Telefonzellen

So viel kostet das Telefonieren in der Telefonzelle

Wenn man heute vom "Tele­fonieren unter­wegs" spricht, denken viele zunächst an Handys - dies ist zwar oft die bequemste Art zu tele­fonieren, aber wenn der Akku oder das Guthaben leer ist, muss die gute alte Telefon­zelle wieder ihre Dienste leisten.
Von Thorsten Neuhetzki / Christian Bekker

Telekom Telefonsäule Eine Telefonsäule der Telekom
Bild: teltarif.de / Daniel Molenda
Auch wenn das Handy heute die gängige Art ist, unter­wegs zu tele­fonieren, gibt es doch Situa­tionen, in denen ein öffent­liches Telefon notwendig ist: Der Akku ist leer, das Guthaben aufge­braucht oder das Handy liegt zu Hause. In einigen Gebäuden, in U-Bahn-Schächten oder an anderen Orten, an denen das Handy keine Verbin­dung zum Netz des Mobil­funk­anbie­ters aufnehmen kann, bieten öffent­liche Fern­spre­cher die einzige Möglich­keit zu tele­fonieren.

Die gute alte Tele­fon­zelle ist aller­dings selten geworden. An ihre Stelle sind schlichte Tele­fon­säulen getreten, die weniger Angriffs­fläche für Beschädi­gungen bieten, aber auch keinen Schutz vor Wind und Wetter. Sie sind für die Telekom als Betreiber jedoch deut­lich güns­tiger im Unter­halt.

Immer weniger öffent­liche Tele­fone

Telekom Telefonsäule Eine Telefonsäule der Telekom
Bild: teltarif.de / Daniel Molenda
Doch ob Tele­fon­zelle oder Tele­fon­säule - heut­zutage ist oft über­haupt kein öffent­liches Telefon in der Nähe, wenn man mal eines sucht. Laut Bundes­netz­agentur waren im Jahr 2020 noch etwa 16.350 dieser öffent­lichen Sprech­stellen in Betrieb. Im Herbst 2014 waren es nach Angaben der Telekom noch 30.000 öffent­liche Fern­spre­cher. 2004 stolze 107.000 öffent­liche Tele­fon­stellen. Hinzu kommen die Tele­fon­zellen alter­nativer Anbieter, die jedoch auch in den vergan­genen Jahren deut­lich zurück­gegangen sind.

Die Telekom ist nach dem Tele­kommunikations­gesetz (TKG) zwar dazu verpflichtet, eine Grund­versorgung mit öffent­lichen Tele­fonen zu gewähr­leisten. Da aufgrund der hohen Verbrei­tung von Handys und Fest­netz-Tele­fonen die Bedeu­tung der Telefon­zellen deut­lich abge­nommen hat, darf das Unter­nehmen deren Anzahl jedoch verrin­gern. Wird ein öffent­liches Telefon wenig genutzt und stimmt die Gemeinde zu, auf deren Grund das Telefon steht, so kann die Telekom es abbauen. Derzeit kommen dafür alle Telefon­stellen infrage, die weniger als 50 Euro Umsatz im Monat erzeugen.

Andere Anbieter von öffent­lichen Tele­fonen

Neben der Telekom gibt es auch anderen Anbieter von öffent­lichen Tele­fonen. Diese finden sich zumeist weder in Häus­chen noch an Säulen im Freien, sondern sind etwa in Bahn­höfen oder Fußgänger-Unter­führungen an der Wand montiert. Auch in Kneipen oder Restau­rants sind solche Tele­fone manchmal zu finden. Je nach Anbieter kann die Bezah­lung mit Münz­geld oder mit Calling Cards möglich sein.

Kosten fürs Tele­fonieren in der Telekom-Tele­fon­zelle

gelbeTelefonzelle TelH 78 Telefonzelle TelH 78 aus Zeiten der Deutschen Bundespost
Bild: Matze - Fotolia.com
An den öffent­lichen Tele­fonen der Telekom ist in der Regel immer eine Bezah­lung per Tele­fon­karte Comfort und Kredit­karte möglich, bei einigen Geräten auch per Geld­karte oder Münz­geld. Wird die Kredit­karten als Zahlungs­mittel genutzt, so fällt eine einma­lige Verbindungs­gebühr von 1 Euro an.

Die Telekom rechnet Gespräche von ihren Tele­fon­zellen und -säulen in Tarif­ein­heiten ab. Der Preis für eine Tarif­ein­heit beträgt einheit­lich 10 Cent. Wie lange man für eine Tarif­ein­heit tele­fonieren kann, hängt jedoch davon ab, ob man ein Orts-, Fern- oder Auslands­gespräch führt. So ergeben sich unter­schied­liche Minuten­preise fürs Tele­fonieren, die Sie in der Tabelle nach­lesen können.

Achtung: Die Preise in der Tabelle gelten nur für Telekom-Tele­fone auf öffent­lichem Grund. Befindet sich das Telefon in einem privaten Gebäude, so kann es abwei­chende Tarife geben. Die Telekom rät daher, vor einem Anruf von einem öffent­lichen Telefon die kosten­lose Hotline 0800-3306667 anzu­rufen. Dort erfährt der Anrufer, wie lange er für eine Tarif­ein­heit an diesem Telefon tele­fonieren kann.

Telekom: Preise fürs Tele­fonieren in der Tele­fon­zelle

Gesprächs­ziel Zeit pro Tarif­ein­heit
(in Sekunden)
Preis für die erste Minute
(in Euro)
Minu­ten­preis (ab 2. Minute)
(in Euro)
Fest­netz und 115 60 0,50 0,10
Mobil­funk1) 15 0,80 0,40
Sonder­ruf­num­mern 0180-1, -2 - 0,40 0,40
Sonder­ruf­num­mern 0180-3 - 0,50 0,50
Sonder­ruf­num­mern 0180-4, -61) 15 0,40 0,40
Sonder­ruf­num­mern 0180-5, -7 - 0,60 0,60
Auskunft 11833, 11834, 11836, 118371) 5 1,20 1,20
Ausland 12) 10 1,00 0,60
sons­tige Länder2) 3 2,00 2,00
SMS 15 Cent pro Nach­richt
Stand: Juli 2021. Zahlungen mit Kredit­karte kosten einen Einmal­betrag von 1 Euro zusätz­lich pro Verbin­dung.
1)  Die erste Minute wird komplett abge­rechnet
2)  Infos zur Länder­auf­tei­lung kostenlos unter 0800-3306667
Einige Tele­fon­num­mern sind aus Tele­fon­zellen gesperrt. Neben den Nummern, die durch den Inhaber der Tele­fon­nummer gesperrt wurden, sind folgende Nummern bzw. Nummern­gassen nicht erreichbar: 0087, 00881, 00882, 00883, 010, 011x, 012x, 01376 bis 01379, 014x, 01802 00 1033, 0900, alle Auskunfts­dienste außer 11833, 11834, 11837.

WLAN an Telekom-Sprech­stellen

Viele Tele­fon­säulen und -häus­chen hat die Telekom übri­gens mitt­ler­weile auch mit WLAN ausge­stattet. Diese sind von der Nutzung der Telefon-Funk­tion unab­hängig. Die WLAN-Hotspots senden dauer­haft und jeder mit Zugangs­daten kann sich um Umkreis der Tele­fon­säulen einbu­chen und den Zugang nutzen. Einige wenige Geräte sind sogar mit Multi­media-Termi­nals ausge­stattet, an denen sich gegen Gebühr im Internet surfen lässt.