Eine Woche

Huawei TalkBand B3 im Test: Ich werde kein Sportler

Eine Woche hatte ich das Huawei TalkBand B3 im Dauer-Test und frage: Bin ich dadurch zu einem Sportsfreund geworden? Im Test lesen Sie darüber hinaus, wie sich das Fitness-Armband beim Telefonieren schlägt.
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Als eine der ersten Redaktionen erhielten wir von Huawei das Huawei TalkBand B3 zum Test. In meinem ersten Hands-on zum Huawei TalkBand B3 habe ich mich einerseits darüber gewundert, dass ich als chronisch unsportlicher Mensch ein Fitness-Armband testen soll, andererseits habe ich in diesem ersten Bericht gezeigt, wie das Gadget eingerichtet wird.

Nun ist eine Woche vergangen, in der ich das Huawei TalkBand B3 fast ununterbrochen getragen habe. Ausgezogen habe ich es nur zum Duschen. Das TalkBand B3 hat aber die IP-57-Zertifizierung, das heißt es ist staubgeschützt und geschützt gegen zeitweiliges Untertauchen (30 Minuten bei einer Wassertiefe von 1 Meter). Beim Händewaschen habe ich es stets weiter getragen und da hat es auch einige Wasserspritzer abbekommen, ohne davon beeindruckt zu sein.

Erhältlich ist es in Deutschland nach wie vor nur spärlich bei einigen Online-Händlern für etwa 180 bis 200 Euro.

Typenbezeichnung auf der Verpackung
Typenbezeichnung auf der Verpackung

Tragekomfort und Display-Lesbarkeit

Vom Tragekomfort her hat mir das Huawei TalkBand B3 sehr gut gefallen. Das Fitness-Armband ist mit 107 Gramm wirklich federleicht und war an meinem Handgelenk - verglichen mit aktuellen Smartwatches oder meiner klassischen Automatik-Uhr - kaum zu spüren. Es behinderte mich bei keiner Tätigkeit, manchmal hatte ich tatsächlich vergessen, dass ich es trug.

Das Huawei TalkBand B3 ist nach meinem Empfinden auch relativ resistent gegen Stöße sowie gegen Staub und Fingerabdrücke. Wirklich reinigen musste ich das Gerät in einer Woche Dauertest nie, jetzt werde ich allerdings das Armband feucht abwischen, weil es einen minimalen Schweißgeruch angenommen hat. Unser Modell hatte ein Kunststoffgehäuse mit Gummi-Armband. Das Gerät ist auch mit Leder-Armband erhältlich, Huawei weist allerdings darauf hin, dass das Lederarmband nicht wasserfest ist.

Homescreen des Huawei TalkBand B3
Homescreen des Huawei TalkBand B3
Nicht wirklich zufrieden war ich mit der Lesbarkeit des nur wenige Millimeter großen Displays. Für den Homescreen wählte ich zwar ein Watchface, bei dem die Uhr besser ablesbar war als beim voreingestellten Watchface. Auch die Icons der Menüeinträge sind ordentlich lesbar und verständlich. Ich halte es aber für einen großen Nachteil, dass die Helligkeit nicht regelbar ist und dass das Display erst nach etwa fünf bis sieben Sekunden in die höchste Helligkeitsstufe schaltet. Davor ist es gedimmt und das war für mich definitiv zu dunkel, vor allem bei direkter Sonneneinstrahlung.

Zu klein ausgefallen sind für meinen Begriff auch die Schriften bei den Push-Benachrichtigungen, die das Smartphone sendet. Oft musste ich mit dem Display recht nahe an die Augen gehen, um überhaupt etwas lesen zu können. Von daher kommt für mich ein Fitness-Armband in dieser Größe für die Dauer-Nutzung nicht in Frage - dann müsste es schon eine Smartwatch mit rundem, größeren Display sein.

