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27.10.2016 00:00

WhatsApp-Alternativen: Von Google Allo, Threema bis zu Wire

Die Unterschiede und Gemeinsamkeiten
Von Marleen Frontzeck-Hornke

WhatsApp ist einer der beliebtesten Messenger-Dienste und bietet einige wichtige Features wie die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung und die Sprachtelefonie. Doch auch die Konkurrenz schläft nicht und entwickelt sich immer weiter. So sind in der vergangenen Zeit weitere neue Messenger auf den Markt gekommen, die WhatsApp die Nutzer streitig machen wollen. Dazu gehören zum Beispiel Google Allo oder auch Immmr von der Deutschen Telekom. Wir liefern Ihnen auf unserer Übersichtsseite Informationen zu ausgewählten, bekannten Messengern. Dabei gehen wir unter anderem auf die Sicherheit, den Datenschutz sowie die unterstützten Betriebssysteme der WhatsApp-Alternativen ein.

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Smartphone-Messenger: WhatsApp und die Alternativen

Messenger werden heut­zutage weniger auf dem Computer, sondern haupt­säch­lich auf dem Smart­phone genutzt. Obwohl WhatsApp und Face­book Messenger die belieb­testen sind, gibt es siche­rere Alter­nativen - wir stellen sie vor.
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Messenger wurden früher über­wiegend als Instant-Messenger auf PC und Laptop genutzt, auf dem Handy gab es die SMS. Durch den Erfolg von WhatsApp und zahl­reichen anderen Messen­gern gibt es diese Auftei­lung heut­zutage nicht mehr. Die meisten Anwender kommu­nizieren heute über Smart­phone-Messenger, da das Smart­phone ohnehin der tägliche Begleiter im Alltag ist. Die Anbieter legen aber vermehrt Wert darauf, ihre Messenger auch über Laptop und Computer einfach benutzbar zu machen.

Übersicht: Die wichtigsten Messenger im Vergleich
Übersicht: Die wichtigsten Messenger im Vergleich
Viele Messenger sind mit einem beson­deren Dienst gestartet, haben aber inzwi­schen ihren Funk­tions­umfang erwei­tert: WhatsApp war zunächst bekannt für Status­meldungen und Text-Kommu­nika­tion mit Emojis, Skype war lange Zeit Markt­führer bei der welt­weiten und kosten­losen Video­tele­fonie übers Internet, Android Messages war ursprüng­lich nur die SMS-App von Android. Inzwi­schen haben die Anbieter den Funk­tions­umfang der Apps aber unter­einander ange­glichen und die Apps sind mehr als nur persön­liches Kommu­nikations­mittel.

Online-Medien und Verlage verbreiten aktu­elle Nach­richten per Messenger und Firmen bieten ihren Kunden­service über WhatsApp an. Dabei sitzt auf der Seite des Unter­nehmens gar nicht immer ein Mensch: Intel­ligent program­mierte Chat­bots, also Antwort-Roboter, geben vorge­fertigte Antworten und erlauben sogar Einkäufe. Der nächste Schritt wird sein, dass immer mehr Messenger-Anbieter eine Bezahl­funk­tion in ihre Messenger-Apps inte­grieren.

In unserer großen Vergleichs-Tabelle stellen wir Ihnen nicht nur die bekann­testen Messenger vor, sondern listen auf, auf welchen Platt­formen die jewei­ligen Dienste nutzbar sind und über welche Sicher­heits­funk­tionen sie verfügen.

WhatsApp: Beliebt, aber nicht unan­gefochten

WhatsApp hat als einer der ersten typi­schen Smart­phone-Messenger seit seinem Erscheinen 2009 eine unglaub­liche Erfolgs­geschichte geschrieben, und das, obwohl die App zu Beginn noch kosten­pflichtig war und in den ersten Jahren Sicher­heits- und Daten­schutz­bedenken eigent­lich gegen WhatsApp spra­chen. Doch WhatsApp war der Smart­phone-Messenger, der am einfachsten zu bedienen war, sich am schnellsten durch­setzte und darum bis heute welt­weit der Markt­führer bei den Nutzer­zahlen ist, auch in Deutsch­land.

Die Schwä­chen von WhatsApp führten zur Entwick­lung zahl­reicher sicherer Messenger, von denen Signal, Tele­gram, Threema und der Wire Messenger die wich­tigsten sind. WhatsApp reagierte und führte 2016 eine Ende-zu-Ende-Verschlüs­selung ein. Ein Kritik­punkt bleibt für viele Nutzer weiterhin der Server­standort in den USA sowie die starke Bindung an Face­book. Dass Mark Zucker­berg seit Jahren von einer gemein­samen Messenger-Platt­form für alle Face­book-eigenen Messenger-Dienste inklu­sive freiem Daten­austausch träumt, bereitet vielen Nutzern und Daten­schüt­zern weiterhin große Sorgen.

Zu erwähnen sind weiterhin die soge­nannten Meta­daten, also alle Daten, die neben dem reinen Nach­richten-Inhalt bei der Kommuni­kation anfallen. Durch sie weiß der Betreiber, wer mit wem wann kommu­niziert, und kann Nutzer eindeutig identi­fizieren. Auch Freundes­kreise und bevor­zugte Stand­orte lassen sich über die Meta­daten ermit­teln. Mit solchen Nutzer-Profilen verdienen Unter­nehmen Geld, denn sie lassen sich für personali­sierte Werbung einsetzen.

