Eigentlich ganz einfach

Das TV-Gerät mit dem Internet verbinden - daran hapert es bei den Nutzern

Jeder vierte Fernseher in deutschen Haushalten ist inzwischen ein Smart-TV. Aber: Fast 80 Prozent der internetfähigen Geräte sind nicht mit dem Web verbunden. Dabei ist es recht einfach, das TV-Gerät mit dem Internet zu koppeln.
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Das TV-Gerät mit dem Internet verbindenSmart-TV hat's schwer Die Anbieter von Smart-TV-Portalen haben nach wie vor ein Problem: Obwohl immer mehr Fernsehzuschauer ihr TV-Gerät mit dem Internet verbinden und damit Zugriff auf zahlreiche attraktive Zusatzinhalte bekommen könnten, nutzt ein großer Teil diese Möglichkeit nicht aus. Vielen ist der Web-Zugriff über den Fernseher noch immer zu kompliziert, ergab eine neue Studie des Medienunternehmens Tomorrow Focus Media. Trotz der wachsenden Verbreitung von Smart-TVs schöpft eine deutliche Mehrheit deren Potenzial noch längst nicht aus. So gaben fast 80 Prozent der Smart-TV-Besitzer an, dass sie die Internet-Funktion ihres Gerätes gar nicht nutzen. Und das obwohl inzwischen ein Viertel der Befragten ein Smart-TV besitzt.

Neben fehlendem Interesse an Internetdiensten (58,1 Prozent) sind vor allem fehlendes Know-How bei der Benutzung (35,6 Prozent) sowie die komplizierte Bedienung (33,5 Prozent) die größten Hemmnisse. Viele (38,5 Prozent der Nichtnutzer) lehnen es zudem aus Sicherheitsgründen ab, ihren Fernseher mit dem Internet zu verbinden. Hintergrund dürften Berichte sein, wonach die Gerätehersteller auf diesem Weg ihre User ausspähen würden.

Verbindung mit dem Internet häufig schon bei Erstinstallation

Doch ist es tatsächlich so kompliziert, ein Smart-TV mit dem Internet zu verbinden? Eigentlich nicht. Häufig hilft ein Installationsassistent bereits bei der Erstinbetriebnahme und fragt nach dem Schlüssel des WLAN-Netzes. Gibt der User diesen korrekt ein, braucht man in der Regel nur mit der Fernbedienung ins Hauptmenü gehen und das Smart-TV-Portal starten. Viele Geräte haben sogar eine One-Click-Funktion auf der Fernbedienung angebracht. Mit nur einem Klick lässt sich das Internetportal starten. Bei Fernsehern, die nach dem Smart-TV-Standard HbbTV arbeiten, reicht auch ein Tastendruck auf die "Red Button"-Taste (eine entsprechend gekennzeichnete rote Taste auf der Fernbedienung) aus, um internetbasierte Zusatzdienste des gerade laufenden TV-Programms zu erreichen.

Ein weiteres Problem dürfte sein, dass viele gar nicht wissen, dass sie ein Smart-TV-taugliches Gerät zu Hause haben und dieses mit dem Internet verbinden könnten. Neben vielen LCD- und LED-TV-Modellen besitzen auch zahlreiche andere Endgeräte, etwa Blu-ray-Player oder Spielekonsolen, Zugang zu Internetportalen. Um festzustellen, ob das eigene Gerät Smart-TV-fähig ist, ist es lediglich nötig, ins Hauptmenü des Gerätes zu gehen. Hier verweisen Menüpunkte wie "NetTV", "Internet", "HybridTV" oder ähnliche Bezeichnungen darauf, dass es möglich ist, mit dem Gerät auch Internetdienste aufzurufen. Alternativ helfen ein Blick in die Bedienungsanleitung des Gerätes oder eine Recherche im Internet.

Attraktive Inhalte

Doch welche Inhalte gibt es eigentlich? Smart-TV-Anwendungen sind vergleichbar mit Apps, die man aus den jeweiligen Stores auf Smartphones oder Tablets laden kann. Jeder Smart-TV-Portal-Besitzer hat eine eigene App-Galerie mit unterschiedlichsten Inhalten. Das können weitere TV-Programme sein, die nicht via Kabel, Satellit oder DVB-T übertragen werden und per Internet gestreamt werden. Oder aber ein Zugang zu den wichtigsten Mediatheken, etwa von ARD und ZDF. Auch Videoportale wie YouTube, Vimeo oder Film-Abrufdienste wie Maxdome sind mit Apps auf Smart-TV-Portalen vertreten. Hinzu kommen Applikationen von bekannten Printmedien wie Bild, Kicker oder Focus sowie diverse Musikdienste wie Putpat oder Spotify.

Auch der Zugang zu sozialen Netzwerken wie Facebook oder zum Kurznachrichtendienst Twitter ist möglich. Visuelles Internetradio mit mehr als 20 000 Radiosendern gibt es von Diensten wie TuneIn oder radio.de. Und last but not least ist auch ein Browser zum freien Surfen am heimischen TV-Bildschirm vorhanden. Die Navigation ist entweder mit der Fernbedienung oder - bequemer - mit Funktastaturen möglich, die meist jedoch nicht zum Lieferumfang gehören.

Bleibt das Problem des Persönlichkeitsschutzes. Berichte, wonach die Gerätehersteller ihre Kunden ausspähen, tragen sicherlich nicht unbedingt positiv zu einer größeren Nutzungsrate von Internetdiensten bei. Vielleicht sind mehr Transparenz seitens der Hersteller und eine Selbstverpflichtung, die Privatsphäre der User zu wahren, mögliche Schritte. Kontrollieren lässt sich dies freilich nicht.

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