Konferenz

Künstliche Intelligenz kommt im Alltag an

Supercomputer sind schon lange der Grundstein, wenn es um komplexe Berechnungen in der Forschung geht. Doch in Zeiten von Big Data wächst ihre Bedeutung in vielen Lebensbereichen des Alltags. Auf der Supercomputer Conference steht künstliche Intelligenz im Mittelpunkt.
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Auf der International Supercomputing Conference in Frankfurt geht es ab Sonntag wieder um "Petaflops" und die schnellsten Rechenanlagen der Welt. Doch in diesem Jahr rückt auch das Potenzial künstlicher Intelligenz in den Fokus. In seiner Eröffnungsrede wird Andrew Ng, Chef-Wissenschaftler der chinesischen Suchmaschine Baidu erläutern, wie künstliche Intelligenz gerade dabei ist, die gesamte Welt der Technologie umzukrempeln. Mehr als 3000 Teilnehmer aus über 46 Ländern werden zur 31. Konferenz erwartet - das wäre laut Veranstalter ein historischer Rekord.

Von der einfachen Web-Suche bis hin zu autonom fahrenden Autos - selbstlernende Algorithmen sind laut Ng dafür der Motor. Erst mit ihnen lassen sich Muster in immer größeren Datenbergen erkennen. Der unstillbare Hunger nach Datenauswertung treibe wiederum die Entwicklung vom einfachen Mikroprozessor über Cloud-Computing und Grafik-Chips bis hin zu High-Performance-Supercomputern.

Beispiel: Wetterdaten sollen intelligenter ausgewertet werden

Künstliche Intelligenz kommt im Alltag anKünstliche Intelligenz kommt im Alltag an Auf dem Programm der Konferenz stehen denn auch Themen wie die Auswertung von Big Data für den Verkehr vernetzter Fahrzeuge, der Einsatz von High-Performance-Computern in der Robotik und im Internet der Dinge, computergestützte Biologie sowie fortschrittliche Möglichkeiten der Unwetter- und Katastrophenvorhersage.

Der IT-Riese IBM will etwa zeigen, wie sich auf Basis intelligenten Maschinenlernens die Wettervorhersagen heruntergebrochen auf lokale Regionen um ein Vielfaches präzisieren lassen. Die IBM-Tochter The Weather Company wertet dafür historische und aktuelle Wetterdaten aus und kombiniert sie etwa mit Aspekten wie der jeweiligen Vegetation oder Erdbeschaffenheit. Täglich würden heute bereits mehr als 100 Terabyte an Daten von Drittanbietern sowie aus rund 195 000 Wetterstationen ausgewertet. Auf der Konferenz wird auch Hans Joachim Schellnhuber, Direktor am Potsdam-Institut für Klimaforschung, über die Herausforderungen und Chancen berichten, die die immer größer werdenden Datenmengen mit sich bringen.

"Wir befinden uns am Beginn eines neuen Zeitalters", sagte Alessandro Curioni, Direktor des Forschungszentrums von IBM in Zürich. Allein in den vergangenen zwei Jahren sei ein Datenberg entstanden, der so groß sei wie alle Daten zusammen, die jemals zuvor in diesem Universum angefallen seien. Nun gehe es darum, diese Daten intelligent zu nutzen, um bessere Entscheidungen zu treffen und neue Erkenntnisse zu gewinnen. "Sonst geht wertvolles Wissen verloren."

Künstliche Intelligenz in Pharmazie, Versicherungsbranche und Medien

"Bis 2020 werden rund 93 Prozent aller anfallenden Daten unstrukturiert sein", sagt Curioni. Dazu gehörten neben Videos oder Bildern auch Text und natürliche Sprache. Auf dem ISC werde IBM zeigen, "dass Computer jetzt auch komplexe Sätze verstehen können - und das in sehr kurzer Zeit".

Bei IBM soll dafür "Watson" das Rückgrat bilden. Die Fähigkeiten der künstliche Intelligenz des Systems will der Konzern in Frankfurt im Einsatz etwa in der Pharmazie, in der Versicherungsbranche oder in den Medien unter Beweis stellen. "Watson" könne mit Menschen in natürlicher Sprache interagieren, Daten extrahieren und verstehen sowie in einem definierten Kontext selbstständig lernen, erläuterte Curioni.

Inzwischen zeigt auch der kleine Roboter "Pepper" mit IBM-Technologie, wie künstliche Intelligenz den Schritt in den Alltag der Menschen macht. Der Roboter der französischen Firma Aldebaran entschlüsselt mit Hilfe von Gesichtserkennung die Emotionen seines Gegenübers. Sein kleiner Bruder "Neo" arbeitet bei der Hotelkette Hilton und hilft bei der Betreuung der Gäste aus.

Die International Supercomputer Conference findet vom 19. bis zum 23. Juni in Frankfurt am Main statt. Das Konferenzprogramm mit 400 Sprechern und erwarteten 3000 Teilnehmern wird flankiert von einer Ausstellung, auf der 160 Unternehmen vertreten sind.

Bereits am Sonntag kommen Wissenschaftler aus aller Welt nach Frankfurt am Main, am Montag startet die Konferenz offiziell. Dann soll auch wieder die aktuelle Liste der 500 schnellsten Supercomputer der Welt präsentiert werden. Sie wird alle sechs Monate im Rahmen der ISC herausgegeben.

Mit weitem Abstand führte die Liste zuletzt zum sechsten Mal in Folge die Rechenanlage "Tianhe-2" in Guangzhou in China an. Die "Milchstraße", wie sie übersetzt heißt, wird dort an der Universität für Verteidigungstechnologie eingesetzt. Sie kommt auf eine Spitzenleistung von 33,86 Petaflops (Billiarden von Kalkulationen in der Sekunde). Aus Deutschland schaffte es zuletzt mit "Hazel Hen" am Höchstleistungsrechenzentrum HLRS bei Stuttgart unter die Top Ten.

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