Beliebte Messenger-Apps im Vergleich

Android
Messages
Face­book
Messenger
Google Hangouts iMes­sage (Apple) Signal Skype
(Micro­soft)
Snap­chat Tele­gram Threema WhatsApp Wire
Kosten  
Preis - - - - - - - - 1,99 -
3,49 1)
- -
Werbe­finan­ziert - x x x - x x - - x -
Zugang  
Mobil x x x x x x x x x x x
Desktop x x x x x x - x - x x
Web x x x - - x - x x x x
Apps  
Android x x x - x x x x x x x
iOS - x x x x x x x x x x
Windows 10 Mobile - x - - - x - x x x -
Black­berry - x - - - x - - - x -
Kommu­nika­tion  
Einzel-Chat x x x x x x x x x x x
Gruppen-Chat x x x x x x x x x x x
Sprach-Anruf x x x - x x x x x x x
Video-Anruf x x x - x x x - - x x
Daten­schutz  
Meta­daten-
Spei­cherung
x x x x - x x x - x x
Tele­fonnummer
erfor­derlich
x - - - x x 2) - x - x x 2)
Open-Source - - - - x - - x - - x
Ende-zu-Ende-
Verschlüs­selung
nein optional nein durch­gängig durch­gängig durch­gängig nein durch­gängig durch­gängig durch­gängig durch­gängig
Server-Standort US US, SWE US US US US US Welt­weit CH US EU
Features  
SMS senden x - x x x x - - - - -
Tele­fonnetz x - x - - x - - - - -
Multi-Device x x x x - x - x - - x
Post rück­gängig - - - - - x - x - x x
Sprach­nach­richten x x x x x x x x x x x
1) Preis vari­iert je nach Platt­form.
2) Alter­nativ kann auch eine E-Mail-Adresse für die Anmel­dung genutzt werden.

Eigenen Messenger-Dienst betreiben

Wer sich mit den tech­nischen Details auskennt, kann auch einen eigenen Mesenger-Dienst aufsetzen und mit einem eigenen Server betreiben. In diesem Fall ist man der "eigene Herr" über alles, was in der gesamten Messenger-Instal­lation geschieht. Anschlie­ßend muss man dann nur noch den eigenen Freun­deskreis davon über­zeugen, auf den privaten Messenger umzu­steigen.

Bestre­bungen in dieser Rich­tung sind das Kommu­nika­tions­proto­koll Matrix und der hierfür bekann­teste Messenger-Client Riot. Weitere Initia­tiven sind das Exten­sible Messa­ging and Presence Protocol (XMPP), das seit 2004 stan­dardi­siert ist. Die XMPP Stan­dards Founda­tion betreibt eine Soft­ware-Liste mit Client- und Server-Anwen­dungen für selbst betrie­bene Messenger-Dienste.

Wer nicht alles selbst machen möchte, hat beispiels­weise die Möglich­keit, vorge­fertigte Messenger-Apps wie Signal, ChatSe­cure, Conver­sations, Wire Messenger oder Kontalk mit einem eigenen Server zu betreiben.

Für die Einheit: Multi-Messenger

Nach wie vor sind Messenger von kommer­ziellen Unter­nehmen prin­zipiell geschlos­sene Systeme, die Messenger-über­grei­fende Kommu­nika­tion ist nicht möglich. Nutzen zahl­reiche Freunde und Verwandte einen bestimmten Messenger, ist es nach wie vor notwendig, diesen Messenger herun­terzu­laden, zu instal­lieren und einen Account anzu­melden. Daher fordern auch Poli­tiker vermehrt eine Inter­opera­bilität der Messenger-Dienste.

Ausge­wählte Multi­messenger
Adium (Mac OS X)
Tril­lian (Windows, Mac, Linux, iOS, Android)
Pidgin (Windows, Linux)
Miranda (Windows)
Multi-Messenger erlauben zwar mitt­lerweile, mehrere Messenger-Dienste in einer Ober­fläche zusammen­zu­führen. Aller­dings unter­stützen sie meist nur die Proto­kolle der schon älteren Instant-Messenger-Dienste, nicht aber neuere Smart­phone-Messenger. Immerhin muss muss der Anwender mit einem Multi-Messenger nicht zwin­gend verschie­dene Clients parallel instal­lieren und nutzen - auch wenn sich die Freunde und Bekannten über die verschie­denen Dienste verteilen.

Die meisten Instant-Messa­ging-Anbieter verbieten zwar den Zugriff via Fremd-Soft­ware, die Multi-Messenger-Anbieter setzen dies aber in ihrer Soft­ware trotzdem um. Dies ist den origi­nären Anbie­tern ein Dorn im Auge: Instant Messenger sind in aller Regel kostenlos nutzbar, und viele Anbieter leben über­wiegend von der Werbung, die natür­lich nur in ihren eigenen Anwen­dungen einge­blendet wird. Sie sind also wenig begeis­tert von der Idee, Konkurren­ten ihr Proto­koll zu öffnen. Entspre­chend müssen die Multi-Messenger-Anbieter das Proto­koll selbst "zerlegen", was gerade bei Proto­koll-Ände­rungen zu Problemen führen kann. Trotzdem funk­tioniert dies im Großen und Ganzen mit teils tempo­rären Einschrän­kungen recht gut.

Ratgeber zu Messengern für Smartphone, Tablet und Computer
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