Datenschutz

Internet Explorer 9 kann Tracking-Dienste blockieren

Tracking Protection blockiert Cookies und mehr von Fremdseiten
Von Ralf Trautmann mit Material von dpa

Internet Explorer 9 bietet Tracking Protection Internet Explorer 9 bietet Tracking Protection
Bild: Microsoft, Montage: teltarif.de
Der Datenschutz in Browsern steht als Thema seit geraumer Zeit hoch im Kurs, und Microsoft wird hierfür ein spezielles Feature in seinen Internet Explorer 9 integrieren: Der Browser wird mit der "Tracking Protection" eine besondere Funktion enthalten, mit dem Nutzer nicht erwünschte Schnüffel-Dienste blockieren können. Die Webseite verbindet sich dabei mit dem Dienst, wobei diese dann Cookies, unsichtbare Zählpixel und Script-Code für die Analysen des Nutzerverhaltens verwenden. Die Ergebnisse werden für Werbung oder auch für die Optimierung des Web-Angebots analysiert. Internet Explorer 9 bietet Tracking Protection Internet Explorer 9 bietet Tracking Protection
Bild: Microsoft, Montage: teltarif.de

Den Verbrauchern sei heutzutage kaum bewusst, und sie hätten auch kaum Kontrolle darüber, wer ihre Online-Aktivität verfolgen könne, teilte Microsoft-Manager Dean Hachamovitch in einem Blog-Beitrag mit. Das neue, für den Internet Explorer 9 geplante Werkzeug ermögliche es dem Nutzer, solche Tracking-Dienste zu erkennen und dann auf Wunsch zu blockieren.

Eine zugehörige "Tracking Protection List" (TPL) soll Internet-Adressen aufnehmen, welche der Browser nur dann aufruft, wenn der Nutzer explizit direkt auf einen Link klickt oder die Internet-Adresse eintippt - sie hat also die Funktion einer Blacklist und verhindert, dass solche Seiten aus einer anderen Seite heraus verwendet werden. Automatische Aufrufe von Tracking-Diensten, die im Hintergrund erfolgen, sollen damit also unterbunden werden. Der Nutzer kann aber auch einzelne Seiten freigeben (im Gegensatz zu "blacklisting" handelt es sich dann um das so genannte "whitelisting"), die dann blockierte Einträge überlagern und explizit freigeben.

Bei der ersten Installation ist diese Tracking Protection List leer. Der Anwender kann diese in der Folge selbst mit Inhalten füllen oder eine bestehende Liste aus dem Netz übernehmen. Zudem ist die Nutzung des Features nicht automatisch voreingestellt, der Nutzer muss es aktiv aktivieren. Erstmalig integriert werden soll die Funktion in den Internet-Explorer-9-Release-Candidate, der noch nicht veröffentlicht ist.

Zustimmung von Datenschützern

Die amerikanische Aufsichtsbehörde FTC sowie diverse Datenschützer begrüßten die Ankündigung des Software-Riesen Microsoft. Ein US-amerikanischer Interessenverband für Online-Werbung, das Interactive Advertising Bureau, teilte nach einem Bericht des "Wall Street Journal" hingegen mit, dass über die neue Browser-Funktion Werbung blockiert werde, mit der Gratis-Inhalte im Netz finanziert würden. Der Internet Explorer 9 ist aktuell in einer Beta-Testversion verfügbar. Die finale Fassung wird für Anfang 2011 erwartet. Für andere Browser, zum Beispiel den Firefox, gibt es Add-Ons, die Tracking-Dienste unterbinden sollen. Zu den bekanntesten Anbietern solcher Tracking-Dienste zählt Google mit seinem Gratis-Angebot Google Analytics.