FAQ: Falsche Telekom-Rechnung

Falsche Telekom-Rechnung: So reagieren Sie richtig

Was tun, wenn die Telekom-Rech­nung viel zu hoch und offen­sichtlich falsch ist? teltarif.de hat einen Fach­anwalt gefragt und bietet Ihnen hilf­reiche Rat­schläge.
Von Björn Gottschalkson / Marc Kessler

Die Situa­tion erleben viele Telefon-Kunden: Sie sehen sich ihre Telefon­rechnung an und finden un­erklär­liche Posten darauf. Nach den eigenen Vor­stel­lungen sollten die Minuten­preise eigent­lich wesent­lich güns­tiger gewesen sein. Oder aber es sind Ver­bindungen oder Dienst­leistungen aufge­führt, an die man sich nicht erin­nern kann. Dies ist ins­besondere dann ärger­lich, wenn man keinen Einzel­verbindungs­nachweis bean­tragt hat. Über die Rech­nung der Deut­schen Telekom werden zudem Gespräche verschie­dener Call-by-Call-Anbieter abge­rechnet. Was kann man nun machen, wenn Gespräche von Dritt­anbietern falsch ab­gerechnet wurden? Auf dieser Seite werden einige der häufig gestel­lten Fragen zu diesem Thema beant­wortet.

Welche Rech­nungs­posten werden über die Telekom abge­rechnet?

Die Telekom rechnet neben den eigenen Verbin­dungen und Grund­gebühren auch verschie­dene Call-by-Call-, Internet-by-Call- und Mehrwert­dienste-Anbieter ab. Die Deut­sche Telekom AG ist für die Rechnungs­stel­lung und den Erst­einzug der Rechnungs­beträge ver­antwortlich. Der einzelne Call-by-Call-Anbieter kennt seine Kunden in der Regel nicht, sondern nur dessen Telefon­nummer. Auch wäre es für die einzelnen Call-by-Call-Anbieter un­wirtschaftlich, ihren Kunden eigene Rech­nungen über Cent-Beträge zu schi­cken.

An wen wende ich mich bei Fehlern?

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Bild: teltarif.de
Das kommt darauf an, wo der Fehler liegt. Die Telekom ist nicht zuständig für die Bear­bei­tung von Fehlern, die von Dritten - wie Call-by-Call-Anbie­tern - gemacht wurden. Die Telekom erhält von den Anbie­tern nur die Ab­rechnungen und gibt diese an die Kunden weiter. Auch auf der Mobil­funk­rech­nung können Posten von Dritt­anbie­tern wie Abos auftreten, die Sie auf Wunsch über eine Dritt­anbie­ter­sperre abstellen können, hierfür ist die Telekom zuständig, nicht der Dritt­anbieter.

Unter der Über­schrift "Beträge anderer Anbieter" finden sich die Ab­rechnungen für andere Unter­nehmen. An glei­cher Stelle finden Sie auch die Kontakt­daten der ent­sprechenden Anbieter für Fragen/Reklama­tionen zur Rech­nung. Einige Anbieter haben dabei einen gemein­samen Inkasso-Dienst­leister wie z.B. Nexnet da­zwischen­geschaltet. Diese Abrechnungs­dienst­leister bear­beiten die Ein­wendungen verschie­dener Telefon­anbieter gebün­delt.

Ist die Grund­gebühr falsch oder sind Telekomv­erbindungen falsch berechnet, ist der rich­tige Ansprech­part­ner natür­lich die Telekom selbst. Die zustän­dige Nieder­lassung und die Telefon­nummern der Telekom finden sich oben auf der Rech­nung.

Ich halte Verbin­dungen für falsch, habe jedoch keinen Einzel­verbindungs­nachweis.

Das macht nichts. Wenn Sie Ein­wendungen gegen die Höhe der in Rech­nung ge­stellten Verbindungs­entgelte haben, ist der Anbieter ver­pflichtet, einen Einzel­verbindungs­nachweis zu erstellen, der die einzelnen Ver­bindungs­daten auf­schlüs­selt.
Folgende Ausnahmen sind jedoch zu beachten:

  • Hat der Kunde zu einem früheren Zeit­punkt die gekürzte Spei­che­rung oder gar die sofor­tige Löschung der Daten nach Rechnungs­stellung verlangt, besteht eine Pflicht zur nach­träglichen Erstel­lung eines Einzel­verbindungs­nachweises nur im Umfang der noch vorhan­denen Daten. Meis­tens werden die Daten verein­barungs­gemäß nach 80 Tagen gelöscht.
  • Ebenso wird durch Rege­lungen des Daten­schutzes eine Grenze gezogen. Mussten die Daten aber gelöscht werden, besteht für den Anbieter auch keine Pflicht mehr, einen Einzel­verbindungs­nachweis zu erstellen. Der Anbieter muss in der Rech­nung jedoch in druck­tech­nisch deut­lich ge­stal­teter Form darauf hin­gewiesen haben.
Dennoch sollte für die Zukunft ein Einzel­verbindungs­nachweis bean­tragt werden. Der einfache Nach­weis muss durch die Anbieter kosten­frei zur Verfü­gung gestellt werden.

Auf der nächsten Seite erfahren Sie unter anderem, wie Sie bei falschen Rech­nungen richtig vor­gehen und wer im Streit­fall was beweisen muss.

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