Anruf-Info-SMS

Handy: Info-SMS bei verpassten Anrufen

Wenn Sie einen Anruf verpassen, weil Ihr Handy ausge­schaltet ist, schi­cken Ihnen die Netz­betreiber eine Info-SMS. Wir zeigen Ihnen, wie das funk­tioniert und welche Beson­derheiten zu beachten sind.
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Wenn Ihr Handy gerade ausge­schaltet ist oder Sie sich außer­halb der Abde­ckung Ihres Handy-Netz­betrei­bers befinden, verpassen Sie Anrufe, ohne dass Sie dies mitbe­kommen. Anrufer können Ihnen aber auf Ihre Mailbox spre­chen und Ihnen so eine Nach­richt hinter­lassen. Aller­dings wird diese Möglich­keit nicht von jedem genutzt und viel­leicht möchten Sie die Mailbox gar nicht erst akti­vieren.

Viele Handy-Netzbetreiber informieren Ihre Kunden über verpasste Anrufe. Für Anrufer fallen dabei aber Kosten an.Viele Handy-Netzbetreiber informieren Ihre Kunden über verpasste Anrufe. Für Anrufer fallen dabei aber Kosten an. Für dieses Problem haben sich die Handy-Netz­betreiber etwas einfallen lassen: Die Anruf-Info-SMS - die auch etwas Geld in die Kasse spült. Wenn ein Anrufer keine Nach­richt auf Ihrer Mailbox hinter­lässt oder diese deak­tiviert ist, werden Sie per SMS über Anruf­zeit­punkt und die Nummer des Anru­fenden infor­miert. Die Handy-Netz­betreiber haben dieses Feature nach und nach stan­dard­mäßig akti­viert.

In der Regel ist diese Dienst­leis­tung für Sie als Ange­rufenen kostenlos. Ob Kosten für den Anrufer anfallen, vari­iert je nach Netz­betreiber. Bei einigen ist der erfolg­lose Anruf immer kostenlos. Einige berechnen für diese Anrufe jedoch eine Tarif­einheit - so als hätte der Anrufer die Mailbox erreicht.

Dürfen dem Anrufer Kosten berechnet werden?

Viele Tele­fonkunden fragen sich, ob wirk­lich eine Tarif­einheit berechnet werden darf, wenn man einen Handy-Nutzer anruft, bei dessen Anschluss die Info-SMS akti­viert ist. Die Bundes­netz­agentur schreibt dazu gegen­über teltarif.de:

"Die End­kunden­tarife der Mobil­funk­an­bieter unter­liegen nicht der Geneh­migung durch die Bundes­netz­agentur. Preis- und Pro­dukt­ge­staltung für Mobil­funk­tarife liegt allein bei den jewei­ligen Anbie­tern. Beschwerden zu Kosten von Info-SMS bei verpassten Anrufen liegen der Bundes­netz­agentur nicht vor. Die Voraus­setzungen für tarifier­bare Tele­kommuni­kations­dienst­leistungen sind tele­kommuni­kations­recht­lich nicht normiert. In der Regel erfolgt eine Tari­fierung mit der Ent­gegen­nahme des Anrufs durch den Ange­rufenen. Sie endet, sobald die Verbin­dung getrennt wird. Aller­dings kann eine ab­rechen­bare Tele­kommuni­kations­dienst­leistung erbracht worden sein, ohne dass dies vom Anrufer erkannt wird (zum Beispiel Fax­weichen­an­ruf­weiter­schaltung, An­ruf­be­ant­worter, Auto­matic Call Distri­bution, An­ruf­weiter­schaltung mit Fern­ab­frage, Modems)."

So funk­tioniert die Info-SMS

Die Anruf-Info-SMS wird von den Handy-Netz­betrei­bern meist mit Hilfe einer bedingten Rufwei­terlei­tung reali­siert. Wenn Ihr Handy nicht im Netz einge­bucht ist, wird der Anrufer an die entspre­chende Rufnummer weiter­geleitet. Teil­weise greift das SMS-Info-Feature auch dann, wenn der Anschluss besetzt ist oder der Ange­rufene den Anrufer abweist. So kann dieses Leis­tungs­merkmal durchaus zu einer Kosten­falle werden - insbe­sondere, wenn Sie mehr­fach versu­chen, einen besetzten Anschluss anzu­rufen. Die Anruf-Info-SMS kann auch einen weiteren uner­wünschten Neben­effekt haben: Ist diese Weiter­leitung einge­richtet, funk­tioniert mögli­cher­weise die Anklopf-Funk­tion während des Tele­fonie­rens nicht mehr.

So vermeiden Sie Kosten und deak­tivieren die Info-SMS

Wenn Sie even­tuelle Kosten vermeiden wollen, können Sie mit unter­drückter Rufnummer anrufen. Dann kann der Netz­betreiber keine Rufnummer an den Kunden über­mitteln und es entstehen Ihnen keine Kosten. Unprak­tisch an dieser Lösung ist, dass Sie vor dem ersten Anruf gar nicht wissen, ob Ihr Gesprächs­partner erreichbar ist. Sie müssten also im Zwei­fels­fall immer mit unter­drückter Rufnummer anrufen. Möchten Sie Ihre Rufnummer aber nicht gene­rell unter­drücken, haben Sie als Anrufer nur die Möglich­keit, nicht erneut anzu­rufen oder selbst eine SMS zu verschi­cken, wenn Sie weitere Kosten vermeiden wollen.

Wenn Sie Ihren Anru­fern solche Kosten nicht aufbürden möchten, können Sie die Info-SMS auch abschalten. Manchmal können Sie den Online-Kunden­bereich Ihres Handy-Netz­betrei­bers dafür nutzen. Da die Info-SMS netz­seitig - wie erwähnt - mit einer Rufwei­terlei­tung reali­siert ist, können Sie diese Weiter­leitungen auch verän­dern - was manche Netz­betreiber aber nicht erlauben. Die Möglich­keiten zur (De-)Akti­vierung finden Sie in unserer Tabelle. Möchten Sie keine Info-SMS, wenn Ihr Anschluss gerade besetzt ist? Dann können Sie die "Weiter­leitung bei Besetzt" deak­tivieren. Diese Möglich­keit bieten die meisten Handys im Einstel­lungs­menü bei Tele­fonier-Optionen. Alter­nativ können Sie auch die entspre­chenden GSM-Steu­ercodes verwenden, die wir auf der verlinkten Info-Seite aufbe­reitet haben.

Auch die Kunden­betreuung, welche per Hotline, Chat und E-Mail erreichbar ist, kann die Anruf-Info-SMS für Sie abschalten. Leider lassen sich bei manchen Handy-Netz­betrei­bern die beiden bedingten Weiter­leitungen nicht getrennt vonein­ander deak­tivieren.

Netz Telekom Voda­fone Telefónica
Anru­finfo im Angebot ja ja ja
auto­mati­sche Schal­tung ja bei ausge­schal­teter Rufum­leitung ja
vom Kunden löschbar ja ja nein
Wie? im Online-Kunden­center Mailbox-Menü -
über die Kunden­betreuung löschbar ja ja ja
durch Ruf­umleitungen über­schreib­bar ja ja nein
Rufnummer, zu der weiter­geleitet wird, wenn Info-SMS aktiv virtu­elle, nicht erreich­bare Rufnummer +49 172 33014391 +49 179 3000400
kosten­pflichtig für den Anrufer nein ja ja
kosten­pflichtig für den Ange­rufenen nein nein nein
Stand: August 2019

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