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Internet by Call eingestellt: So gelingt der Umstieg auf moderne Technik

Das Geschäft mit Internet by Call stirbt - höchste Zeit für den Umstieg auf modernere Techniken. Wir zeigen Ihnen zahlreiche Möglichkeiten, wie Sie auch im ländlichen Bereich oder als gelegentlicher Nutzer günstig weitersurfen.
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Wenn das Modem stumm bleibt, hilft der Umstieg auf andere Zugangstechniken.Wenn das Modem stumm bleibt, hilft der Umstieg auf andere Zugangstechniken. "Di-Dü-Di-Di-Dü-Di-Dü-Piiiiiep-Brrrrrrrrrrrr" - so oder so ähnlich klang es fast immer, wenn vor 20 Jahren eine Internet-Verbindung hergestellt wurde. Heute gibt es fast keine Modem-Nutzer mehr. Internet-by-Call (IbC) hat ausgedient.

Internet-by-Call: Früher normal, heute speziell

Die auch als Datenfernübertragung (DFÜ) bezeichnete Zugangsmethode machte zuletzt nur noch durch Abschaltungen von sich reden:

Verbleibende Anbieter: Freenet und QSC

Die letzten funktionierenden Zugänge sind unter den Dächern von Freenet und QSC zuhause. Auf Anfrage teilten beide Unternehmen mit, dass Internet-by-Call zwar eine äußerst untergeordnete Rolle spielen würde. Eine Abschaltung der Plattformen sei jedoch nicht geplant. Die wenigen verbleibenden Nutzer der Einwahl-Tarife können also aufatmen.

Auch künftig werden auf unseren Infoseiten günstige IbC-Tarife gelistet:

Internet-by-Call-Tarife mit Preisgarantie

Günstige Internet-by-Call-Tarife zum Einheitspreis (rund um die Uhr)

Die Tabellen aktualisieren sich bei jedem Aufruf der Seite automatisch.

Kaum Gründe für Internet by Call

Nutzer sollten sich darüber bewusst darüber sein, dass Internet by Call einen äußerst geringen Datendurchsatz ermöglicht. Mit 56 oder 64 kBit/s können gerade einmal zwischen 25 und 30 Megabyte pro Stunde heruntergeladen werden. Textbasierte E-Mails sind zwar kein Problem. Bilder, Videos oder andere Dateien drängen sich jedoch quälend langsam durch die Leitung und verlängern die Surfsitzung erheblich. Viele gedrosselte Mobilfunk-Tarife bieten die gleiche Bandbreite wie Internet by Call ganz regulär. Im Falle des o2 Free sind es sogar 1000 kBit/s über 3G nach Verbrauch des Highspeed-Volumens ohne weitere Reduktion der Bandbreite.

Günstige Alternativen für Internet-by-Call

Gründe für die Nutzung von IbC sind die mangelnde Verfügbarkeit von breitbandigen Zugangstechniken. Gerade in ländlichen Bereichen ist dies noch immer der Fall. Außerdem ist IbC für Nutzer interessant, die nur sehr sporadisch ins Internet gehen. Nicht zuletzt gab es auch Anwendungsszenarien für automatisierte Prozesse, sogenannte Machine-to-Machine-Kommunikation. Letztere ist für Privananwender eher uninteressant. Wir stellen Ihnen daher Alternativen für die erstgenannten Fälle vor.

Wenignutzer surfen kostenlos

Wenignutzer können in den meisten Regionen auch über das Mobilfunknetz eine ausreichende Internetverbindung herstellen. Das geht per USB-Surfstick, LTE-Router oder per am Rechner angeschlossenes Handy (Tethering).

Günstige Möglichkeiten sind der Sponsored Surf-Tarif von Netzclub, der 100 MB Datenvolumen dauerhaft kostenlos zur Verfügung stellt. Nach Verbrauch des Volumens wird auf 56 kBit/s gedrosselt, was der Bandbreite eines Modems entspricht. Im Gegenzug erklärt sich der Nutzer bereit, Werbung zu empfangen. Unser Erfahrungswert ist, dass sich die Belastung mit Werbung einigermaßen in Grenzen hält.

Ebenfalls kostenlos ist der Telekom-Tarif Data Comfort Free. Hier stehen dem Nutzer zwei Pakete à 5 GB über LTE zur Verfügung, die innerhalb von 6 Monaten beliebig genutzt werden können. Die Pakete laufen nach dem Anbruch 30 Tage lang. Für Wenignutzer ist dies sehr viel. Der Tarif dient jedoch ausdrücklich dem Test des Telekom-Netzes, der Nutzer geht keine Verpflichtung ein und der Vertrag endet automatisch, ohne dass Kosten anfallen.

Ganz geduldige Nutzer können die Messaging-Option von congstar, ja!mobil oder Pennyphone nutzen. Diese ist kostenlos und bietet 1 GB ungedrosseltes Datenvolumen - aber von Anfang an mit einer Bandbreite von nur 32 kBit/s! Nach Erreichen der 1-GB-Grenze wird drastisch auf 2 kBit/s gedrosselt. Entgegen ihrer Bezeichnung ist die Option nicht ausschließlich auf die Nutzung von Messenger-Diensten beschränkt. Wie es sich in der Praxis surft, haben wir in einem Test überprüft.

