Instant Messenger

Smartphone-Messenger: Das sind die Top 5 der teltarif.de-Redaktion

Google Hangouts, Facebook Messenger, Skype, WhatsApp und mehr: Instant Messaging ist nach wie vor eine der beliebtesten Kommunikationsformen im Internet. Doch welcher Messenger bietet die besten Features? Das sind die Top-5-Messenger aus Sicht der teltarif.de-Redaktion.
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Instant-Messenger wie WhatsApp, Skype oder iMessage sind aus dem Alltag zahl­reicher Menschen kaum noch wegzu­denken. Mittler­weile sind die praktischen Apps weit mehr als nur persönliches Kommu­nikations­mittel. Firmen und Verlage verbreiten aktuelle Nachrichten per WhatsApp und dank integrierter Chatbots können Nutzer über die Messenger-Apps sogar Flüge buchen, Taxis bestellen oder Einkäufe tätigen. So wird der Messenger immer mehr zum persön­lichen Assistenten, der neben der Chat-Funktion viele weitere Dienste in sich vereint.

Wir werfen einen Blick auf die beliebtesten Kurz­nachrichten-Dienste in Deutsch­land und stellen die aus Sicht der Redaktion fünf wichtigsten Messenger vor. Für einen schnellen Überblick können Sie auch direkt zu unserer großen Vergleichs-Tabelle springen.

Die Top-5-Messenger:

1. WhatsApp
2. Skype
3. Facebook Messenger
4. Threema
5. Blackberry Messenger

1. WhatsApp: Marktführer mit Risiken

Whatsapp Smartphone App Logo
WhatsApp ist der König der Smartphone-Messenger
WhatsApp ist die beliebteste Messaging-App auf dem Markt und nicht nur in Deutsch­land am weitesten ver­breitet. Kein Wunder - die Anmeldung ist simpel, die Hand­habung intuitiv und da es so ver­breitet ist, können Nutzer sich darauf verlassen, (fast) alle ihre Freunde auf WhatsApp zu finden. Aber trotz ihrer Beliebtheit ist die App sehr umstritten.

Seit 2014 nutzt der Dienst eine durch­gehend aktivierte Ende-zu-Ende-Verschlüs­selung. Das ist zwar lobens­wert, aller­dings sammelt die beliebte App fleißig Meta­daten und speichert die Telefon­nummer des Nutzers. Anwender können zwar der Nutzung ihrer Daten zu Werbe­zwecken wider­sprechen, der Daten-Sammelei an sich jedoch nicht. Kritisch ist auch die Daten­weiter­gabe an Facebook, die unlängst harsche Kritik von Daten­schützern provo­zierte. Einen weiteren Kritik­punkt sehen wir in der fehlenden Multi-Device-Fähig­keit. WhatsApp-Unter­haltungen, die auf einem Gerät begonnen wurden, können nicht auf einem anderen Gerät fort­geführt werden.

2. Skype: Der Klassiker der Videotelefonie

Skype
Skype - der Klassiker
Gegen den Platz­hirsch WhatsApp kommt Skype zwar nicht an, trotzdem zählt der Video­telefonie-Klassiker immer noch zu den beliebtesten Messaging-Diensten. Berühmt­heit erlangte die hell­blaue Telefon-App vor allem auf­grund der Video-Chat-Funktion. Aber Skype kann noch mehr. Im klassischen Text-Chat können bereits abgeschickte Skype-Nach­richten wieder zurück­genommen werden, bevor sie den Empfänger erreichen - eine praktische Funktion, über die nur wenige Messenger verfügen.

Seit 2011 gehört der Dienst zu Microsoft, die unlängst mit Daten­schutz-Lücken bei Windows 10 auf sich aufmerksam machten. Beim Datenschutz sehen wir dann auch das größte Manko der App: Im Gegen­satz zu WhatsApp verfügt Skype nach wie vor nicht über eine Ende-zu-Ende-Ver­schlüs­selung. Und das wird sich wohl auch in Zukunft nicht ändern. Positiv werten wir die Möglich­keit, günstige Anrufe ins welt­weite Fest- und Mobil­funk­netz zu tätigen. Gespräche zwischen Skype-Nutzern lassen sich zudem recht un­kompli­ziert ohne vorherige Registrierung und Anmeldung führen.

3. Facebook-Messenger: Soziales Netzwerk macht mobil

Facebook Messenger Logo vor blauem Hintergrund
Facebook Messenger
Der Facebook-Messenger hat sich mittler­weile zu einem der meist­genutzten Kurz­nach­richten-Dienste in Deutsch­land gemausert. Auch in unserer Übersicht darf der Chat-Client des größten sozialen Netz­werks natürlich nicht fehlen. Neben den üblichen Funktionen wie Gruppen- und Video-Chats, Sprach­nach­richten oder das Teilen von Medien, zeichnet sich die App vor allem durch das riesige Angebot von liebevoll gestalteten Emojis und GIFs aus.

