Sicherheitslücke

Intel-CPU-Lücke: 90-Prozent-Schutz bis Ende der Woche

Der CES-Auftritt von Intel sollte die Stärken des Halbleiter-Riesen demonstrieren, doch Konzernchef Krzanich musste mit eine Erklärung zur jüngst bekanntgewordenen Chip-Schwachstelle beginnen. Wer eine Entschuldigung erwartet hatte, wurde enttäuscht.
Von dpa /
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SicherheitslückenAuch Intel-Boss Brian Krzanich hatte einen Auftritt auf der CES 2018 Intel will binnen einer Woche Schutz­maßnahmen gegen die Sicherheits­lücke in Computerchips für 90 Prozent seiner Prozessoren der vergangenen fünf Jahre veröffentlichten. Das sagte Firmenchef Brian Krzanich. Für die restlichen Intel-Chips, ebenfalls aus den vergangenen fünf Jahren, solle das Sicherheits-Update bis Ende des Monats heraus­gebracht werden. Demzufolge werden CPUs maximal bis zur Haswell-Generation, beispielsweise Core-Prozessoren der 4xxx-Serie, überhaupt von den Maßnahmen abgedeckt. Intel habe keine Hinweise darauf, dass jemand mit Hilfe dieser Schwach­stelle Nutzer­daten erbeutet haben könnte, bekräftigte Krzanich. Es sei nach wie vor wichtig, stets alle Aktualisierungen zu installieren, mahnte Krzanich.

Durch die vergangene Woche bekannt­gewordene Sicherheits­lücke können zumindest theoretisch auf breiter Front Daten abgeschöpft werden. Die Schwach­stelle steckt in einem branchenweit angewendeten Verfahren, deswegen sind Prozessoren verschiedenster Hersteller betroffen. Forscher demonstrierten, dass es möglich ist, sich Zugang zum Beispiel zu Passwörtern, Krypto-Schlüsseln oder Informationen aus Programmen zu verschaffen. Tech-Firmen sind dabei, die seit Jahren bestehende Lücke so gut es geht mit Software-Aktualisierungen zu stopfen. Komplett kann man das Problem nach Ansicht einiger Experten aber nur durch einen Austausch der Prozessoren beheben. Intel steht wegen der Schwach­stelle bereits im Visier mehrerer Verbraucher-Klagen in den USA.

Ganz neue Einsichten mit True VR

Krzanich begann mit der Stellungnahme zur Chip-Sicherheitslücke seinen Auftritt auf der Technik-Messe CES in Las Vegas. Der Schwerpunkt seiner Präsentation war Intels neue Technologie für dreidimensionale Video­aufnahmen. Bei der True VR getauften Technologie werden Szenen mit Dutzenden Kameras aus unterschiedlichen Richtungen aufgenommen, sodass man die Videos aus allen möglichen Blick­winkeln und Perspektiven einzelner Teilnehmer betrachten kann. Intel sieht ein aussichts­reiches Anwendungs­feld für die Technologie im Sport - und im Film und Fernsehen. Deswegen wurden Beispiele mit verschiedenen Sportarten demonstriert sowie einer Western-Szene aus dem neuen Intel-Studio in Los Angeles. Von den bevorstehenden Olympischen Winterspielen in Südkorea will Intel 30 Events in 3D übertragen, sowohl in Live-Schaltungen als auch auf Abruf.

Außerdem erklärte Krzanich, dass Intel an Chips arbeite, die das Funktionieren menschlicher Neuronen nachahmten - und ebenso wie etwa Google auch an Quantencomputer-Prozessoren. Am Anfang machten Menschen Musik nur mit Daten­handschuhen und Kameras statt Instrumenten - zum Teil begleitet von Drohnen, die auf einer auf der Bühne eingeblendeten riesigen Tastatur Klavier spielten.

Lesen Sie in einem weiteren Beitrag, womit die Sache rund um Meltdown und Spectre überhaupt erst ins Rollen kam.

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