Themenspezial: Unterwegs Wüsten-Hotspot

Inmarsat IsatHub: Mobiles Satelliten-Internet im Test

Wer sich außerhalb eines zellularen Mobilfunknetzes befindet, muss nicht von Telefonie und Internet abgeschnitten sein. Dafür sorgen die Betreiber von Satelliten-Netzwerken. Wir haben den mobilen WLAN- und Telefonie-Hotspot Inmarsat IsatHub getestet.

Das "Sorgenkind" im Inmarsat-Netzwerk bleibt aber unserer Auffassung nach die Telefonie. Ein erster Bug befindet sich in der Voice App für Android, hier wurde bei uns auf zwei Smartphones das Hauptmenü nicht angezeigt. Wir konnten also nicht zum Ziffernblock oder zum Adressbuch, das die App ungefragt ausliest, wechseln. Wir mussten also zuerst unseren Kontakt im Smartphone-Adressbuch suchen, den grünen Hörer antippen und dann als zu verwendende App die Inmarsat-Voice-App wählen.

Hotspot korrekt auf den Satellit ausgerichtet Eine Verbindung gibt es erst, wenn der Hotspot korrekt auf den Satellit ausgerichtet wurde
Bild: teltarif.de / Alexander Kuch
Gut die Hälfte unserer über die App aufgebauten Gespräche brach nach ziemlich genau 20 Sekunden ab, und zwar nicht durch Auflegen der Gegenstelle oder des Netzes, sondern durch ein Verstummen - wir mussten also den Gesprächspartner erneut anwählen. In den meisten Fällen war die Sprachqualität so brüchig und abgehackt, dass nicht nur einzelne Silben, sondern zum Teil ganze Worte fehlten. Eine sinnvolle und verständliche Kommunikation war über den Hotspot nur ganz selten möglich. Gegenüber anderen Satelliten-Netzwerken hat Inmarsat bei der "Kernkompetenz" der Telefonie also weiterhin einen entscheidenden Nachteil - dies haben wir auch schon im Testbericht zum Isatphone 2 kritisiert. An der Lautstärke gibt es nichts zu meckern - aber die Verständlichkeit bleibt ein Problem, wobei die Qualität mit dem Isatphone 2 deutlich besser war als beim Hotspot.

Voice App: Die Landesvorwahl muss immer mitgewählt werden Voice App: Die Landesvorwahl muss immer mitgewählt werden
Screenshot: teltarif.de / Alexander Kuch
Der 3000-mAh-Akku des Isathub soll laut Inmarsat etwa 2,5 Stunden Betriebszeit ermöglichen und im Standby rund 8 Stunden durchhalten. Nach unserer Auffassung hat Inmarsat die Leistung hier fast ein wenig zu vorsichtig geschätzt. Nach einem zweistündigen Test, in dem wir dauerhaft mit dem Netzwerk verbunden und online waren, zeigte die Akkuanzeige noch zwei von vier Punkten an. Behandelt man den Akku einigermaßen pfleglich, könnte er also gut drei bis knapp vier Stunden durchhalten.

Was kostet der IsatHub und wofür taugt er in der Praxis?

Satelliten-Equipment gibt es nicht zum Schnäppchenpreis: Der Inmarsat Isathub kostet stolze 1 400 Euro ohne SIM-Karte. Laut Expeditionstechnik Därr wird zur Nutzung eine IsatHub-SIM-Karte mit Postpaid-Vertrag benötigt. Diese kostet einmalig 20 Euro. Prinzipiell ist es günstiger, das Equipment bei kürzeren Auslandsaufenthalten zu mieten statt es zu kaufen. Doch unter satfon.de ist der IsatHub noch nicht als Mietgerät gelistet - hierzu sollte man also persönlich anfragen. Darüber hinaus fallen die im Folgenden tabellarisch aufgelisteten Grund- und Verbindungsgebühren an. Laut Expeditionstechnik Därr handelt es sich bei SIM-Karten und Verbindungsgebühren um eine Vermittlungsleistung, die nicht mit Umsatzsteuer belastet wird:

IsaHub Postpaid Tarife

Tarifplan 0 25 50 100 250 500
Einrichtung 30,00 pro SIM-Karte
Grundgebühr 30,00 25,00 20,00 20,00 20,00 20,00
Monatliche Mindestabnahme =
Freiguthaben für Daten/SMS/Telefon
0,00 77,00 148,00 282,00 680,00 1 300,00
Monatliche feste Gesamtkosten 1) 30,00 102,00 168,00 302,00 700,00 1 320,00
Stand: 22.07.2015, Preise in Euro
1) zzgl. evtl. Mehrverbrauch über mtl. Mindestabnahme

Abschließend stellt sich die Frage, was die Kernkompetenzen des Inmarsat IsatHub sind und wofür er sich besonders eignet. Nach unserem Test können wir sagen, dass der mobile Hotspot auf jeden Fall einfach zu bedienen ist und in unserem Test problemlos funktioniert hat - wen man einmal pro Standort den Ausrichtungs-Assistenten erfolgreich überwunden hat.

Verbindungsgebühren weltweit zu
Festnetz, Mobilfunk, IsatHub, BGAN, FBB, IsatPhone (GSPS)
Tarifplan 0 25 50 100 250 500
Datentransfer / MB 3,20 3,08 2,96 2,82 2,72 2,60
Telefonie 0,62 0,60 0,58 0,56 0,54 0,52
SMS 0,48 0,47 0,46 0,45 0,44 0,43
Stand: 22.07.2015, Preise in Euro

Unser Test zeigt, dass der Hotspot insbesondere beim Surfen im Internet und bei SMS seine Sache gut macht. Von daher taugt er auf jeden Fall als beinahe weltweit einsetzbares Kommunikationsmittel, bei dem das mobile Internet zwar nicht rasend schnell, aber immerhin zuverlässig funktioniert - wenn man die entsprechenden Preise dafür bezahlen möchte. Keine externe Antenne Keine externe Antenne: Der Hotspot kann nur im freien genutzt werden
Bild: teltarif.de / Alexander Kuch

Für ausgiebige Sprachtelefonate ist es allerdings aus unserer Sicht nach wie vor empfehlenswert, ein separates Satelliten-Telefon mitzuführen, nicht nur wegen der signifikant besseren Sprachqualität als beim IsatHub, sondern auch wegen der deutlich längeren Akkulaufzeit.

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