Jubiläum

ICQ: Messenger-Urgestein feiert 20. Geburtstag

ICQ verfügt über alle Features, die einen aktuellen Messenger auszeichnen. Dennoch ist das Tool in der Bedeutungslosigkeit verschwunden. Vor 20 Jahren ging dieser erste Instant Messenger an den Start.
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ICQ feiert 20. GeburtstagICQ feiert 20. Geburtstag Vor genau 20 Jahren, im November 1996, ging ICQ an den Start. Damit betrieb die Firma Mirabilis seinerzeit den ersten Instant Messenger - lange bevor Dienste wie Skype oder WhatsApp das Licht der Welt erblickten. ICQ erfreute sich seinerzeit auch großer Beliebtheit. In Spitzenzeiten hatte die Chat-Software mehr als 100 Millionen Nutzer weltweit.

Nur rund zwei Jahre nach dem Start wurde ICQ von Mirabilis an AOL verkauft. 407 Millionen Dollar ließ sich der Konzern seinerzeit den Messenger kosten, der allerdings zunächst nur am Desktop-Computer genutzt wurde. Das erstaunt nur auf den ersten Blick, denn Smartphones waren zur Jahrtausendwende noch rar, Internet-Flatrates selbst im Festnetz noch eine Ausnahme und mobil noch gar nicht erhältlich.

Mit dem Smartphone-Boom, der mit iPhone und Android etwa 2007 oder 2008 begann, verlagerte sich auch das Messaging zunehmend auf mobile Endgeräte. Ein Trend, den ICQ zu lange ignoriert hatte. So konnte der Messenger zwar in Drittanbieter-Apps wie Trillian oder IM+ auch am Handy genutzt werden. Eigene Apps wurden jedoch erst viel später vorgestellt. Dazu krankte das System an der fehlenden Möglichkeit der parallelen Einwahl auf zwei Geräten - also beispielsweise am PC und am Smartphone.

ICQ gehört heute zu Mail.ru

Als AOL den ehemaligen Marktführer unter den Instant Messengern 2010 an den russischen Konzern Mail.ru verkaufte, hatte ICQ seine besten Zeiten längst hinter sich. Vor drei Jahren wurden noch zehn Millionen Kunden gezählt. Mittlerweile dürfte die Zahl noch weiter geschrumpft sein, denn die meisten ehemaligen Nutzer dürften längst zu WhatsApp und Skype, Threema und Line abgewandert sein, um nur einige Beispiele zu nennen.

Dabei ist ICQ technisch durchaus noch auf der Höhe der Zeit. Features wie Gruppen-Chats, der Austausch von Fotos und Videos oder auch die Video-Telefonie werden genauso wie von anderen aktuellen Messengern unterstützt. Dazu stehen unzählige Smileys zur Verfügung. Freunde, die ICQ nicht installiert haben, will der Messenger Chat-Nachrichten per Gratis-SMS zustellen.

Apps gibt es für Android und iOS. Sogar die Unterstützung von Windows Phone bietet ICQ an. Einzig Blackberry-Nutzer müssen - abseits von Multimessengern, die ICQ integriert haben, auf das Chat-Tool verzichten. Auch die Desktop-Clients für Windows, Mac und Linux stehen nach wie vor zur Verfügung und nicht zuletzt ist auch die webbasierte Nutzung möglich.

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