Taktung

Festnetz-, Internet- und Handy-Tarife: Auf die Taktung achten

Bei Fest­netz-, Internet und Handy­tarifen sollten Verbrau­cher nicht nur auf Minu­ten­preise, sondern auch auf die Taktung achten - wir erklären die Unter­schiede.
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Verschiedene Abrechnungsmethoden erschweren die Vergleichbarkeit Verschiedene Abrechnungsmethoden erschweren die Vergleichbarkeit
Fotos: teltarif.de/hs-creator - fotolia.com, Montage: teltarif.de
Beim Vergleich von Fest­netz-, Mobil­funk- und Internet-Anbie­tern sollte man nicht nur auf die Minu­ten­preise achten. Auch die Abrechnungs­methode und insbe­son­dere die soge­nannte Taktung spielen eine wich­tige Rolle.

Nehmen wir an, es gibt zwei Anbieter A und B. Anbieter A verlangt für ein Fern­gespräch 4 Cent pro Minute bei minu­ten­genauer Abrech­nung, B verlangt 5 Cent bei sekun­den­genauer Abrech­nung. Wer ist zum Beispiel bei einem 1-1/2-minü­tigen Gespräch billiger? Zwei Minuten kosten bei Anbieter A 8 Cent, während Anbieter B 10 Cent verlangt. Bei 90 Sekunden sieht die Sache indes anders aus: Da Anbieter A minu­ten­genau abrechnet, stellt er zwei Minuten und damit eben 8 Cent in Rech­nung - durch die sekun­den­genaue Taktung fallen bei Anbieter B dagegen nur 7,5 Cent an. Also ist in diesem Beispiel Anbieter A teurer als Anbieter B, obwohl A den besseren Grund­preis bietet. Das zeigt, welchen Einfluss die Abrech­nungs­methode hat. Eine hohe Bedeu­tung hat dies zum Beispiel auch, wenn das Gegen­über auf dem Handy nicht erreicht wird und sich statt­dessen die Mailbox meldet: Wer hier direkt auflegt, bekommt bei sekun­den­genauer Abrech­nung auch nur einige wenige Sekunden in Rech­nung gestellt - bei minu­ten­genauer Abrech­nung indes eben immer eine ganz Minute.

Unter­schiede bei der Taktung erschweren die Vergleich­bar­keit

Verschiedene Abrechnungsmethoden erschweren die Vergleichbarkeit Verschiedene Abrechnungsmethoden erschweren die Vergleichbarkeit
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Im Markt finden sich bei Fest­netz-, Internet- und Handy-Tarifen eine Viel­zahl von Verfahren zur Abrech­nung. Im Folgenden haben wir die häufigsten Vari­anten zusam­men­gestellt:

  • Abrech­nung in Einheiten einer festen Länge: Dieses Verfahren ist das gängigste - wobei es eben verschie­dene Vari­anten wie minu­ten­genau, sekun­den­genau oder - seltener - zum Beispiel 30-Sekunden-Schritte oder Einheiten über einer Minute gibt. Die Anbieter veröf­fent­lichen einen festen Preis pro Zeit­spanne und rechnen immer volle Zeit­spannen ab. Gerade bei Zielen mit hohen Entgelten, zum Beispiel bei Anrufen vom Handy ins Ausland, ist schnell ein Euro und mehr verschenkt. Dies gilt vor allem bei Ange­boten, bei denen die Abrech­nung zum Beispiel in 4- oder 5-Minuten-Takten erfolgt: Mancher Discoun­tan­bieter subven­tio­niert mit diesem Takt den güns­tigen Minu­ten­preis. Denn auch, wer nur eine Minute oder weniger tele­foniert, zahlt die vollen vier oder fünf Minuten.
  • Abrech­nung in Einheiten einer festen Länge, zuzüg­lich einer Mindest­länge: Bei diesen Taktungs-Vari­anten wird zum Beispiel immer die erste Minute komplett abge­rechnet, danach aber sekun­den­genau - dies würde dann als 60/1-Takt bezeichnet. Selten, aber je nach Tarif durchaus möglich, sind auch Ange­bote mit einem kürzeren ersten Abrech­nungs­takt, gefolgt von längeren Einheiten, zum Beispiel ein 60/240-Takt: Hier würde bei Verbin­dungs­aufbau der Betrag für die ersten 60 Sekunden berechnet, nach deren Ablauf auf einen Schlag die nächsten 240 Sekunden, also vier Minuten, in Rech­nung gestellt werden. Damit wollen sich die Anbieter nach eigenem Bekunden an Kurz- und Lang­tele­fonierer richten.
  • Bestimmte Taktung zuzüg­lich eines Verbin­dungs­preises für jedes Tele­fonat: Hier wird unter Umständen zwar sekun­den­genau abge­rechnet, aber zusätz­lich pro Tele­fonat ein Fest­preis aufge­schlagen.
  • Abrech­nung in Einheiten zu einem festen Preis: Dies ist das Verfahren, das man noch von den alten Telekom-Tarifen kennt, bei denen eine "Einheit" etwa immer 20 Pfennig kostete, aber je nach Tages­zeit und Netz des ange­rufenen Anschlusses (Ort, Fern usw.) unter­schied­lich lang war. Dies benach­tei­ligte vor allem kurze Tele­fonate. So wurden bei Verbin­dungs­aufbau sofort die 20 Pfennig für die ersten 8 Minuten fällig, auch dann, wenn man sofort wieder auflegte. Diese Abrech­nungs­form findet heute kaum noch Anwen­dung.

Außer bei sekun­den­genauer Taktung zahlt der Kunde mehr als er nutzt

Allge­mein lässt sich sagen: Im Schnitt zahlen Sie pro Tele­fonat eine halbe Einheit drauf. Weiterhin gilt: Je kürzer ein Gespräch ist, um so mehr fällt der Aufpreis aufgrund der nur zum Teil verbrauchten Einheiten im Verhältnis zu den Gesamt­kosten ins Gewicht.

Nun gilt bei Gesprä­chen mit Minuten-Taktung, dass der Aufpreis für unver­brauchte Sekunden um so höher ist, je höher der Minu­ten­preis ist. Da man sich aber gerade bei "teuren" Tele­fonaten in der Regel kurz fasst, ist hier auch der rela­tive Aufpreis beson­ders hoch. Mit anderen Worten: Diese Tele­fonate sind doppelt teuer.

Wirk­lich fair ist nur die sekun­den­genaue Abrech­nung. Leider hat sich der Markt genau in die andere Rich­tung entwi­ckelt - Produkte mit Minu­ten­takt sind inzwi­schen die Regel.

Einstell­mög­lich­keiten in unserem Tarif­rechner

Unser Call-by-Call-Tarif­ver­gleich bietet Ihnen die Möglich­keit, Anbieter mit einem fairen Abrech­nungs­takt zu finden - Anbieter mit einem schlechten Abrech­nungs­takt sind hier zunächst nicht gelistet. Über den Para­meter "auch Tarife mit schlechter Taktung" lassen sich diese aber auf Wunsch mit ausgeben.