Flexibel

Hybrid-Radio verbindet DAB+, Webradio und programmbegleitende Dienste

Die EBU zeigt auf der IBC in Amsterdam Hybrid-Radio-Lösungen, die unter anderem programmbegleitende Dienste aufs Tablet bringen und die verschiedenen Übertragungswege eines Programms kombinieren.
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Auf der International Broadcasting Convention (IBC) sind seit mehreren Jahren sogenannte Hybrid-Radio-Lösungen zu sehen, die den analogen UKW-Rundfunk mit DAB+ und Webradio verbinden. Dabei sollen die Nutzer programmbegleitende Dienste zusätzlich auf dem Smartphone abrufen können.

Die Technik ist marktreif, doch es mangelt nach wie vor an entsprechenden Endgeräten. Am IBC-Messestand der European Broadcasting Union (EBU) erhielten wir auf Anfrage die Information, vor allem die Geräte-Hersteller seien nach wie vor zurückhaltend - und das, obwohl es viele Radios gibt, die die verschiedenen Übertragungsstandards bereits vereinen und denen es lediglich an einer passenden Software fehlt.

Bislang keine Smartphones mit DAB+

Hybrid-Radio-Demo auf der IBCHybrid-Radio-Demo auf der IBC Zudem wurde kritisiert, dass es in Europa noch keine Smartphones gibt, die das digital-terrestrische Radio DAB+ empfangen können. In Korea sehe das anders aus. Allerdings gebe es die Hoffnung, dass spätestens zum Mobile World Congress (MWC) im Februar kommenden Jahres erste Geräte vorgestellt werden. Wann diese auf den Markt kommen, sei noch nicht absehbar.

Ein Hybird-Radio soll beispielsweise automatisch den jeweils besten Empfangsweg für das vom Hörer gewünschte Programm aussuchen. Wer beispielsweise auf der Messe in Amsterdam Antenne Bayern auswählt, bekommt automatisch den Internet-Livestream angeboten. In Bayern selbst wird auf DAB+ oder - dort wo das digitale terrestrische Signal nicht empfangbar ist - auf UKW zurückgegriffen.

HbbTV-ähnlicher Dienst fürs Radio

Auf einem Tablet, das mit dem Hybrid-Radio-Demoempfänger verbunden ist, zeigt die EBU Möglichkeiten für programmbegleitende Dienste - etwa eine Art HbbTV für den Hörfunk. So speist Antenne Bayern für den Test eine Webseite mit Programmtipps und Links zu weiteren Spartenkanälen des privaten Programmanbieters ein. So lassen sich auf virtuellen Knopfdruck die auch über DAB+ und lokal auf UKW vertretene Rock Antenne sowie weitere Musikprogramme abrufen.

Mit Hybrid-Radio soll der Hörer demnach zusätzliche Informationen zum gerade gehörten Programm erhalten. Dazu solle sich die Bedienung der Rundfunkempfänger vereinfachen. So sei es unverständlich, dass die Konsumenten den gewünschten Kanal aus UKW, DAB+ und Webradio selbst heraussuchen müssten. Sinnvoller sei eine vom Übertragungsstandard unabhängige Programmliste.

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