Abrechnung per Megabyte oder nach Zeit

Wirklich datensparsame Surfer erhalten in den Prepaid-Tarifen von Blau und WhatsAppSIM 10 MB kostenlos. Jedes weitere Megabyte wird mit teuren 24 Cent abgerechnet. Hier ist jedoch Vorsicht geboten: Während IbC-Tarife minutenbasiert abgerechnet wurden, können bei volumenbasierter Abrechnung schnell hohe Kosten anfallen. Das liegt an der Leistungsfähigkeit der Mobilfunknetze, die schnell Daten liefern. Im Tarif LTE Prepaid von discoTEL gibt es zwar kein Inklusiv-Volumen, jedoch kostet das versurfte Megabyte nur 6 Cent. Der Anschluss wird im Netz von o2 geschaltet. Das volumenbasierte Surfen in anderen Netzen kostet mindestens 8 Cent. Hier sind jedoch die Hinweise in Bezug auf das geschaltete Netz zu beachten.

Doch es gibt auch Mobilfunk-Tarife, die ohne Grundgebühr und ohne laufende Kosten nach Surfzeit abgerechnet werden: Die kleinsten Pakete erstrecken sich über einen Tag beziehungsweise über 24 Stunden. Zahlreiche solche Angebote finden Sie mit dieser Abfrage in unserem Vergleichsrechner für Mobilfunk-Tarife. Äußerst selten gibt es noch Tarife mit Minutenpreisen, wie sie vor ein paar Jahren noch üblicher waren. So ist im Kleingedruckten des Anbieters mobi zu lesen, dass noch zum Preis von 45 Cent pro 5 Minuten gesurft werden kann. Das Preis-Leistungsverhältnis ist hier jedoch gegenüber Tagesflatrates deutlich schlechter. Tagespakete kosten knapp 1 Euro, bieten jedoch deutlich mehr.

Tarife mit Surfstick

Spezielle Tarife, die auch gleich einen USB-Surfstick enthalten, vereinfachen den Umstieg von IbC zu anderen Surfzugängen. Erwähnt sei hier beispielhaft der Surfstick-Tarif von otelo, der Surfsessions von 9 Minuten, 99 Minuten oder 30 Tagen ermöglicht.

Die rechnerischen Kosten pro Minute liegen bei den vorgenannten Beispielen zwar deutlich höher als bei IbC-Tarifen. Die erheblich höhere Bandbreite von mehreren Megabit pro Sekunde (statt 56 oder 128 kBit/s über IbC) verkürzt im Gegenzug so manche Surfsitzung. Wer bequem monatlich bezahlen aber nur wenig ausgeben möchte, kann sich hier über Surf-Tarife mit 1 GB Datenvolumen informieren. Ab knapp 6 Euro pro Monat geht es los.

Alternativen für den ländlichen Bereich

So mancher Nutzer dürfte entweder aus Gewohnheit oder ganz trivial aus Gründen der mangelnden Verfügbarkeit breitbandiger Netze bei Internet by Call geblieben sein. Für Nutzer im ländlichen Gebiet bietet es sich auch an, regelmäßig den Ausbaustatus ihrer Gemeinde zu überprüfen. teltarif.de berichtet regelmäßig über Netzausbau-Projekte, hier können Sie sich über den aktuellen Stand informieren. Dabei sind es nicht nur die großen Netzbetreiber, die ein Gebiet erschließen. Gerade in Deutschland gibt es eine Vielzahl kommunaler Netze und kleiner Unternehmen, die sich auf ein Stadtgebiet konzentrieren. So lohnt sich oftmals der Gang zu dem örtlichen Stadtwerken oder zum Shop eines regionalen Providers, um sich über aktuelle Entwicklungen zu informieren.

Eine gute Orientierung bieten zudem Netzabdeckungskarten der Mobilfunk-Provider. Auf unserer Infoseite finden Sie Verweise auf die Karten aller deutschen Netzbetreiber. Anhand dieser Angaben lässt sich prüfen, ob das jeweilige Mobilfunknetz vor Ort ausreichend verfügbar ist.

In Orten, wo tatsächlich kein DSL und keine Mobilfunkabdeckung vorhanden ist, können satellitengestützte Anschlüsse oder andere Funktechniken zum Einsatz kommen. Satelliten-Anschlüsse sind zwar teuer, bei freier Sicht in die entsprechende Richtung sind die Anschlüsse jedoch bundesweit erhältlich - unabhängig von der Telefonleitung. Seit Jahren spielen Tarife mit einem Rückkanal über das Telefonnetz keine Rolle mehr. Einen umfangreichen preislichen Überblick über alle Anbieter hinweg erhalten Sie auf dieser Seite.

Regionale Provider wie die Stadtwerke Marburg mit Wireless DSL oder Servario Networks in Ostwestfalen überbrücken die Strecke zum Kunden mit Funk. Auch private Initiativen greifen auf diese Technik zurück, um mangelhaften Ausbau zu kompensieren. Je nach Region lohnt es sich, nach solchen Angeboten Ausschau zu halten.

Die Mobilfunk-Netzbetreiber nutzen in Zukunft immer mehr Frequenzen, die Daten über weite Strecken senden können. Einen Überblick über die Ausbaupläne der Anbieter haben wir in einer eigenen Meldung zusammengestellt.

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