Intel-Handys

Im Gespräch: Intel geht die Aufholjagd bei den Smartphones an

LTE-Unterstützung kommt erst mit der nächsten Chip-Generation
Aus Hannover berichtet Steffen Herget
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Die Aufholjagd ist nicht ganz einfach, aber Intel sieht sich auf einem guten Weg und will sie in Angriff nehmen - das ist die Botschaft, die wir im Gespräch mit Mats Clarhamn, Smartphone-Manager für den europäischen Markt bei Intel, vermittelt bekamen. Auf der CeBIT 2013 (Alles zur Messe in Hannover) betonte der Schwede in Diensten des größten Halbleiter-Herstellers der Welt, dass man sich mit den aktuellen und kommenden Prozessoren - die ClovertRail+-Baureihe kommt in den nächsten Monaten auf den Markt - in Sachen Leistung und Energie­effizienz nicht hinter der Konkurrenz der ARM-basierten Chips verstecken müsse - und das, obwohl man eigentlich erst seit Anfang 2012 wirklich auf diesem Feld aktiv sei.

Man sei natürlich eher spät dran gewesen, so Clarhamn weiter. Allerdings habe man technologisch schnell den Anschluss geschafft, auch wenn sich das nicht an der Zahl der Prozessorkerne ablesen ließe. Diese seien jedoch für den Nutzer und die allermeisten Android-Applikationen auch nicht wirklich relevant. Bei der Leistung sieht man sich spätestens mit dem neuen Intel Atom Z2580, der etwa das Lenovo K900 antreibt, auf Augenhöhe mit der Konkurrenz, beim Stromverbrauch habe man gar Vorteile. Während die aktuellen Chips im 32-Nanometer-Verfahren gefertigt werden, soll es im nächsten Jahr herunter auf 22 Nanometer und 2014 gar auf 14 Nanometer gehen.

Konzentration zunächst auf Android und Schwellenländer

Lenovo K900 mit Intel-ProzessorLenovo K900 mit Intel-Prozessor Nun muss es für Intel nur noch die Dynamik des Marktes richten. Intel hat bisher vor allem die Märkte in Schwellenländern im Blick, die noch viel Potenzial bieten. So kommt etwa das neue Yolo Phone zunächst in Kenia auf den Markt. Durch die neue Kooperation mit ZTE soll vor allem der Markt in Asien in Angriff genommen werden. In Europa gelang bisher mit dem Motorola Razr i, das gute Kritiken bekam, ein Achtungserfolg, mit dem Lenovo K900 und dem Asus Fonepad sollen weitere folgen. Allerdings fehlen Intel hier noch die großen Handy-Hersteller wie beispielsweise Samsung, HTC oder Nokia als Partner. Daran arbeite man allerdings, so Clarhamn weiter. Android als Plattform sei derzeit die sinnvollste Option, da das Google-Betriebssystem schließlich aktuell rund 64 Prozent des Smartphone-Marktes abdecke. Man halte jedoch die Augen auf und beschäftige sich auch intensiv mit anderen Plattformen, etwa dem Samsung-Projekt Tizen.

LTE kommt noch in diesem Jahr

Als größten technischen Mangel ist derzeit zu sehen, dass die Smartphone-Plattformen von Intel noch kein LTE unterstützen. Bisher sei der Markt noch nicht groß genug gewesen, so Clarhamn, das ändere sich aber gerade. Deshalb soll auch noch in diesem Jahr LTE für den Datentransfer in den Intel-Chips integriert werden, in einem zweiten Schritt auch mit Unterstützung für Sprachtelefonie. Intel will direkt alle Frequenzbänder auf allen Chips anbieten - ein Vorteil für die Handy-Hersteller. Erste Intel-Handys mit LTE-Telefonie erwartet der Manager Ende dieses Jahres oder im ersten Quartal 2014. Dann soll auch dem Sprung in das High-End-Segment nichts mehr im Wege stehen.

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