Wüsten-Hotspot

Inmarsat IsatHub: Mobiles Satelliten-Internet im Test

Wer sich außerhalb eines zellularen Mobilfunknetzes befindet, muss nicht von Telefonie und Internet abgeschnitten sein. Dafür sorgen die Betreiber von Satelliten-Netzwerken. Wir haben den mobilen WLAN- und Telefonie-Hotspot Inmarsat IsatHub getestet.

Der Inmarsat IsatHub spannt ein WLAN-802.11b/g/n-Netzwerk auf, das eine Reichweite von etwa 30 Meter hat. Auf dem Typenschild stehen die SSID des Hotspots, die meistens aus dem Wort "iSavi" und einer Nummer besteht, sowie das WLAN-Passwort. Laptop und Smartphones haben sich in unserem Test problemlos mit dem Hotspot verbunden.

Hotspot korrekt auf den Satellit ausgerichtet Eine Verbindung gibt es erst, wenn der Hotspot korrekt auf den Satellit ausgerichtet wurde
Bild: teltarif.de / Alexander Kuch
Nun sind allerdings weitere Installationssschritte notwendig. Mit dem Laptop muss der Anwender den Browser öffnen und die Adresse http://isavi bzw. http://192.168.1.35 eingeben. Anschließend werden Benutzername und Passwort abgefragt, diese lauten in der Werkseinstellung admin und 1234.

Jetzt erscheint die Hauptkonsole des Hotspots mit diversen Statusanzeigen. Oben ist zu lesen, ob der Hotspot mit dem Inmarsat-Netzwerk verbunden ist und ob zusätzlich eine Internet-Verbindung besteht. Anschließend zeigt eine Balkenanzeige die Empfangsstärke in dB an und darunter stehen GPS-Position und Batteriestand. Über den Knopf "Activate Data Connection" kann der Nutzer die Internet-Verbindung ein- und ausschalten, um die Kosten im Griff zu behalten. Über die Menüeinträge "Data", "Telephony", "SMS" und "Settings" sind weitere Funktionen aufrufbar.

Für die Nutzung mit Smartphones und Tablets stehen Apps für iOS und Android zur Verfügung, und zwar für jede Plattform zwei Apps. Sucht der Nutzer in den Appstores nach "Inmarsat", "Isathub" oder "iSavi", erscheinen als Ergebnis die "Control App" und die "Voice App". Die Control App übernimmt dabei die Funktion der Weboberfläche und die Voice App dient zum Telefonieren über das Satelliten-Netzwerk.

Internet und SMS funktionieren erstaunlich gut

SMS-Versand per Browser SMS-Versand per Browser
Screenshot: teltarif.de / Alexander Kuch
Stand die Internet-Verbindung einmal, war sie in unserem Test außergewöhnlich stabil. Verbindungsabbrüche haben wir bei regulärer Benutzung keine erlebt. Erst als wir mutwillig die Position des Hotspots änderten, brach die Verbindung zusammen. Inmarsat gibt für das Surfen mit dem IsatHub eine maximale Datenrate von 384 kBit/s im Down- sowie 240 kBit/s im Upstream an. Bei unseren Messungen auf den Tempelhofer Feld in Berlin erreichten wir eine durchschnittliche Datenrate von 124 kBit/s in beiden Richtungen. Auffällig war, dass der Ping mit 1500 bis 2000 ms deutlich höher (also langsamer) war als in einem regulären Heim-WLAN oder in einem zellularen Mobilfunknetz. Zum Vergleich: Im Telekom-LTE-Netz Berlins messen wir meist Ping-Werte zwischen 35 und 80 ms.

Der Aufruf der regulären teltarif.de-Webseite dauerte über das Inmarsat-Internet rund 3,5 Minuten, wobei nach etwa 2,5 Minuten das Gerüst und die Texte geladen waren. Die schlankere mobil.teltarif.de war textlich nach etwa einer Minute geladen und nach zwei Minuten waren die Bilder da.

Das Tempelhofer Feld in Berlin bietet für den Test 4 Kilometer Freifläche Das Tempelhofer Feld in Berlin bietet für den Test vier Kilometer Freifläche
Bild: teltarif.de / Alexander Kuch
Auch das Versenden von SMS über den Hotspot klappte im Test reibungslos. Wichtig zu wissen ist, dass das Satelliten-Netzwerk eine eigene Vorwahl +870 hat und darum bei allen beispielsweise nach Deutschland versendeten SMS vor der Zielrufnummer die +49 eingegeben werden muss. Eine an ein deutsches Vodafone-Handy versandte SMS wurde im Test nach etwa 40 Sekunden zugestellt.

Doch auch telefonieren kann man über den Inmarsat-Hotspot - dazu unsere durchwachsenen Erfahrungen auf der letzten Seite. Hier zeigen wir auch in einer Tabelle, was die Kommunikation per IsatHub monatlich kostet und wie lange der Akku durchhält.

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