Auch beim Messenger sehen wir aller­dings Probleme beim Daten­schutz. Zwar verfügt der Dienst seit September über eine Ende-zu-Ende-Verschlüs­selung, sie ist jedoch nicht durch­gängig aktiviert und geht mit zahl­reichen Ein­schrän­kungen einher. Das Senden von Videos oder GIFs sowie Sprach- oder Video-Anrufe sind im geheimen Modus nicht möglich. Auch die gegenüber WhatsApp so attraktive Multi-Device-Fähig­keit entfällt, sobald die Ende-zu-Ende-Ver­schlüs­selung aktiviert wird. Wer Whatsapp wegen der umstrittenen Daten­über­mittlung an Facebook nicht mehr ver­traut, für den dürfte der Messenger ohnehin nicht infrage kommen. Eine sicherere Alter­native könnte Threema sein.

4. Threema: Messaging-Alternative aus der Schweiz

Threema
Threema
Das Thema Daten­schutz kommt bei vielen Messengern leider immer noch zu kurz - nicht so bei Threema. Die Schweizer App richtet den Fokus bewusst auf das Thema Sicher­heit. Das geht schon aus dem Namen hervor. Threema ist abgeleitet von dem Akronym EEEMA, das für End-to-End-Encryp­ting Messaging Appli­cation steht, und der Name ist Programm. Sämtliche Kommunikation zwischen Threema-Nutzern ist durch­gängig Ende-zu-Ende-verschlüs­selt. Es gibt aber auch Ein­schrän­kungen. Im Gegen­satz zu den meisten anderen Messengern kann Threema nicht am Desktop-PC genutzt werden. Die App funktioniert aus­schließlich auf Smart­phones und Tablets.

Threema ist der einzige Messenger in unserer Liste, der nicht kosten­los herunter­geladen werden kann. Rund 3 Euro fallen für den Down­load im PlayStore oder bei iTunes an. Das Geld ist aber gut investiert. Denn im Gegen­satz zu WhatsApp, Skype oder Facebook ist die App nicht werbe­finanziert und somit auch nicht auf das Sammeln von Benutzer-Daten ausgelegt. Zudem ist die Anmeldung per Threema-ID ohne Angabe von Telefon­nummer oder E-Mail-Adresse möglich. Threema ist zwar nicht voll­ständig quell­offen, nutzt aber einige quell­offene Biblio­theken - für viele eines der Haupt­kriterien dafür, wie ver­trauens­würdig eine Ver­schlüs­selung ist.

5. BBM: Blackberry für alle

Blackberry Messenger
Blackberry Messenger
Der Business-Phone-Hersteller BlackBerry blickt bereits auf über ein Jahrzehnt Messaging-Erfahrung zurück. Seit 2013 ist der bis dahin nur auf BlackBerry-Geräten zum Einsatz kommende BlackBerry-Messen­ger (BBM) auch für iOS und Android verfügbar. Der BBM bietet viele nützliche Funktionen wie kosten­lose Sprach­anrufe zwischen BBM-Kontakten oder dem Teilen des Standortes. Er ist auch einer der wenigen Dienste, die das Rückgängig­machen von bereits gesendeten Nachrichten erlauben.

Leider ist der BBM im Gegensatz zu WhatsApp nicht Ende-zu-Ende-verschlüs­selt und es gibt auch keine Geheim-Option wie beim Facebook-Messenger. Lediglich Unternehmen, die den kosten­pflichtigen Dienst BBM Pro­tec­ted buchen, erhalten auch die sicherere Ende-zu-Ende-Verschlüs­selung.

Wichtiges Kriterium: Datenschutz

Instant MessengerKommunizieren in Echtzeit über Instant Messenger Natürlich ist eine große Nutzer­zahl wichtig, denn ein Smartphone-Messenger ohne Kontakte macht wenig Sinn. Dennoch sollten Sie Ihre Messenger-Wahl nicht nur von der Beliebt­heit abhängig machen. Die meisten Menschen nutzen die beliebten Kurz­nach­richten-Dienste auch für äußerst private Informa­tionen. Daher empfiehlt es sich, auf den Daten­schutz zu achten - und der kann von Anbieter zu Anbieter stark variieren. Zwar greifen zahl­reiche Dienste inzwischen auf die besonders sichere Ende-zu-Ende-Verschlüs­selung zurück, bei der selbst der Betreiber keinen Einblick in die Inhalte von Nachrichten erhält. Oftmals muss diese jedoch erst manuell aktiviert werden, so zum Bei­spiel beim Facebook Messenger, wo das Feature als "geheime Unter­haltung" bezeichnet wird.

