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Internet by Call: freenet-Marken stellen den Dienst ein

Internet by Call per Wähl­ver­bin­dung wird kaum noch genutzt. Zum Jahres­ende stellen daher vier weitere Tarif-Marken ihre Dienste ein. Die Technik hat ausge­dient.

Analoge Wähl­ver­bin­dungen ins Internet per Modem, genannt Internet by Call (IbC): Zahl­reiche Leser werden sich verwun­dert die Augen reiben, dass es das immer noch gab im Zeit­alter von VDSL, Gigabit per TV-Kabel und Glas­faser oder Breit­band per Satellit. Ein paar wenige IbC-Provider hatten ihr Angebot aber noch aufrecht­erhalten - bis jetzt.

Denn nun ziehen mindes­tens vier IbC-Marken den Stecker bei ihren IbC-Diensten - mögli­cher­weise bleibt nur ein einziger Provider übrig.

freenet-Marken verab­schieden sich von IbC

freenet verabschiedet sich von Internet by Call freenet verabschiedet sich von Internet by Call
Bild: skaljac - fotolia.com
Nach den Recher­chen der teltarif.de-Redak­tion boten zuletzt noch freenet, free­net­phone, meOme, altnet­surf und Arcor IbC-Dienste an. Etwas unklar ist die Lage bei spar­call, zu dem uns nie eine Mittei­lung über die Einstel­lung des Dienstes erreichte. Auf der spar­call-Home­page werden aller­dings nur noch Call-by-Call-, aber keine IbC-Dienste mehr erwähnt. Aktuell haben nun freenet, free­net­phone, meOme und altnet­surf mitge­teilt, ihre IbC-Dienste zum heutigen 30. Dezember einzu­stellen.

Über die für IbC typi­schen Einwahl­num­mern mit 0192-Vorwahl wurden zuletzt Preise von beispiels­weise 0,74 Cent bis zu 1,49 Cent pro Minute berechnet. Bei einigen Anbie­tern kam noch eine einma­lige Einwahl­gebühr von beispiels­weise 4,99 Cent oder 5,9 Cent pro Einwahl hinzu. Diese Tarife hatten sich zum Teil schon seit mehreren Jahren nicht mehr geän­dert. Spezi­elle IbC-Einwahl­pro­gramme wie der teltarif.de-Discount­surfer oder der Web.de-Smart­surfer, die immer für die entspre­chende Uhrzeit den güns­tigsten IbC-Anbieter anwählten, wurden schon vor mehr als 10 Jahren einge­stellt, als sich DSL mehr und mehr durch­setzte.

Arcor als letzter IbC-Dienst?

Insbe­son­dere freenet hatte unter der Marke 01019.net zuletzt noch sechs IbC-Einwahl­num­mern ange­boten, deren Preise sich mehr­mals täglich geän­dert hatten. Zusätz­lich gab es bei free­net­phone unter der Tarif­bezeich­nung freenetZugang zwei weitere Einwahl­num­mern. Auch die bei freenet ange­sie­delten Marken meOme und altnet­surf hatten zuletzt noch über mehrere Tarife und Einwahl­num­mern ihre Dienste ange­boten. Mit dem Ausstieg von freenet als letztem "Big Player" im IbC-Geschäft ist die Technik quasi tot.

Abseits der unklaren Lage bei spar­call bleibt also ledig­lich Arcor übrig. Die teltarif.de-Redak­tion konnte bis Redak­tions­schluss dieser Meldung von Arcor/Voda­fone keine Aussage dazu erhalten, ob der Service weiter­geführt wird. Auf der Seite 01070.com werden die Tarife "Internet by Call Quicktarif 1" sowie "Internet by Call Smart Vario" mit den Einwahl­num­mern 01920788 und 01920794 weiterhin beworben, weitere Tarife und Einwahl­num­mern sind auf einer PDF-Preis­liste (mit Stand 8. November 2012) aufge­führt. Von einer Einstel­lung ist dort nichts zu lesen - hierbei würde es sich damit um die letzten noch verfüg­baren IbC-Tarife handeln.

Der schnelle Zugang zum Internet ist nicht nur per (V)DSL möglich: Auch über TV-Kabel, Satellit oder Mobil­funk via LTE und 5G geht es per Breit­band-Anschluss ins Netz. Wir liefern die Details zu den Tech­nolo­gien.

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