Retro-Test

Retro-Test i-mate SP5m

2005 war das i-mate SP5m eines der ersten Geräte, auf denen das damals neue Microsoft Windows Mobile 5 vorinstalliert war. Das Update brachte enorme Verbesserungen für das mobile Büro im Bezug auf Exchange-Server mit sich.
Von Stefan Kirchner
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Telefonie

Dank des Quadband GSM-Modems ist das i-mate SP5m quasi auf der ganzen Welt erreichbar. Die Gesprächsqualität ist mit heutigen Budget-Smartphones vergleichbar. Nicht übermäßig laut aber ausreichend deutlich mit einem gewissen Grundrauschen sowohl im Netz der Telekom als auch o2. Das gilt auch für einen selbst, wie eine Testperson mehrfach bestätigt. Ungewöhnlich ist lediglich die Größe des Smartphones. In Zeiten von Displays mit einer Standardgröße von 5 Zoll und mehr wirkt das i-mate SP5m geradezu unangenehm winzig.

i-mate SP5m
Größenvergleich zum Google Pixel

Internet

Für damalige Verhältnisse ist das i-mate SP5m nicht als schnell zu bezeichnen gewesen. Das Quadband-Modem beherrscht neben GPRS nur EDGE mit theoretisch bis zu 220 Kbit/s. Dafür ist es eines der ersten Windows-Smartphones mit integriertem WLAN gewesen, wenn auch nur nach dem IEEE-Standard 801.11b mit theoretisch bis zu 11 Mbit/s. Tatsächlich sind es bestenfalls die Hälfte davon - und auch nur, wenn der Router in der unmittelbaren Nähe steht.

Mobiles Internet mit einer Telekom-SIM und MagentaMobil M stellt das i-mate SP5m vor keine Probleme. Selbst der Internet Explorer rendert über GPRS Inhalte ausreichend schnell – oftmals sogar schneller als Vodafone und EDGE einem aktuellen Android-Smartphone. Trotzdem sehen viele Websites nach heutigen Maßstäben gewöhnungsbedürftig aus, was nicht zuletzt der niedrigen Auflösung des Displays geschuldet ist. Per WLAN-Verbindung werden Websites zwar minimal schneller geladen, jedoch muss das Netzwerk WPA unterstützen. Die nach heutigen Sicherheitsstandards bessere Verschlüsselung WPA2 ist nur mit einer entsprechenden Custom ROM verfügbar. Außerdem kommt hinzu, dass die Zertifikate mancher Websites vom Internet Explorer Mobile nicht akzeptiert werden. Ironischerweise ist auch teltarif.de bei diesen Websites mit ungültigen Zertifikaten dabei.

i-mate SP5m
Surfen geht auch heute noch

Akku

Laut dem Datenblatt hält der 1.150 mAh fassende Akku für bis zu 5 Stunden Dauertelefonieren oder 250 Stunden Standby. Im Alltag sieht das freilich anders aus, da muss das i-mate SP5m bei geringer Nutzung und aktiver Netzverbindung im Schnitt alle zwei Tage an die Steckdose. Wird es häufiger genutzt, dann ist jeden Abend Aufladen notwendig. Schnelllade-Technologien gab es damals nicht. Da der Akku wechselbar ist, kann bei Bedarf ein frischer und vollgeladener Akku eingesetzt werden. Selbst Akkus mit zum Teil der doppelten Kapazität des originalen Akkus waren damals verfügbar. Zwar hatten diese signifikant für eine längere Ausdauer gesorgt, machten das Smartphone aber dafür selbst auch erheblich dicker und schwerer.

Modding-Comunity

Was heutzutage mit Android ganz normal ist, hat seine Anfänge in den 2000er Jahren mit Windows Mobile genommen: Das Modden der Firmware. Das bedeutet, dass die Firmware des Herstellers dekompiliert wird, modifiziert (Dateien/Programme löschen/hinzufügen/verändern), neu kompiliert und anschließend installiert wird. Daher kann das i-mate SP5m nachträglich mit SDHC-Speicherkarten umgehen, bekommt WPA2-Unterstützung, ein vorinstalliertes Office Mobile und sogar Windows Mobile 6.5 als Betriebssystem. Flashen lassen sich die Firmwares jedoch nur auf einem PC mit Windows XP: Das Programm zum Flashen der Firmware funktioniert nicht mehr mit Windows Vista und neuer. Im Zweifelsfall reicht ein virtuelles XP aus. Das Windows Mobile Gerätecenter für Windows Vista und Windows 7 reicht da leider nicht aus.

i-mate SP5m
Windows Mobile 5 basiert auf Windows CE 5.0

Fazit: Eingeschränkte Büroqualitäten

Die Microsoft-Office-Kompatibiltät war schon immer der große Vorteil von Microsoft Windows Mobile, fehlt auf dem i-mate SP5m aber völlig. Selbst als Zweit-Handy ist es nur bedingt geeignet. Telefonieren, SMS/Mails verschicken und fotografieren geht nach wie vor, aber eben mit qualitativen Einschränkungen. Auch das träge System und die eingeschränkten Funktionen für Google und Co. machen das i-mate SP5m nur etwas für Sammler alter Technik. Diese haben dafür umso mehr ihre Freude an dem Gerät. Positiv ist dafür, dass sich Windows Mobile nach wie vor mit Outlook synchronisieren lässt, womit auch Kontakte, Termine und Mails von Google auf dem i-mate SP5m landen.

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