Test

Drei SSD-Modelle von Intel im Alltagstest

Solid State Drives: Schnell, aber leider immer noch teuer
Von Jan Rähm

Mit dem kostenfreien Tool Disk Speed Test aus dem Mac-App-Store ermittelten wir für das Lesen einen Wert von 69 MB/s mit einer 1 GB großen Testdatei. Schreibend kam die Platte auf 72 MB/s. Zum Vergleich ermittelten wir mit dem ebenfalls kostenfrei nutzbaren Tools LanTest schreibend 58 MB/s und lesend 65 MB/s in der Stufe "Viele kleine Dateien". Bei größeren Datenpaketen erreichte die Platte schreibend 66 MB/s beziehungsweise 73 MB/s beim Lesen.

Die 311er als kleinste der Flash-Platten protze unter Disk Speed Test mit 109 MB/s in Richtung Platte und 194 MB/s beim Lesen. LanTest zeigte bei kleinen Daten Schreibend 108 MB/s und 130 MB/s in der entgegengesetzten Richtung. Der zweite Durchlauf mit den großen Daten zeigte Werte von 100 MB/s in Schreib- und 172 MB/s in Leserichtung.

LanTest LanTest
Screenshot: teltarif.de
Die SSD der Serie 320 überzeugte bei den drei Testläufen mit Werten zwischen 116 MB/s und 194 MB/s beim Schreiben. Lesend erreichte sie einen Durchsatz zwischen 119 MB/s und 268 MB/s.

Ganz ähnliche Werte erreichte die 250 GB große 510er SSD. Sie schaffte unter dem Disk Speed Test 134 MB/s schreibend und 208 MB/s lesend. Zwei Durchläufe unter LanTest zeigten Schreibwerte von 110 MB/s und 142  MB/s sowie Leseraten von 117 MB/s und 165 MB/s.

Boot-Zeit

Während die ermittelten Werte eher steriler Natur sind, werden die folgenden Zahlen dem alltäglichen Arbeiten schon viel gerechter. Wir stoppten die Zeit vom Startgong bis zum Login-Screen. Dabei erreichte die Intel 510 mit 12,5 Sekunden den besten Wert. Mit 23,6 Sekunden war die 320er SSD deutlich langsamer. Das Schlusslicht der drei SSDs bildete die Intel 311 mit 26 Sekunden. Zur Erinnerung: Die mechanische Festplatte bootete das MacBook in quälend langen 51 Sekunden.

Bei der Interpretation der Testergebnisse müssen einige Dinge beachtet werden. Zuallererst natürlich: Wir haben die Messungen nicht streng wissenschaftlich im Test-Labor durchgeführt, sondern rein mit Bordmitteln, wie es auch der Anwender selbst machen würde. Daher kann es bei jenen Lesern, die unsere Ergebnisse überprüfen wollen, je nach eigenem Rechner zu abweichenden Werten führen. Weiterhin muss beachtet werden, dass die Schreib- und Lesewerte immer davon abhängen, wie groß die Daten sind und wie viele Daten verarbeitet werden. So sind auch die Schwankungen zu erklären. Während beispielsweise Disk Speed Test mit nur einer großen Datei den Durchsatz misst, verwendet LanTest in einem Test viele kleinere Dateien und im anderen etwas größere Daten. Hinzu kommt der Cache der Platte, der die Datenströme puffert und so zu temporär höheren Werten führen kann.

Auf Controller achten

Ein paar Worte zu den Alternativen: Der Markt der SSDs wird beständig größer. Die Platten an sich werden sukzessive günstiger. Dennoch sollte man bei einem vermeintlichen Schnäppchen nicht vorschnell zuschlagen. Denn ausschlaggebend für den Kauf sollten einige Punkte sein. So spielt der verwendete Controller eine wichtige Rolle. Führend sind im Moment solche vom Typ Sandforce. Diese zeichnen sich durch zuverlässig hohe Transferraten aus, obwohl Platten mit diesen Controllern oft der Cache fehlt. Dieser sorgt dafür, dass Daten gepuffert und so kontinuierlich schnell durch die Leitung gehen. Man kann sagen: Je größer der Cache um so besser die Leistung.

Vergleich der Testwerte mit den Herstellerangaben

Die Platte der Serie 311 erreicht schreibend den Wert, den auch Hersteller Intel auf seiner Website angibt. Lesend hat sie das Maximum laut Hersteller von 200 MB/s fast geschafft. Zu ihr gibt es nur zwei Alternativen. Hersteller Winkom bietet zwei 16 GB große SLC-SSDs zu vergleichbaren Preisen an. Beide sollen laut Datenblatt deutlich langsamer sein.

Ebenfalls ganz im Rahmen der Hersteller-Spezifikation bewegt sich die Intel 320 – zumindest wenn wir uns die Werte des Programms Disk Speed Test ansehen. Die Werte von LanTest liegen deutlich tiefer. Alternativ zur 320er gibt es einige Platten. Sie erreichen zwar meist nur 480 GB Kapazität, dafür aber ähnliche Transferraten. Die Preise bewegen sich vergleichbaren Relationen zwischen 1,21 Euro und 1,62 Euro pro GB.

Die 511er Intel erreicht im Test nicht die vom Hersteller versprochenen Werte. Das dürfte maßgeblich am nicht ganz passenden SATA 2-Interface liegen. Alternativen zur 250 GB großen Platte gibt es reichlich. Wobei die Platten sich preislich stark unterscheiden. Das Feld beginnt bei rund 1,13 Euro und endet bei 2,21 Euro pro GB.

Qual der Wahl

Ganz abgesehen von den synthetischen Testwerten ist viel interessanter, wie sich eine solche SSD im Alltag schlägt. Da wir für den Langzeittest nur eine Platte wählen konnten, fiel unsere Wahl auf die schnelle Intel 510. Deren Kapazität zwang uns zwar zu Datensparsamkeit, die schnelle Startzeit war allerdings entscheidend. Nach gut zwei Monaten der Arbeit mit der Platte möchten wir sie nun eigentlich nicht mehr missen. Denn neben dem Systemstart beeindrucken die schnellen Starts von Office und Co jedes Mal aufs neue. Der leicht niedrige Energieverbrauch war beim alten MacBook kaum zu merken. Nur ein paar Minuten längere Laufzeit schien der Flash-Speicher zu bringen.

Fazit

Dem extrem starken Impuls "Haben will" müssen wir leider widerstehen. Zu hoch sind noch die Preise für die modernen Massenspeicher. Denn wo mehr als ein TB Speicher in herkömmlicher Art für um 100 Euro zu haben sind, bekommen wir bei der SSD nur mickrige 20 bis 40 GB.

Als Startlaufwerk im Desktop oder auch nach Umbau des MacBook können wir uns die SSDs gut vorstellen. Das nötige Befestigungsmaterial bringen zwei der drei Testkandidaten gleich mit. Anzumerken ist, dass die Befestigungsplatte für 3,5-Zoll-Schächte dank ihrer Bohrungen nur für "normale" PCs passt. Für den Mac Pro muss man sich alternative Lösungen zulegen. Hier wäre schön gewesen, wenn Intel diesen speziellen Einsatzzweck berücksichtigt hätte. Wie dem auch sei: Wir lernen jetzt wieder, wie langsam wir vor des Beginns dieses Tests gearbeitet haben.

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