Hybrid-TV

61 Prozent der Smart-TVs in Deutschland sind mit dem Internet verbunden

Die gfu-Studie zur TV-Nutzung zeigt, dass inzwischen mehr Zuschauer ihre Smart-TVs auch tatsächlich mit dem Internet verbinden. Trotzdem bestehen noch große Vorbehalte. Viele befürchten nach wie vor einen Eingriff in ihre Privatsphäre.
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Trotz immer noch bestehender Vorbehalte verbinden immer mehr Fernsehzuschauer ihre Smart-TVs auch tatsächlich mit dem Internet. Das ist das Ergebnis der europaweiten Studie, die im Auftrag der Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommuni­kations­elektronik (gfu) im Mai dieses Jahres vom Markt­forschungs­unter­nehmen "Value_A Marketing Intelligence" durch­ge­führt wurde. Nach der ersten Präsentation der Studie gehen wir nun auf weitere Ergebnisse aus der Umfrage ein. 1 000 Haushalte in Deutschland und weitere 5 000 aus den sechs weiteren europäischen Ländern Frankreich, Großbritannien, Italien, Österreich, Spanien und der Schweiz wurden hierbei über Nutzungsverhalten und Kaufabsichten in Zusammenhang mit elektronischen Produkten befragt.

38 Prozent der Fernseher in deutschen Wohnzimmern sind Smart-TVs

61 Prozent der SmartTVs in Deutschland sind mit dem Internet verbunden61 Prozent der Smart-TVs in Deutschland sind mit dem Internet verbunden 38 Prozent der Geräte, die in Deutschland hauptsächlich zum Fernsehkonsum genutzt werden, sind laut der Erhebung Smart-TVs, also Fernsehgeräte, mit denen sich neben dem klassischen, linearen Fernsehprogramm auch internetbasierte Dienste wie zum Beispiel zeitversetztes Fernsehen per Mediatheken, soziale Netzwerke wie Facebook und Twitter oder Video-On-Demand Angebote zugreifen lassen. Übertroffen würden die Deutschen hierbei etwa von den Schweizern; bei den Eidgenossen sind bereits mehr als die Hälfte (51 Prozent) der Hauptgeräte Smart-TVs. In Österreich seien es genau ein Drittel (33 Prozent).

Mehr als die Hälfte der deutschen Smart-TV-Besitzer (51 Prozent) sagt laut der Umfrage, dass die Internetfähigkeit ein wichtiges Kriterium für den Kauf des Fernsehgerätes war. Auch wenn die Online-Fähigkeit des TVs beim Neukauf immer wichtiger wird, bedeute dies jedoch nicht in allen Fällen, dass der Fernseher auch tatsächlich mit dem Netz verbunden wird. Insgesamt sind rund drei von vier TV-Geräten (73 Prozent) mit dem Internet verbunden. Nur 61 Prozent der Smart-TV-Besitzer in Deutschland geben an, dass ihr Gerät direkt mit dem Internet gekoppelt ist. Das ist immerhin mehr als bei früheren Umfragen, aber im europäischen Durchschnitt ist die Skepsis hierzulande größer als in anderen Ländern.

Immer noch Manko: Furcht vor Eingriff in Privatsphäre

Wer sein Gerät nicht mit dem Internet verbindet, führt unterschiedliche Gründe dafür an. Bei 31 Prozent der Österreicher, 26 Prozent der Deutschen und 22 Prozent der Schweizer werden technische Gründe wie ein zu langsamer Internetanschluss oder ein – vermuteter – zu komplizierter Anschluss des TV-Gerätes an das Netz genannt. Bei 26 Prozent der deutschen Verweigerer gibt es aber auch noch einen anderen wichtigen Grund: Sie befürchten einen Eingriff in ihre Privatsphäre, wenn ihr TV-Gerät online geht. Diese Befürchtung haben nur acht Prozent der Österreicher und sechs Prozent der Schweizer.

Führend bei der Nutzung ist das Abrufen von Sendungen aus Mediatheken. 72 Prozent nutzen zeitversetztes Fernsehen nach eigenen Angaben regelmäßig bis sehr häufig. Das Anschauen von YouTube-Videos auf dem heimischen TV-Gerät folgt auf Platz zwei mit 63 Prozent und der in der Regel kostenpflichtige Abruf von Filmen aus Online-Videotheken aus Apps wie Maxdome nutzen 50 Prozent.

Feldtests für neuen DVB-T2-Codec in München

Internettauglichkeit und Hybrid-TV spielen auch eine große Rolle beim neuen terrestrischen Fernsehstandard DVB-T2, der ab 2016 offiziell in Deutschland eingeführt wird. Vor dem Hintergrund dieser Entscheidung bereiten der Bayerische Rundfunk (BR) und das Institut für Rundfunktechnik (IRT) ein Testfeld für die Empfängerindustrie in München vor.

Eine Voraussetzung für die DVB-T2-Einführung sei die Kombination von DVB-T2 mit dem neuen, leistungsfähigen Codierverfahren MPEG-H Part 2 HEVC (H.265). Aufbauend auf dem bereits seit 2010 existierenden DVB-T2-Feldversuch im Großraum München soll dieser nun im Hinblick auf Tests mit HEVC erweitert werden. Ebenfalls sollen erstmals portable und mobile Empfangsgeräte getestet werden können. Bisherige im Handel erhältliche DVB-T2-Geräte können den neuen Codec, der in Deutschland eingesetzt werden soll, nicht empfangen, daher sollten potenzielle Käufer trotz des bevorstehenden Starts von DVB-T2 in Deutschland warten, bis tatsächlich Geräte mit HEVC in den Handel kommen.

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