Noch wichtiger sind vielleicht die soge­nannten Metadaten, also all solche Daten, die neben dem reinen Nach­richten-Inhalt bei der Kommuni­kation anfallen. Durch sie weiß der Betreiber, wer mit wem wann kommu­niziert, und kann Nutzer eindeutig identi­fizieren. Auch Freundes­kreise und bevorzugte Standorte lassen sich über die Meta­daten ermitteln. Mit solchen Nutzer-Profilen verdienen Unter­nehmen Geld, denn sie lassen sich für personali­sierte Werbung einsetzen.

Zehn beliebte Messenger-Apps im Vergleich

WhatsApp Skype
(Microsoft)
Facebook
Messenger
iMessage (Apple) Google Hangouts Snapchat Blackberry Messenger Threema Telegram Signal
Kosten  
Preis - - - - - - - 2,99 - -
Werbefinanziert x x x x x x x - - -
Zugang  
Mobil x x x x x x x x x x
Desktop x x x x x - - - x x
Web x x x - x - - - x -
Apps  
Android x x x - x x x x x x
iOS x x x x x x x x x x
Windows Phone x x x - - - x x x -
Blackberry x x x - - - x - - -
Kommunikation  
Einzel-Chat x x x x x x x x x x
Gruppen-Chat x x x x x x x x x x
Sprach-Anruf x x x - x x x - - x
Video-Anruf x x x - x x x - - x
Datenschutz  
Metadaten-
Speicherung
x x x x x x x - x -
Telefonnummer
erforderlich
x x - - - - - - x x
Open-Source - - - - - - - - x x
Ende-zu-Ende-
Verschlüsselung
durchgängig nein optional durchgängig nein nein nein durchgängig optional durchgängig
Server-Standort US US US, SWE US US US CAN CH Weltweit US
Features  
SMS senden - x - x x - - - - x
Telefonnetz - x - - x - - - - -
Multi-Device - x x x x - x - x -
Post rückgängig - x - - - - x - - -
Sprachnachrichten x x x x x x x x x x

Für die Einheit: Multi-Messenger

Aus Anwender­sicht wäre es natürlich nett, wenn die Kommuni­kation über die Grenzen der Dienste hinweg möglich wäre, da dies die Suche nach dem richtigen Messenger auf das Erschei­nungs­bild und die Nutzbar­keit reduzieren würde. Das über­greifende Kommunizieren funktioniert jedoch bei den gängigen Messengern nicht. Für diese Problematik ist indes Abhilfe mittels so genannter Multi-Messenger geschaffen worden, die es erlauben mehrere Messenger-Dienste in einer Ober­fläche zusammen­zu­führen. Mit ihrer Hilfe muss der Anwender nicht zwingend verschiedene Clients parallel installieren und nutzen - auch wenn sich die Freunde und Bekannten über die verschiedenen Dienste verteilen.

Ausgewählte Multimessenger
Adium (Mac OS X)
Trillian (Windows, Mac OS X)
Pidgin (Windows, Linux)
Miranda (Windows)

Unter diesen Multi-Messengern gibt es eine Vielzahl von Lösungen, aus denen der Nutzer auswählen kann. Dabei ist die Unterstützung im Kern für die gängigsten Protokolle gleich, im Detail gibt es aber Unterschiede. Diese liegen zum einen in der Unterstützung von Diensten abseits des Mainstreams, zum anderen in zahllosen Zusatzfeatures, mit denen die Lösungen aufwarten. Dabei haben sich diese Zusatzfeatures zum Teil so ausgeprägt entwickelt, dass sie quasi eine weitere Kernfunktion neben dem Instant Messaging sind.

Die meisten IM-Anbieter verbieten zwar den Zugriff via Fremd-Software, die Multi-Messenger-Anbieter setzen dies aber in ihrer Software trotzdem um. Dies ist den originären Anbietern ein Dorn im Auge: Instant Messenger sind in aller Regel kostenlos nutzbar und die Anbieter leben ausschließlich von der Werbung, die natürlich nur in ihren eigenen Anwendungen eingeblendet wird. Sie sind also wenig begeistert von der Idee, Konkurren­ten ihr Protokoll zu öffnen. Entsprechend müssen die Multi-Messenger-Anbieter das Protokoll selbst "zerlegen", was gerade bei Protokoll-Änderungen zu Problemen führen kann. Trotzdem funktioniert dies im Großen und Ganzen abseits von Details in der Praxis ziemlich gut.

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