Retro-Test

Retro-Test i-mate SP5m

2005 war das i-mate SP5m eines der ersten Geräte, auf denen das damals neue Microsoft Windows Mobile 5 vorinstalliert war. Das Update brachte enorme Verbesserungen für das mobile Büro im Bezug auf Exchange-Server mit sich.
Von Stefan Kirchner
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Bedienung

Bedient wird das i-mate SP5m über die Hardware-Tasten, die sich nicht von anderen Mobiltelefonen dieser Bauart unterscheiden. Das Startmenü ist über den Homescreen und der linken Taste zu erreichen. Ist man in einer App und will eine andere starten, muss man erst auf den Homescreen zurück und sich dann erst durch das Startmenü zu der gewünschten App hangeln. Aufgebaut ist das Startmenü selbst in einem 3 mal 3 Raster, wobei sich einzelne Programme über die jeweilige Zifferntaste starten lassen. Alternativ kann man diese auch per Spracheingabe starten. Im Normalfall werden Programme über den Joystick gestartet. Durch die Seiten des Startmenüs wechselt man mit der linken Taste, zurück geht es immer über die Zurücktaste. Praktisch ist, dass die neun zuletzt genutzten Programme in der ersten Zeile im Homescreen gelistet sind.

i-mate SP5m
Funktionaler Homescreen von Windows
Aus heutiger Sicht ist Windows Mobile 5 auf dem i-mate SP5m etwas träge. Oft genug bekommt man einen Wartebalken zu Gesicht bei der Ausführung von Programmen oder dem Öffnen der Einstellungen. Das liegt nicht zuletzt mit an den sehr vielen Funktionen des Betriebssystems selbst und dem verbauten OMAP 850 Prozessor von Texas Instruments. Wobei die Sache auf einem XDA Neo mit demselben Prozessor und Betriebssystem schon wieder ganz anders aussieht. Heißt wohl, dass die Treiberanpassung bei Smartphones deutlich schlechter ausfällt verglichen zu Pocket PCs.

Office

Im Bezug auf vorinstallierte Programme hält sich i-mate beziehungsweise HTC verglichen mit der Ausstattung von Pocket PCs etwas zurück. So sind neben den üblichen Anwendungen wie Kalender, Aufgabenplaner, Kontaktverwaltung, Kamera, Bildbetrachter, Taschenrechner, Sprachnotizen und CommManager für alle drahtlosen Verbindungen noch weitere Programme vorinstalliert. Dazu gehören die Microsoft-Programme Windows Media Player für Musik/Videos, ActiveSync zum Datenabgleich mit einem Windows PC, Outlook Mobile für Nachrichten (SMS, E-Mail), Pocket MSN und ein MIDlet Manager für Java-Apps. Die Office-Programme Word, Excel und PowerPoint fehlen bei Windows Mobile 5 Smartphone. Lediglich die Pocket-PC-Version Windows Mobile 5 Pocket PC und Windows Mobile 5 Pocket PC Phone Edition bietet die Office-Programme von Microsoft.

Immerhin ist der Outlook-Mobile-Client mit an Bord, was umfangreiche Mail-Funktionen inklusive Exchange- und Push-Unterstützung bedeutet. Allerdings eignet sich das i-mate SP5m mehr zum Mail-Betrachten denn Mail-schreiben: Die T9-Tastatur ist ziemlich hakelig, um damit ganze Mails zu verfassen. Eine vollwertige Tastatur, und sei es nur auf einem Touchscreen, ist bedeutend schneller als eine T9-Zifferntastatur. Dafür lässt es sich mit Microsoft Outlook auf dem Windows PC komplett synchronisieren.

Multimedia

Für Windows-Kenner ist das vorinstallierte Solitär ein sehr netter Zeitvertreib. Allerdings ist die Steuerung über die Zifferntastatur umständlich. Weitaus besser schlägt sich das i-mate SP5m im Bereich Multimedia, namentlich dem Abspielen von Musik und Filmen. Abgesehen von exotischeren Medienformaten wie OGG, OGV, MP4, FLV oder MKV, spielt der Windows Media Player Mobile alle gängigen Formate ab. Auf Seiten des Bildbetrachters werden ebenfalls alle gängigen Formate wie JPG, BMP, PNG und GIF unterstützt.

i-mate SP5m
Steuertasten für den Windows Media Player
Musik lässt sich über das beiliegende Stereo-Headset hören, dem Bässe und allgemein gute Audioqualität fehlen. Über einen kleinen Schieberegler lässt sich die Lautstärke verändern. Nettes Feature: Mit Hilfe eines verstellbaren Klipsers kann die Strippe des Headsets zusammengehalten werden.

Eine Zumutung für heute ist die Kamera des i-mate SP5m, selbst einfache Smartphones für 50 Euro liefern teilweise deutlich bessere Fotos. Der Sensor mit 1,3 Megapixel Auflösung produziert verschwommene Aufnahmen mit blassen Farben und der Tendenz zur nicht übersehbaren Überbelichtung. Details sind nur schwer zu erkennen.
Videos sind mit einer Auflösung von 174 mal 144 Pixel zudem bestenfalls auf dem kleinen Display des SP5m zu ertragen, nicht aber auf einem größeren Bildschirm. Mehr als grober Pixelmatsch ist da kaum zu erkennen.

Auf der nächsten Seite lesen Sie, das GPRS immer noch zum Surfen geeignet ist und warum Windows Mobile etliche Freiheiten für Modder bot.

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