Test

Drei SSD-Modelle von Intel im Alltagstest

Solid State Drives: Schnell, aber leider immer noch teuer
Von Jan Rähm

Ganz unerwartet kam er, der Anruf aus der Pressestelle von Intel: "Wollen Sie ein paar unserer SSD testen?" Klar haben wir uns gedacht, warum auch nicht. Gesagt getan und schon ein paar Tage später landete ein leichtes kleines Paket bei uns in der Redaktion. Drinnen steckten drei SSDs.

Die Technik hinter SSDs

SSD – Das steht für Solid State Disk (beziehungsweise Drive) und bezeichnet eine Festplatte, die statt auf rotierenden Scheiben in Flash-Speicher-Zellen die Daten ablegt. Das bietet viele Vorteile, hat aber auch ein paar Nachteile. Die Vorteile einer SSD gegenüber einer herkömmlichen Festplatte machen besonders Lust auf den Wechsel. Denn SSDs sollen nicht nur robuster sein und vor allem rasend schnell. Das Attribut "robust" bezieht sich auf die Technik. Wo herkömmliche Festplatten ihren Geist aufgeben, so zum Beispiel bei plötzlichen Bewegungen oder einem Sturz, passiert einer SSD nichts. Das liegt daran, dass in einer normalen Festplatte Scheiben rotieren, über die ein Schreib-Lesekopf gleitet. Berührt dieser die Oberfläche der Scheiben, ein sogenannter Head Crash, war es das mit den Daten. Meist können nur noch spezialisierte Rettungsdienste die Daten in Reinräumen gegen reichlich Bezahlung wieder herstellen. Nicht so die SSD. Dort gibt es keine mechanischen Teile mehr. Intel
SSD 510 Series 250 GB Intel SSD 510 Series 250 GB
Foto: teltarif.de

Nachteile von SSDs

Doch auch die Nachteile sollen angesprochen sein, noch bevor die modernen Massenspeicher in Aktion treten. Der wohl derzeit größte Nachteil ist der hohe Preis im Verhältnis zu ihrer Größe. Die Platten, die hier in der Redaktion eingetroffen sind, kosten je nach Kapazität zwischen rund 100 Euro und satten 900 Euro. Explizit: Vor uns liegt ein Exemplar der Serie 311 mit 20 GB für 95 Euro, ein 600 GB fassendes Modell der 320er Serie für über 900 Euro sowie eine Platte mit 250 GB der Serie 510 für ungefähr 450 Euro. Die Preise haben wir über Online-Preisvergleiche ermittelt. Die Herstellerempfehlungen liegen noch deutlich darüber.

Ein zweiter Nachteil sind die verwendeten Speicherzellen. Zwei der Platten im Test nutzen die Technik MLC. Das steht für Multi Level Cell. Bei dieser Technik werden mehrere Bit pro Zelle gespeichert, wodurch nach einiger Zeit die Schreib-Lese-Raten sinken. Zudem können dieses Zellen nur in gewissem Maße wiederbeschrieben werden. Dadurch können nach und nach Zellen ausfallen. Beide Effekte werden bei aktuellen MLC-SSDs durch aufwändige Fehlerkorrektur- und Optimierungsverfahren gemindert und sind vom Nutzer kaum mehr zu merken. Als Alternative gibt es SSDs mit SLC-Technik wie die hier geteste 311er. Dieses sind haltbarer und oft auch deutlich performanter, jedoch auch um ein Vielfaches teurer. Aber auch bei aktuellen MLC-Platten brauchen Anwender nicht den schnellen SSD-Tod befürchten.

Das Test-Szenario

Das
Testfeld im Überblick Das Testfeld im Überblick
Foto: teltarif.de
Nun aber genug der Vorrede. Die SSDs wollen in neues (vorübergehendes) Heim. Dafür haben wir ein MacBook aus dem Jahr 2009 auserkoren. Dieses nicht mehr ganz aktuelle Notebook aus dem Hause Apple bietet den unschlagbaren Vorteil, die Festplatte mit ein paar Handgriffen schnell und einfach wechseln zu können. In der Vorbereitung haben wir die SSDs mit dem aktuellen Betriebsystem Lion bestückt. Alle drei bekamen das System per Image verpasst, so dass wir von gleichen Grundvoraussetzungen ausgehen können. Vergleichend haben wir noch die Original-Festplatte herkömmlicher Art mit dem Image versehen, so dass der Test starten kann.

Zuvor wollen wir aber noch anmerken, dass das ein wenig betagte mobile Rechengerät nicht mehr den neusten Stand der Technik in Sachen Anschlüsse widerspiegelt. In seinem Inneren gibt es nur zwei S-ATA-Ports der zweiten Generation. Diese ermöglichen theoretisch Datenraten von bis zu 300 MB/s. Der aktuelle Standard S-ATA 3 macht Transfers mit bis zu 600 MB/s möglich.

Für das Kopieren der Daten nutzen wir einen USB-zu-Sata-Adapter. Diese gibt es schon für rund 20 Euro im Zubehörhandel. Sie bieten Sich auch für daheim an, wenn dort das System gesichert beziehungsweise auf eine neue Festplatte transferiert werden soll. Zum Testen der Datendurchsatzraten sind sie allerdings durch die Limitierung von USB 2.0 auf nur 480 MBit/s nicht geeignet. Zum Übertragen des Images vom Mac auf die Platte nutzen wir den kostenlosen Carbon Copy Cloner, der eine bitweise sprich Eins-zu-eins-Kopie eines Images beziehungsweise einer Festplatte erstellen kann. Das resultierende Medium ist dann ebenfalls startfähig.

Nachdem die Kopier-Orgie überstanden war, ermittelten wir zuerst die Werte mit der normalen Festplatte. Der Mac brauchte stolze 51 Sekunden für den Start. Das Hochfahren von der SSD lief dann hingegen deutlich schneller.

Unsere Testergebnisse der SSDs im Vergleich zur Festplatte finden auf der nächsten Seite.

1 2