Kendrick Peak

Auto der Zukunft von Intel: Neue Plattform vereint Internet, Navi & Co.

Navi, Internet und Unterhaltung vereint die neue technische Plattform Kendrick Peak, mit der Intel im Wettbewerb um das Auto der Zukunft mitspielt. Die Forschung dafür kommt aus Karlsruhe.
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Zwei Jahre nach seiner Gründung hat das Karlsruher Entwicklungszentrum des US-Konzerns Intel seinen ersten großen Wurf vorgestellt: Eine neue Technik für Informationen und Unterhaltungselektronik soll das Auto der Zukunft vorantreiben. Die vorgestellte Plattform Kendrick Peak (benannt nach einem Berg in Arizona) verbindet Hardware und Software und kann von Automobilherstellern an eigene Bedürfnisse angepasst werden. Erste Fahrzeuge mit diesem System könnten möglicherweise noch in diesem Jahr auf den Markt kommen, sagte ein Intel-Sprecher der Nachrichtenagentur dpa.

Der größte Teil der Entwicklung für die neue Plattform fand in Karlsruhe statt, wo Intel eine von weltweit drei Forschungsstätten für digitale Technik im Auto betreibt - die beiden anderen sind in den USA und in Irland. Das Entwicklungszentrum in Karlsruhe wurde 2012 eingerichtet. In dem Gebäude im Technologiepark im Osten der Stadt sind auf drei Etagen mehr als 100 Mitarbeiter beschäftigt. Zu den Automobilherstellern, mit denen Intel dabei zusammenarbeitet, gehören BMW, Jaguar Landrover, Kia und Hyundai.

Der Computer im Kofferraum

Auto der Zukunft von IntelAuto der Zukunft von Intel Kern des Systems ist ein im Kofferraum platzierter Computer. Mehrere Bildschirme können unterschiedliche Inhalte darstellen wie Navi-Informationen für den Fahrer, einen Internet-Zugang für den Beifahrer und Videos für weitere Insassen. Herz des Computers ist ein eingebetteter Atom-Prozessor von Intel (Codename Baytrail) mit bis zu vier Kernen, der für Temperaturen von minus 50 bis plus 60 Grad ausgelegt ist. Auf einem Monitor in der Mitte der Fahrzeugkonsole zeigt "Dual-View"-Technik je nach Blickwinkel unterschiedliche Inhalte an.

Kendrick Peak als Plattform für das "In-Vehicle Infotainment" (IVI) ist Teil einer langfristigen Strategie von Intel, die das autonome Fahren anstrebt, also das Autofahren ohne eigenes Steuern. Nächster Schritt ist eine Lösung mit integrierter Server-Anbindung für die Echtzeitanalyse von Fahrzeugdaten. "Ziel ist, dass sich Autos miteinander unterhalten, damit sie einen optimalen Abstand halten und Staus vermieden werden", sagte der Intel-Sprecher. "Das ist ein Beitrag für mehr Verkehrssicherheit."

Im Prozessor integrierte Technik für die Verschlüsselung

Im Prozessor integrierte Technik für die Verschlüsselung sowie eine Anonymisierung sollen die persönlichen Daten schützen. Bei Sicherheitslösungen für den Datenverkehr im "Internet der Dinge" arbeitet Intel mit dem US-Unternehmen Wind River zusammen. Auf die Frage nach einer Hintertür für den US-Geheimdienst NSA sagte ein weiterer Intel-Sprecher: "Es gibt keine Backdoor bei unseren Prozessoren."

Das Marktforschungsinstitut IHS Automotive erwartet, dass der Markt für Infotainment-Systeme im Auto mit nahezu 130 Millionen verkauften Systemen bis 2020 so groß sein wird wie der PC-Markt im Jahr 1999. Bei den Prozessor-Herstellern entwickeln auch ARM, Texas Instruments (TI) und Infineon spezielle Lösungen für das Auto.

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