Unterseite des Fitness-Armbands und Verschluss
Unterseite des Fitness-Armbands und Verschluss

Leistung, Fitness-Funktionen und Handy finden

Großartige Fehlfunktionen sind mir innerhalb der Testwoche nicht aufgefallen, einmal war das Fitness-Armband abgestürzt und musste neu gestartet werden. Im Test protokollierte das Huawei TalkBand B3 alle Fitness-Tätigkeiten recht zuverlässig. Geht man beispielsweise spazieren, wartet das Gerät in der Regel vier Schritte ab und addiert dann vier Schritte zum Tagespensum. Auch die aufgezeichnete Schlafmenge stimmte stets mit unserer Beobachtung des Schlafzimmmer-Weckers überein. Kleinere Ungenauigkeiten leistete sich die Protokollierung zuhause: Manchmal wurden schon kleine Bewegungen oder Sprünge als Schritt gezählt. Die angezeigte Schrittmenge pro Tag ist also manchmal minimal zu hoch gegriffen, doch auf 20 bis 30 Schritte täglich genau ist sie schon.

In der Regel reagierte das Display schnell auf Wischbewegungen, nur in einzelnen Fällen genehmigte es sich ein bis zwei Sekunden "Auszeit". Wahrscheinlich fand in diesem Moment gerade eine Hintergrund-Aktualisierung per Bluetooth mit dem Smartphone statt. Zum Prozessor macht Huawei keine Angaben, 16 MB Flash-Speicher und 128 kB RAM sind sicherlich nicht dazu geeignet, das Armband im Stil von James Bond für Hochleistungsanwendungen zu nutzen. Im Menü des Huawei TalkBand B3 gibt es eine Funktion, mit der man das gekoppelte Smartphone klingeln lasen kann, wenn man es verlegt hat und nicht wiederfindet.

Aktualisierungen für App und TalkBand-Firmware
Aktualisierungen für App und TalkBand-Firmware
Wie schon im Hands-on angedeutet, brummte mich das Huawei TalkBand B3 nach einer Stunde Sitzen zuverlässig an, damit ich wieder einmal aufstehe und mich bewege. Ansonsten hat sich an meinem Verhalten durch das Armband aber wenig geändert. Das voreingestellte Fitness-Ziel von 10 000 Schritten pro Tag habe ich an zwei der sieben Tage erreicht, an den anderen Tagen lag ich deutlich darunter. Interessant fand ich die Protokollierung meines Schlafverhaltens. Eigentlich war ich mir sicher, jede Nacht sieben bis siebeneinhalb Stunden zu schlafen, das Fitness-Armband bewies mir aber, dass die Zeit oft deutlich kürzer war. In dieser Hinsicht werde ich mein Verhalten sicherlich ändern, bei der täglichen Bewegung wohl eher weniger. Das Huawei TalkBand B3 ist eben mehr ein Protokollierungs-Instrument und - außer der gelegentlichen Erinnerung durch Vibration - eher weniger ein Motivator.

Erschrocken war ich manchmal etwas über die geringe Menge der verbrauchten Kalorien. An manchen Tagen mit durchschnittlicher Bewegung hatte ich laut Huawei TalkBand B3 nur 120 bis 150 Kalorien verbraucht. Bei einer Mahlzeit nehme ich aber gut und gerne 500 bis 700 Kalorien zu mir. Die Erklärung liegt darin, dass das Fitness-Armband nur die Kalorien ausrechnet, die ich durch Gehen oder Laufen verbraucht habe. Schleppe ich eine gefüllte Mülltonne vor das Haus oder einen vollen Umzugskarton auf den Speicher, wird dieser Kalorienverbrauch nicht mitgerechnet. Von daher ist die Kalorienanzeige auf dem Huawei TalkBand B3 praktisch vernachlässigbar.

Auf der folgenden Seite erläutern wir, wie die vom Fitness-Armband erhobenen Daten in der Huawei-Wear-App aufbereitet werden und wie die Synchronisation klappt. Außerdem verraten wir, wie Telefonieren mit dem Huawei TalkBand B3 geht und wie lange der Akku durchhält.

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