geadelt

BREKO: Telefónica verlässt den Verband

Aus der Menge der Interessenverbände der Telekom-Mitbewerber wächst der BREKO und passt sich dem Wandel an. Der Vorstand wird erweitert - doch Telefónica tritt aus.
Aus Berlin berichtet
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Wie bereits berichtet, tagte der Fachverband Breit­band­kom­muni­kation BREKO in Berlin. Aufgrund des starken Mitgliederwachstums hat der Verband sein Präsidium und seinen Vorstand um einen zweiten Vizepräsidenten und drei neue Vorstandsmitglieder erweitert. Der BREKO vertritt mittlerweile knapp 320 Mitgliedsunternehmen, darunter rund 185 Netzbetreiber.

Schwerpunkt Festnetz

BREKO-Präsident Norbert Westfal (2.v.l.) mit Vizepräsident Karsten Kluge (links), Vizepräsident Alfred Rauscher (3.v.l.) und Schatzmeister Bernhard Palm (rechts)BREKO-Präsident Norbert Westfal (2.v.l.) mit Vizepräsident Karsten Kluge (links), Vizepräsident Alfred Rauscher (3.v.l.) und Schatzmeister Bernhard Palm (rechts) Zweiter Vizepräsident des BREKO ist ab sofort Alfred Rauscher (R-KOM in Regensburg), neuer Schatzmeister wurde Bernhard Palm (NetCom BW). Den Vorstand verstärken ab sofort Walter Denk (1&1 Versatel), Stephan Drescher (envia TEL) sowie Dirk Sasson (Stadtwerke Schwedt). Weiter dabei sind Michael Bergeritz (eifel-net GmbH), Jörg Figura (DOKOM Dortmund), Bernd Gowitzke (KEVAG Telekom, Koblenz), Dirk Sasson (Stadtwerke Schwedt), Karsten Schmidt (htp Hannover) und Robin Weiand (innogy TelNet).

Valentina Daiber (Chief Officer Legal and Corporate Affairs bei Telefónica Deutschland) kandidierte nicht mehr, da ihr Unternehmen den Verband zum Jahresende verlässt. BREKO-Geschäftsführer Stephan Albers dankt Daiber ausdrücklich für ihren großen Einsatz sowie das Engagement ihres Unternehmens in den vergangenen Jahren. BREKO-Präsident Norbert Westfal (EWE TEL) und BREKO-Vizepräsident Karsten Kluge (Thüringer Netkom) wurden im Amt bestätigt. [Update]

Telefónica erklärt seinen Rückzug

Telefónica teilte uns auf Anfrage mit, das sie "als langjähriges Mitglied des BREKO viele gemeinsame Themen für den Telekommunikationsmarkt bearbeitet" haben. Zuletzt hätten sich die Schwerpunkte des Verbandes mit dem Themenfokus von Telefónica (o2) nicht mehr so gedeckt, wie in der Anfangsphase. "Während BREKO sehr stark die Geschäftsmodelle der FTTH-Anbieter priorisiert, haben wir einen klaren Fokus im Mobilfunk." Telefónica Deutschland betonte, ein gutes Verhältnis zum BREKO und den handelnden Personen und Unternehmen zu haben und das auch in Zukunft fortzusetzen. Mit einige BREKO-Carriern wie NGN, Gasline, EWE und Vitroconnect arbeiten wir bereits eng zusammen."

Westfal sieht seinen Verband auch für die Zukunft weiter auf der Erfolgsspur: "Der BREKO (soll) auch in Zukunft die Anlaufstelle für all jene sein, die sich dem zukunftssicheren Glasfaserausbau in Deutschland verschrieben haben und ihre Ziele schlagkräftig vertreten wissen wollen.“ Geschäftsführer Albers pflichtet dem bei: "Wir werden auch weiterhin alles daran setzen, dass Deutschland mit flächendeckend verfügbaren Glasfaseranschlüssen bis in alle Gebäude die beste digitale Infrastruktur bekommt.“

Eine Einschätzung:

Die privaten Wettbewerber der Telekom sind bislang in unterschiedlichen Verbänden und Organisationen zusammengeschlossen, wie VATM, BREKO, Buglas, FRK, eco, Bitkom und so weiter. Das macht es mitunter etwas unübersichtlich, den Standpunkt dieser Unternehmen in der Öffentlichkeit zu erkennen und darzustellen. Teilweise gibt es auch divergierende Interessen, beispielsweise bei der Frage Service-Provider oder National Roaming im Mobilfunk.

Mit dem Besuch des Ministers und des Präsidenten der Bundesnetzagentur bei der Jahrestagung des BREKO wurde der Verband quasi "geadelt".

Es ist einiges im Umbruch. Die bisherige Gemengelage "Telekom gegen den Rest der TK-Welt" oder "Kupfer-Ausbau gegen Glasfaser" ist gerade im Umbruch. Denn die Telekom ist gerade dabei, die Welt der Glasfaser bis ins Haus zu entdecken und baut gewaltig aus. Verschiedene Unternehmen des BREKO arbeiten längst mit der Deutschen Telekom zusammen, entweder in gemeinsamen Unternehmen (z.b. EWE) oder als Zulieferer (z.B. Innogy, R-Kom etc.). Und das gemeinsame Ziel ist klar: Ein möglichst schneller und flächendeckender Glasfaserausbau. Denn der wird auf alle Fälle gebraucht.

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