Huawei-Smartphones

Handelskrieg: USA wollen Geschäfte mit Huawei lizenzieren

Die lange verspro­chenen US-Lizenzen für den Handel mit Huawei scheinen nun endlich zu kommen. Auch die ameri­kani­schen Unter­nehmen drängen auf eine Lösung.
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Neue Hoff­nung für Huawei. Wie der Nach­rich­tendienst Bloom­berg meldet, will die US-Regie­rung schon bald damit beginnen, ameri­kani­schen Unter­nehmen Lizenzen für den Handel mit Huawei auszu­stellen.

Huawei gilt in den USA als Gefähr­dung der natio­nalen Sicher­heit, weshalb US-Firmen ohne Ausnah­mege­nehmi­gung keine geschäft­lichen Bezie­hungen zu den Chinesen unter­halten dürfen. Wie der Handels­minister Wilbur Ross gegen­über Bloom­berg sagte, seien beim Depart­ment of Commerce gut 260 Anträge auf eine solche Lizenz einge­gangen, weit mehr als man erwartet habe. Die Ertei­lung solcher Ausnah­mege­nehmi­gungen hatte US-Präsi­dent Trump eigent­lich schon im Juni in Aussicht gestellt, doch passiert war nichts.

Druck auch von US-Unter­nehmen

Neue Hoffnung für Huawei?Neue Hoffnung für Huawei? Die schwarze Liste schadet auch ameri­kani­schen Unter­nehmen, die mit chine­sischen Firmen Geschäfte machen. Sie drängen auf die Ausnah­mege­nehmi­gungen und argu­mentieren, dass Huawei viele Kompo­nenten auch bei anderen Zulie­ferern rund um den Globus kaufen kann.

Beson­ders proble­matisch für Huawei ist aller­dings die Tatsache, dass auch Google seine Geschäfts­bezie­hungen einge­stellt hat. Die Chinesen bekommen deshalb für ihre neuen Smart­phones keine Lizenzen mehr für die Google-Apps. Für diese Apps gibt es keinen wirk­lichen Ersatz und das macht die Geräte in Europa prak­tisch unver­käuf­lich.

Hoff­nungs­schimmer bei den Verhand­lungen

Mögli­cher­weise ist der Handels­krieg aber auch schon bald Geschichte. Ross zeigte sich opti­mistisch, dass die USA noch in diesem Monat ein soge­nanntes „Phase one“ Handels­abkommen mit China errei­chen können.

Noch ist das aber wohl nicht in trockenen Tüchern. Ross bezeichnet das Abkommen als teil­weise kompli­ziert und jede Seite müsse genau verstehen, zu was sie sich damit verpflichtet. Auch die Chinesen sind mit den Ergeb­nissen wohl noch nicht zufrieden und fordern für eine endgül­tige Beile­gung des Streits die Abschaf­fung aller Straf­zölle. Sie lehnen zudem die Forde­rung nach inner­staat­lichen Reformen, die die Macht der kommu­nisti­schen Partei einschränken könnten, strikt ab.

Huawei gibt sich kämp­ferisch

Huawei selbst gibt sich opti­mistisch, seinen Erfolgs­kurs trotz der Sank­tionen fort­setzen zu können. "Wir gehen davon aus, dass wir in diesem Jahr auch unter dem Druck der US-Regie­rung fast das gleiche Ergebnis wie im Vorjahr erzielen können“, sagte Huawei Vice Presi­dent Eduard Shou gestern in Bangkok.

Die Ergeb­nisse des letzten Quar­tals sind jeden­falls hervor­ragend, sie zeigen steil nach oben. Wir haben berichtet.

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