahmen erfolgt im Backbone. Grund für die Beschränkung des Datenverkehrs sind oft begrenzte Kapazitäten billigerer Anbieter.

Unterschiede zwischen Backbone-Betreibern spürbar

Backbones Foto: Arcor Um die Kunden mit möglichst niedrigen Tarifen zu locken, wird die pro Kunde bereit gestellte Bandbreite möglichst knapp kalkuliert. Eine Priorisierung bestimmter Datenströme kann jedoch auch im Interesse der Nutzer sein. So gab der Betreiber Broadnet, der dann an QSC ging, seinerzeit an, unterschiedliche Priorisierungen innerhalb des Backbones vorzunehmen, insbesondere die Priorisierung von VoIP-Datenverkehr. Allerdings ist auch das nur notwendig, wenn die zur Verfügung stehende Bandbreiten-Kapazität begrenzt ist. Jedoch nicht alle Carrier bieten den ISP diese Dienste an.

Die Unterschiede zwischen den Backbones der einzelnen Betreiber sind teilweise spürbar. Auf jeden Fall wirkt sich der Ausbauzustand, also die Dichte des Netzes aus Glasfaserkabeln und Austauschpunkten, auf die Qualität des Datenverkehrs aus. Jedoch wird nur der Nutzer Unterschiede feststellen, der die Grenze der Belastbarkeit seines Internetanschlusses austestet, sei es durch ständig hohe Downloadraten oder durch Anwendungen wie Netzwerk-Spiele, die kurze Pingzeiten erfordern. Wer den Internetzugang nur für Standard-Applikationen wie E-Mail-Dienste oder zum Surfen im Netz nutzt, dem werden die Unterschiede kaum auffallen. Legt man Wert auf einen nicht durch Trafficmanagement manipulierten Flatrate-Zugang, empfiehlt es sich, nach dem vom Provider genutzten Backbone zu fragen.

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