Laptop mit Windows 10

Das bringen Intels neue Kaby-Lake-Prozessoren

Die neue CPU-Generation von Intel findet in immer mehr Geräten Verbreitung. Wir gehen auf die Features und das Zusammenspiel mit Windows 10 ein.
Von Daniel Rottinger
AAA
Teilen (4)

Im Rahmen der IFA 2016 hatte Intel seine neue Prozessorgeneration Kaby Lake offiziell präsentiert und erste Modelle für die Hardwarepartner bereitgestellt. Allerdings dauerte es bis zur CES Anfang Januar auf der eine Vielzahl neuer Geräte angekündigt wurde, die mit der aktuellen CPU-Generation von Intel ausgestattet sind. Intel mit neuen Kaby-Lake-CPUsIntel mit neuen Kaby-Lake-CPUs

CES 2017: Durchbruch für Kaby Lake

Nach der IFA übten sich die meisten Hardwarehersteller in Zurück­haltung und kaum ein neues Gerät mit Kaby-Lake-CPU kam auf den Markt. Dies lag sicherlich auch daran, dass Intel den OEMs anfangs nur die Ultra-low-power-Variante von Kaby Lake bereitstellte. Erst die CES 2017 brachte den Durchbruch für die neuen Intel-Chips. Zahlreiche Hardwarehersteller haben Geräte für die nächsten Wochen und Monate angekündigt, die auf Intel-Prozessoren der siebten Generation (Kaby Lake) setzen. So bringen etwa Samsung mit dem Notebook Odyssey und LG mit dem Gram neue Modelle mit Kaby Lake auf den Markt. Und auch bereits im Markt existente Laptops wie das Asus ZenBook 3 erhalten einen Refresh und bekommen in der Deluxe-Neuauflage Kaby Lake spendiert.

Die auf der CES 2017 vorgestellten Neuheiten mit den aktuellen Intel-Chips sind vergleichsweise teuer: Schon in der Ausstattung mit der geringsten Hardwarepower müssen Nutzer häufig über 900 Dollar für ein Gerät ausgeben, wenn es ein Gerät mit einem Core i7 sein soll. Wer sich selbst einen Überblick über verfügbare Modelle verschaffen möchte, kann diese Übersichtsseite von Intel für Geräte mit Intel Core i5 bzw. Core i7 ansteuern.

Kaby Lake ist Pflicht: 4K-VoD-Streaming im Browser

Kaby Lake bringt Support für 4K-StreamingKaby Lake bringt Support für 4K-Streaming Wer 4K-Filme und -Serien von Netflix & Co. im Browser wiedergeben möchte, muss über einen PC mit einem Kaby-Lake-Prozessor verfügen. Zudem gilt es weitere Voraussetzungen zu erfüllen: So muss auf dem Rechner Windows 10 (Anniversary Update) installiert sein und der Edge Browser genutzt werden. Zusätzlich ist für 4K-Streaming eine schnelle Internet­anbindung von mindestens 25 MBit/s erforderlich. Sofern Netflix als VoD-Dienst eingesetzt wird, muss der Nutzer über eine Premium-Mitgliedschaft für monatlich 11,99 Euro verfügen. Der per HDMI 2.0 an den PC angeschlossene Monitor muss zudem über den Kopierschutzstandard HDCP 2.2 verfügen.

Support: Windows 10 & Kaby Lake

Für ein reibungsloses Zusammenspiel zwischen Hard- und Software wird bei Verwendung eines Kaby-Lake-Prozessors Windows 10 erforderlich. Sofern der Nutzer von offizieller Seite (Treiber-)Support erwartet, muss er also auf die Installation von früheren Windows-Versionen verzichten. Die aktuelle Intel-CPU dürfte zwar auch mit Alt-Betriebssystemen funktionieren, allerdings müssen Anwender dann wohl auf Performancevorteile und Spezialfeatures verzichten. Die meisten Geräte mit Kaby Lake werden allerdings ohnehin mit Windows 10 als vorinstalliertes System ausgeliefert. Insofern dürfte die Einschränkung nur Nutzer betreffen, die sich selbst einen PC zusammenbauen und mit der Installation von Windows 7 bzw. 8.1 liebäugeln.

Unsere Erfahrungen mit Kaby Lake

Kaby-Lake-CPU kommt beim Medion S3409 zum EinsatzKaby-Lake-CPU kommt beim Medion S3409 zum Einsatz Als einer der ersten Hersteller hat sich Medion im Zuge der IFA 2016 als ein Unterstützer der Kaby-Lake-Prozessoren bekannt. Mit dem Laptop Medion S3409 ist seit einigen Monaten ein 699 Euro teures Modell mit der Prozessorneuheit von Intel verfügbar. Da sich Medion allerdings bereits in der Anfangsphase für den Kaby-Lake-Support ausgesprochen hat, handelt es sich bei dem im S3409 verbauten Chip nur um einen Intel i5 7500U (7. Gen.). Das U steht dabei für Ultra-low-power und weist auf den geringen Energieverbrauch hin. Allerdings bringt der Prozessor im Vergleich zu einer gewöhnlichen Desktop-CPU verständlicherweise auch weniger Performance. Beim Core i5 7500U handelt es sich um einen Zweikernprozessor, der mit 2,5 GHz taktet. Damit Sie unsere Erfahrungswerte besser einordnen können, folgt nun eine kurze Aufstellung der weiteren Leistungsdaten: 8 GB DDR3-RAM und die Onboard-GPU Intel HD Graphics 620. Beim Mainboard setzt der Hersteller auf Zusammenarbeit mit einem anderen Hersteller.

Performance von FIFA 2017 (Demo) im CheckPerformance von FIFA 2017 (Demo) im Check Im Alltag reicht die Performance für Multitaking und die Nutzung von Office-Programmen oder dem Webbrowser problemlos aus. Und auch die Verwendung des Geräts in Zusammenspiel mit einer virtuellen Maschine funktioniert reibungslos, wie wir in einem separaten Artikel beleuchtet haben.

Natürlich wollten wir abschließend wissen, ob sich das Notebook auch für Gaming eignet. Zu diesem Zweck haben wir das Fußballspiel FIFA 17 (Demo) heruntergeladen und gestartet. Bei den Grafikeinstellungen haben wir uns für eine Auflösung von 1280 mal 720 Pixel, bei der Bildqualität für Auto entschieden. Unsere Testpartie lief ruckelfrei mit 30 bis 40 Bildern pro Sekunde über den Bildschirm. Nur bei Zwischensequenzen, wie etwa Torjubelszenen, brach die Framerate ein. Bei einem Testlauf mit Full-HD-Auflösung und maximalen Details versagte das Spiel seinen Dienst und stürzte während des Startvorgangs ab. Für Core-Gamer ist das Gerät allerdings ohnedies nicht ausgelegt.

Fazit

Wer ohnehin den Kauf eines neuen Laptops plant und dabei nicht zu allzu sehr aufs Geld schauen muss, kann sich für ein Modell mit Kaby-Lake-CPU entscheiden. Dadurch erwirbt der Anwender zudem etwas Zukunfts­sicherheit. Durch die Vielzahl an CES-Neuankündigungen mit Kaby-Lake-Prozessoren gibt es zudem in jeder Alternativ kann sich der Laptop-Interessent allerdings zu einem geringeren Preis für ein Vorgängermodell mit Skylake-Prozessor entscheiden und erhält ebenfalls eine brauchbare Prozessorleistung. Auf 4K-VoD-Streaming via Webbrowser muss er dann allerdings verzichten.

Teilen (4)

Mehr zum Thema Windows 10