Entwickler-Bauteile

Intel: "Die Grenzen werden vor allem von der Fantasie gesetzt"

Der Chip-Riese Intel entwickelt einen Mikro-Computer namens Edison in Form einer SD-Speicherkarte. Auch Entwickler ohne Erfahrungen im Chip-Bereich sollen mit diesem problemlos arbeiten können. Mit Edison will Intel einen Standard bei vernetzten Geräten setzen.
Von dpa / Jennifer Buchholz
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Der Chip-Riese Intel will den Ton im entstehenden Internet der Dinge angeben. "Wir wollen den Standard bei kleinen vernetzten Geräten setzen", sagte der zuständige Intel-Manager Mike Bell auf der Elektronik-Messe CES in Las Vegas.

Der Halbleiter-Konzern entwickelte den Mikro-Computer "Edison", der die Größe einer SD-Speicherkarte aber die Leistung eines Desktop-PCs hat. Nach dem Baukasten-Prinzip sollen junge Unternehmen so die Möglichkeit bekommen, binnen weniger Wochen ihre Ideen für vernetzte Technik umzusetzen. Man habe extra die Form einer SD-Karte gewählt, weil es dafür standardisierte Einsteck-Module gebe, sagte Bell. So brauchen die Entwickler keine Erfahrungen im Chip-Bereich und müssen auch nicht Sonderanfertigungen in Asien bestellen, da der Chip ein fertiges Einsteck-Bauteil ist. Genau deshalb haben wir uns für die Form einer SD-Karte entschieden - dafür gibt es standardisierte Module mit Kontakten.

"Die Grenzen werden vor allem von der Fantasie gesetzt"

So klein ist der Mikro-Computer von IntelSo klein ist der Mikro-Computer von Intel Als Beispiel für die Umsetzung der Technologie zeigt Intel ein Gerät, das den Eltern meldet, wenn ihr Baby aufwacht. Zusätzlich könne man damit aber auch einen Fläschchen-Wärmer entwickeln, der dann automatisch anspringe, erläuterte Bell. "Die Grenzen werden vor allem von der Fantasie gesetzt." So entwickelte ein Intel-Team beim Experimentieren mit der Technologie ein Futterhaus, das sich meldet, wenn das Vogelfutter nachgefüllt werden muss und dank einer Kamera Bescheid geben kann, wenn eine bestimmte Vogelart vorbeikommt. "Die Idee ist, dass jeder Dinge bauen kann, an denen er Freude hat."

Bell arbeitete viele Jahre bei Apple und führte bis Mai 2013 die Intel-Sparte, die Chips für Smartphones und Tablets entwickelt. Er hatte dort wenig Glück: In diesen Mobil-Geräten dominieren nach wie vor Prozessoren auf Basis von Technologie des Intel-Konkurrenten ARM. "Es war sehr unbefriedigend, Weltklasse-Produkte zu haben, aber ständig gegen Vorurteile ankämpfen zu müssen", räumte Bell ein. Die Erfahrungen aus der Entwicklung möglichst sparsamer und effizienter Chips kämen jetzt aber bei Prozessoren für das Internet der Dinge zugute. "Ich sage es offen: Wir wollen den Standard bei kleinen vernetzten Geräten setzen. Und wir haben das Zeug dazu, die Entwicklung in diesem Bereich anzuführen."

Starken Verbesserungsbedarf sieht der Intel-Manager vor allem in der Batterie-Technologie. Die derzeitigen Energieträger seien noch nicht effizient genug, um bestimmte Ideen und Entwicklungen umsetzen zu können.

Intel nennt bisher keine Preise für "Edison". Man wolle die Technik aber möglichst schnell und günstig anbieten, weil sich der Markt so explosiv entwickele, betonte Bell. Ein Hindernis sei das Fehlen einheitlicher Standards für den Datenaustausch zwischen verschiedenen Geräten. "Jeder Anbieter versucht, seine Insellösungen im Markt zu etablieren." Die Industrie zeichne zwar ein Bild vom vernetzten Haushalt, in dem die Geräte miteinander kommunizieren können - allerdings funktioniere das in der Realität bei Technik unterschiedlicher Anbieter meist nicht.

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