Rechtsfälle

Unseriöse oder falsche Abmahnungen enttarnen

Wer eine Abmahnung erhält, sollte erst einmal herausfinden, ob diese von einem seriösen Absender stammt. Es gibt allerdings Fälle, in denen dringend auf eine Abmahnung reagiert werden muss.
Von mit Material von dpa
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Unseriöse oder falsche Abmahnungen richtig enttarnenUnseriöse oder falsche Abmahnungen richtig enttarnen Wer im Netz Songs und Filme illegal herunterlädt oder verbreitet, bekommt eventuell Post vom Anwalt. Allerdings ist nicht jede Abmahnung berechtigt, erklärt das Rechtsportal iRights.info. So kann es auch passieren, dass eine Abmahnung versehentlich an Unbeteiligte geht oder dass Abzocker damit auf die Jagd nach dem schnellen Geld gehen.

Empfänger sollten das Schriftstück daher zuerst genau lesen: In der Regel wird darin zum Beispiel genau aufgeführt, wann man angeblich welche Rechtsverletzung begangen hat. Ist das nicht der Fall, ist das ein mögliches Zeichen für einen unseriösen Absender. Gibt es genaue Angaben, überprüfen Empfänger am besten, ob sie diese überhaupt begangen haben können oder ob sie zu dem fraglichen Zeitpunkt zum Beispiel im Urlaub waren.

Bei seriösem Absender muss geantwortet werden

Auch auf eine definitiv unberechtigte Abmahnung müssen Empfänger aber reagieren und dem Abmahner schriftlich mitteilen, warum die Vorwürfe falsch sind. Die Unter­lassungs­er­klärung, die zu jeder Abmahnung gehört, sollten sie dann aber auf keinen Fall unterschreiben. Wer sich unsicher mit der passenden Antwort ist, sollte den Angaben nach Rat von einem Anwalt oder bei den Verbraucherzentralen einholen.

Solche Profis helfen auch Verbrauchern, die zu Recht abgemahnt wurden. Zahlen müssen sie für ihre Rechtsverletzung zwar fast immer. Professionelle Beratung kann aber zumindest dafür sorgen, dass die geforderte Summe niedriger ausfällt. Denn da sich das Honorar von Anwälten nach dem Streitwert bemisst, wie das Portal schreibt, setzen Abmahnanwälte den Streitwert oft höher an, als es angemessen ist. Außerdem hilft eine professionelle Beratung beim Umformulieren der Unter­lassungs­er­klärung, die in der Regel viel zu weit gefasst ist.

Nach Einschätzung des Portals handelt es sich bei der Abmahnung "von der Grundidee her um eine sehr sinnvolle Sache". Durch Abmahnungen solle "rechtliches Fehlverhalten unterbunden werden können", ohne dass gleich ein Gericht eingreifen muss. Im Bereich der Werbung funktioniere dies beispielsweise sehr gut. Seitdem das Internet aber ständig das Potenzial für Ur­heber­rechts­ver­letzungen bietet, habe sich "eine ganze Branche von Anwälten" darauf spezialisiert, Privatpersonen "massenhaft mit juristisch scharf formulierten Ab­mahn­briefen und hohen An­walts­kosten­forderungen" zu konfrontieren.

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