Angriff

Illegale Flatrate für E-Books

Internetportal setzt den deutschen Buchhandel unter Druck
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Illegale Downloads bescheren nicht nur der Film- und Musikbranche enorme Einbußen. Auch der deutsche Buchhandel klagt über Umsatz­rückgänge ausgelöst durch illegal herunter­geladene E-Books. Die aktuelle Computer Bild Ausgabe (Heft 23/2013) berichtet über das Vorgehen der Raubkopierer sowie die Lösungs­vorschläge der Verleger.

Besonders das Inter­net­portal Torboox ist den Redakteuren hier­bei auf­gefallen. Auf diesem können in­teressierte Leser das ge­wünschte E-Book für drei anstatt 20 Euro er­werben. Auch ein drei­monatiges Abo kann für zehn Euro (Mindestbeitrag) abge­schlossen werden. Dieses ermöglicht das Herunter­laden beliebig vieler Werke im an­gegebenen Zeitraum. Was für den Nutzer durch­aus lukrativ klingt, ist für Autoren und Verlage fatal. Denn an den Lesern verdienen dann nur die Betreiber und Anbieter der kriminellen Seite.

"Wir sind Buchpiraten"

Der Download illegaler EBooks ist strafbar.Der Download illegaler EBooks ist strafbar und schadet der Buchindustrie. Die Hinter­gründe der günstig erworbenen E-Books scheinen wenige Kunden zu interessieren. In einem Interview mit dem Magazin berichtete einer der Betreiber über Download­zahlen von bis zu 100 000 E-Books pro Tag. Mit dem Ziel, "ein 'Spotify' für E-Books" zu werden, will Torbox der Buchindustrie zeigen, "dass sich E-Books nur über eine Flatrate verkaufen lassen“, so der Interviewte. Dabei geben sie offen zu, Buchpiraten zu sein und betonen. Dass die Nutzung des Angebotes nicht wirklich legal ist, können Nutzer in den FAQs lesen. Hier wird auf die "zahlreiche(n) Features, die legal sind: die Pinnwand, die Regale etc."hingewiesen. Das Downloaden schließt dies nicht mit ein. Auch, wenn die Kampfansage deutlich und provozierend ist, betont Torboox, "keine kommerziellen Interessen zu verfolgen" und sich keiner illegalen Tätigkeit bewusst zu sein. Dagegen spricht nicht nur die Aussage auf der Internetseite. Ein weiterer Hinweis, der gegen die Legalität der Plattform spricht, ist, dass die Betreiber bereits von der Gesellschaft zur Verfolgung von Urheber­rechts­verletzungen (GVU) ins Visier genommen wurden. Die Gesellschaft ist dafür bekannt, bereits ähnlich agierende Internet­portale erfolgreich geschlossen zu haben.

Wichtig ist auch: Nicht nur das illegale Einstellen urheberrechtlich geschützter E-Books ist strafbar. Auch das Downloaden dieser Werke von derartigen Platt­formen kann mit einer Freiheitstrafe von bis zu fünf Jahren bestraft werden.

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