Smartphone-Chips

Gerücht: Huawei fertigt bald eigene Mobile-SoCs

Mit eigenen SoCs könnte Huawei den Restrik­tionen der US-Regie­rung trotzen. Angeb­lich sei dieser Schritt bereits in Planung. Indes profi­tiert MediaTek von Huaweis schrump­fendem Chip­satz-Bestand.

Die Zukunft der Kirin-SoCs ist ungewiss Die Zukunft der Kirin-SoCs ist ungewiss
Bild: Huawei
Huawei blickt in puncto Mobile-SoCs in eine unge­wisse Zukunft. Der Halb­lei­ter­fer­tiger TSMC, welcher die Kirin-Chip­sätze umsetzte, sah sich im Mai dazu gezwungen, die Zusam­men­ar­beit zu kündigen.

Einem Bericht zufolge plant der chine­si­sche Hersteller angeb­lich, selbst in die Ferti­gung einzu­steigen. Damit würde Huawei mehr Unab­hän­gig­keit errei­chen und mit SoC-Fabri­kanten sowie Ferti­gern aus den USA (Intel, AMD, Nvidia), Südkorea (Samsung) sowie Taiwan (TSMC) konkur­rieren. Die Bestände der Kirin-Platt­formen scheinen zudem langsam knapp zu werden, wie ein plötz­li­cher Chip­satz-Wechsel des kommenden Enjoy 20 Plus vermuten lässt.

Will Huawei eigene SoCs konstru­ieren?

Die Zukunft der Kirin-SoCs ist ungewiss Die Zukunft der Kirin-SoCs ist ungewiss
Bild: Huawei
Die Kirin getauften Chip­sätze, welche in den meisten Huawei-Smart­phones zum Einsatz kommen, werden von der Toch­ter­firma HiSilicon entwi­ckelt und von TSMC herge­stellt. Weil TSMC aller­dings US-ameri­ka­ni­sches Equip­ment für die Konstruk­tion nutzt, wurde ein Handels­verbot mit Huawei seitens der USA ausge­spro­chen.

Eine Firma zu finden, die gänz­lich ohne nord­ame­ri­ka­ni­sche Tech­no­logie arbeitet und dazu noch perfor­mante Chips kreiert, ist nicht einfach. Der nieder­län­di­sche Konzern STMicroelectronis und das chine­si­sche SMIC sind eine der wenigen Alter­na­tiven. SMIC wurde bereits mit der Massen­pro­duk­tion des Kirin 710A beauf­tragt.

Die benö­tigten Kapa­zi­täten für Mittel­klasse-SoCs und die Exper­tise für die Umset­zungen von High-End-Lösungen könnten aller­dings für den chine­si­schen Halb­lei­ter­fer­tiger zum Problem werden. Laut RT News (via GizmoChina) will Huawei die Chip­sätze künftig nicht nur selbst zu entwi­ckeln, sondern auch herstellen.

Anonyme Quellen hätten beteuert, dass das Unter­nehmen diesen Weg ziel­strebig verfolgt und noch dieses Jahr zumin­dest teil­weise die Ferti­gung startet. Wenn alles wie geplant verläuft, könnten die ersten haus­ei­genen SoCs zum Jahres­ende bereit­stehen.

Die Nach­rich­ten­agentur RT News gehört der russi­schen Regie­rung an, und es gibt noch keine ander­wei­tigen Hinweise zu Huaweis angeb­li­chen Ambi­tionen, weshalb die Infor­ma­tionen mit etwas Skepsis betrachtet werden sollten.

Enjoy 20 Plus jetzt mit MediaTek

Nach dem Ende der TSMC-Koope­ra­tion gab es bereits Berichte, laut denen MediaTek demnächst verstärkt SoCs für Huawei auslie­fert. Eine Auswir­kung dieser Entwick­lung könnte das Enjoy 20 Plus betreffen.

Zunächst war das 5G-Smart­phone mit dem haus­ei­genem Kirin 820 ange­dacht, ein vertrau­ens­wür­diger Bran­chen­in­sider teilte jedoch mit, dass jetzt eine MediaTek-5G-Platt­form zum Einsatz kommt. Mögli­cher­weise will Huawei seine rest­li­chen Kirin-Platt­formen für hoch­wer­ti­gere Produkte reser­vieren. (via GSMArena)

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